360°

Das 360°-Vorhaben

 

Das Thalia Theater ist davon überzeugt, dass kulturelle Vielfalt eine Bereicherung für die Gesellschaft und für die Kunst ist. Was wünschen Sie sich – als Einzelperson, als Community, als Theaterbegeisterte – von einem Theater, das offen für alle ist? Schreiben Sie uns an vielfalt@thalia-theater.de

In der kommenden Spielzeit fördern wir die im Programm des Thalia Theater bereits enthaltene Stimmen­ und Perspektivenvielfalt weiter, um die unterschiedlichen Lebenswirklichkeiten und Herkunftsgeschichten der Hamburger Stadtgesellschaft stärker zu repräsentieren. In diskursiven und künstlerischen Formaten wollen wir mit Kunstschaffenden und vor allem dem Publikum, also Ihnen, in Kontakt kommen. In diesem Sinne ist z.B. ein partizipatives Rechercheprojekt im Umfeld des Thalia Gaußstraße geplant, in dem ein multi­perspektivischer Blick auf Hamburg im Hier und Heute geworfen wird.

 

Das Thalia Theater beabsichtigt außerdem, strukturelle Ausschlüsse und Barrieren abzubauen. Durch vermehrte Übertitelung wird Menschen der Zugang zum und die Partizipation am Thalia erleichtert. So wird u.a. die von Ewelina Marciniak inszenierte Erstaufführung von Olga Tokarczuks „Die Jakobsbücher“ auf Polnisch übertitelt.
In spezifischen Workshops richten wir den Blick auch nach innen und schaffen eine Sensibilisierung auf Themen im Kontext kultureller Vielfalt. Wir möchten gemeinsam daran arbeiten, das
Thalia Theater noch stärker als einen offenen Ort für alle zu gestalten.


Seit Juni 2019 ist das Thalia Theater Teil des Förderprogramms „360° – Fonds für Kulturen der neuen Stadtgesellschaft der Kulturstiftung des Bundes und wird darin gefördert, auf, hinter und vor der Bühne repräsentativer zu werden im Hinblick auf die kulturelle Vielfalt Hamburgs. Betreut wird dieser Prozess von der Referentin für Diversität, Ahu Tanrısever-Kuhr.

 

Projekte im Rahmen von 360°

İlleg
al

Im Zuge des Militärputsches in der Türkei 1971 wurde die Feministin und Journalistin Sevgi Soysal inhaftiert. In dem Erzählband Yıldırım Bölge Kadınlar Koğuşu erzählt sie ihre Geschichte von der Festnahme bis zur Freilassung. Ausgehend von der Erzählung İllegal verwebt der Theaterabend die Erinnerungen an die Zeit im Gefängnis: die Erfahrungen zweier Frauen, die sich nie direkt begegnet sind, zu einem gemeinsamen Kosmos – losgelöst von den vermeintlichen Barrieren unterschiedlicher Sprachen.


İllegal ist ein Theaterabend von Sevgi Soysal auf Türkisch, Deutsch und Arabisch.


Übersetzung: Berfin Orman, Mohammed Ghunaim, Shorouk El Hariry 


Nachtasyl, 1.3.  /  19 Uhr  / Szenische Lesung

Impressionen der Projekte