Der Raub der Sabinerinnen

Der Raub der S
abinerinnen

Hamburger Fassung von Sabrina Zwach / Regie Herbert Fritsch

Es gibt drei große verhinderte Selbstmörder in der klassischen Dramenliteratur: Hamlet, Faust – und den Gymnasialprofessor Gollwitz, der sich auf die Bahngleise legt, weil die Uraufführung seiner heimlich geschriebenen Römertragödie „Der Raub der Sabinerinnen“ vom Publikum schon im zweiten Akt gnadenlos ausgebuht wurde. Der prototypische Schwank der Brüder Franz und Paul von Schönthan ist auch eine große Tragödie. Aus heiterem Himmel droht der plötzliche Untergang einer ganzen Familie samt Papagei. Denn dem unglücklichen Familienvater bleibt angesichts der zu erwartenden Spottlawine und der damit einhergehenden Vernichtung seiner bürgerlichen Existenz nur der Selbstmord. Aber es kommt, das macht die Tragödie komplett, zwei Stunden lang kein Zug. Hinter der Fassade, übertönt vom Gelächter, tun sich Abgründe auf. Zwei paradoxe Lebensformen treffen aufeinander: der Schein in der wirklichen Welt des Professors und die Wirklichkeit in der Scheinwelt des Theaters. Der gebeutelte und schlecht subventionierte Theaterdirektor Striese sehnt sich insgeheim genau nach dem wohl geordneten Leben, das die Mitglieder der Familie Gollwitz so öde finden.

 

Es steckt mehr in diesem Schwank als pures Lachtheater. Die Tragödie ist nur dann komisch, wenn man sie ernst nimmt. Und Herbert Fritsch, der neue König des alten deutschen Schwanks und Spielleiter des Jahres, nimmt sie sehr sehr ernst. Auch weil es seine eigene ist.

 

Premiere 18. November 2011, Thalia Theater

PRESSESTIMMEN

„Was passiert, wenn man ein harmlos-fröhliches Lustspiel, das auch schon Willy Millowitsch gerne spielte, in die Hände des derzeit angesagtesten Regisseurs der Republik legt? Nun, Herbert Fritsch hat ganze Arbeit geleistet: „Der Raub der Sabinerinnen“ ist das verrückteste Stück, das es in Hamburg zu sehen gibt.“ - Hamburger Morgenpost

 

„Eine sämtliche Geschmacksgrenzen herrlich missachtende Inszenierung! […] Auf die Blödsinnsattacken von Schwank und Schmiere wird mit Spaßpatronen aus allen Depots ober- und unterhalb der Gürtellinie zweieinhalb pausenlose Stunden mit voller Lustfeuerkraft zurückgeschossen.“ - Der Standard

 

Weitere Pressestimmen
Ausgewählte Kommentare
"Raub der Sabinerinnen": Ein toller, temporeicher, kreativer Spaß. Sehr empfehlenswert. So gibt es einen weiteren Vorschlag für die nächste Theatersaison: Wieder eine Inszenierung von Herbert Fritsch! Neben der großartigen Karin Neuhäuser wächst das Thalia-Ensemble über sich hinaus. Besonders zu erwähnen ist der Darsteller des Emil Sterneck, der für den erkrankten Jörg Pohl eingesprungen ist und wohl noch bis zum Ende des Jahres mitspielen wird. Er hat das sensationell gemacht. Es ist schon bedauerlich bis befremdlich, dass er noch nicht auf Ihrer Internetseite bzw. im Programm vorgestellt worden ist. Ich bedaure, dass ich deshsalb seinen Namen hier nicht nennen kann. Er hätte das verdient!
Rolf Döring, 06.12.11
Nach den überwiegend begeisterten Meinungen hätten wir mehr Raffinesse erwartet:
Schauspieler klasse, Bühnenbild -also gefühlte 10m Sofa - auch witzig und die Grundkonzeption, alles eine Stufe schneller zu spielen als normal, hätte auch etwas werden können. Aber eben nur "hätte", weil es mit der Zeit nur noch anstrengend war und verhinderte, dass man die Tragik der Charaktere (Karin Neuhäuser - was ist eine Schmiere?) aufnehmen konnte!
Dirk Schneefuß, 25.02.12
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