Die Zeit der Besessenen

Die Zeit der
Besessenen

In einer Bearbeitung von Kornél Mundruczó, Yvette Bíro, Viktória Petrányi und Eva Zabezsinskij

Dämonen? Teufel? Böse Geister? Wie gefährlich können sie uns wirklich werden?

Der ungarische Film- und Theaterregisseur Kornél Mundruczó wird in seiner neuen Arbeit mit Nicolai Stawrogin, dem Helden aus Dostojewskis Roman „Die Dämonen“, die Entstehungsgeschichte revolutionärer Gewalt erzählen. In einem abgelegenen Haus in der Nähe von New York, an einem merkwürdigen, winterlichen Ort, wird Stawrogin mit seiner Vergangenheit, seinen Gedanken an eine andere Welt und der Idee seiner Kameraden, dass er die Gruppe führen solle, konfrontiert. Wie Besessene verfolgen die Männer ihr Ziel, alle weltlichen und religiösen Autoritäten zu stürzen. Stawrogin kennt ihre Gedanken, die er früher geteilt hat, doch als die Sache bald nicht mehr zu kontrollieren ist, nimmt das Unfassbare seinen Lauf.
Mundruczós „Judasevangelium oder Verrat ist deine Passion“, war wohl eine der außergewöhnlichsten Arbeiten der letzten Spielzeit, für die er und sein Bühnenbildner Marton Ágh die Gaußstraße mit unzähligen Requisiten und Videokameras ausstatteten und die Zuschauer entscheiden ließen, aus welchem der drei aufgebauten Wohnräume sie den Abend verfolgen wollten. So wird er auch in dieser Inszenierung wieder das Unmittelbare der Geschichte suchen.

 

Uraufführung am 19. März 2011 im Thalia in der Gaußstraße

PRESSESTIMMEN

„Der ungarische Autor und Regisseur Kornél Mundruczó hat sich für seine Inszenierung „Die Zeit der Besessenen“ am Hamburger Thalia Theater die Ausgangsfrage gestellt: „Wie entsteht revolutionäre Gewalt?“, um sie dann mit einem Personal zu beantworten, das vor allem eins ist: schräg. Dazu schaute Mundruczó sich in Dostojewskis Roman „Die Dämonen“ um und versetzte die Erregten Weltverbesserer, Zweifler, Utopisten und Umsturz-Bohemiens des vorrevolutionären Russlands in die Gegenwart. […] Die Bühne von Márton Agh tut ihr Übriges zur traumhaften Ausschmückung: Watteschnee und kaltes Licht umhüllen den Kopf eines Towers ohne Turm darunter, den eine rätselhafte Collage aus postsowjetischem Verfall, amerikanischen Symbolen und absurden Zutaten überzieht. […] Ein atmosphärisch so dichtes wie versponnenes Setting mit einer Gruppe exzentrischer Persönlichkeiten schafft eine starke Magie […].“ - Süddeutsche Zeitung

 

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Ausgewählte Kommentare
Was für ein Theater! Richtiges. SUPER Theater-Theaterspiel! Kompliment-e!! An alle Schauspieler. Ein Theatergenuss.
Aus dem Gästebuch, 05.10.11
Aus großen Zielen wird schnell großes Elend im Kleinen- diese Botschaft wurde durch das Stück eindrucksvoll vermittelt. Das sehr spielstarke Ensemble hat beeindruckt. Sehr spielstark wie immer Tilo Werner. Matthias Leja beeindruckte überzeugend als rauchender, saufender Vater, der seine etwa 10 jährige Tochter vernachlässigt, weil er innerlich schon lange kaputt ist. Mehr Spektralität bekommt die Figur noch durch seine täglichen Gebete und eine kurze Darstellung seines früheren Lebens. Die Tochter Dascha, gespielt von Leneke Eisenbarth, überzeugt und erschreckt durch eine Kälte in der Ausstrahlung, die frösteln lässt - besonders ungewöhnlich, weil sie noch so jung ist. Gabriela Maria Schmeide überzeugte durch die Darstellung einer geistig leicht behinderten Frau, die von allen Figuren die freundlichste war - und letztendlich die " Normalste". Bruno Cathomas spielte den Klischeerussen par Ecellence und ergänzt sich gut mit dem ruhigeren André Szymanski.

Insgesamt ein sehr gelungener Theaterabend!
Nicola Lange, 19.03.11
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