Auerhaus

Auerh
aus

von Bov Bjerg / Regie Franziska Autzen
Kostüme
Miriam Zabek
Komposition
Frieder Hepting
Johannes Hofmann
Musikalische Leitung
Johannes Hofmann

Live-Musik und "Frieder"

Frieder Hepting

Du hast die Augen zu und treibst auf deiner Luftmatratze, ein sanfter Wind weht, und du denkst, geil, jetzt lebe ich für den Rest meines Lebens hier in dieser Lagune, in der Südsee. Und dann machst du die Augen auf und merkst, es ist bloß ein Nachmittag am Baggersee, und zack ist der auch schon vorbei.

Anfang der achtziger Jahre in einer westdeutschen Kleinstadt: Frieder hat versucht, sich umzubringen. Damit das nicht wieder passiert, ziehen seine besten Freunde mit ihm in das leerstehende Haus seines Großvaters. Fünf junge Menschen im Auerhaus – damals läuft „Our House“ von Madness im Radio rauf und runter: „we would have such a very good time, such a fine time, such a happy time and I remember how we play simply waste the day away“. Im Auerhaus gibt es kaum Regeln und neben den Vorbereitungen zum Abitur werden Partys gefeiert und mit Drogen und freier Liebe experimentiert. Denn „Liebe ist kein Kuchen, der kleiner wird, wenn man ihn teilt.“
 
„Auerhaus“ feiert die Unschuld der Provinz, der Jugend und des Moments – aber vor allem die Gemeinschaft. Es erzählt von dem Wunsch einer ganzen Generation nach Freiheit.

 

Dauer 1:40h, keine Pause
Premiere 19. November 2017, Thalia Gauß

PRESSESTIMMEN

„Wie das Schauspielerquartett plus musikalische Begleitung diesen Traum performt, das zerreißt einem das Herz.“ - Falk Schreiber, Hamburger Abendblatt, 21.11.2017

„(...) der Bühnenmusiker Frieder Hepting schafft mit seiner hohen Stimme ein Klima von Zerbrechlichkeit.“ - Peter Helling, NDR 90,3, 20.11.2017

„(...) eine zurückhaltende, kluge, konzentrierte Inszenierung.“ - Falk Schreiber, Hamburger Abendblatt, 21.11.2017

„Ein mitreißender Leichtsinn, der kurz vergessen lässt, dass diese Geschichte eine tragische ist.“ - Oskar Piegsa, ZEIT Hamburg,  23.11.2017

„Das Ensemble, allen voran Julian Greis ist exzellent (...)“ - Peter Helling, NDR 90,3, 20.11.2017

„Sein Publikum wird dieser Abend finden. Einerseits bei Zuschauern, die heute um die 50 sind  und die sich noch das eine oder andere utopische Ideal bewahrt haben, andererseits bei Teenagern, die die selbstvergessene Jugendlichkeit dieser Performance schätzen.“ - Falk Schreiber, Hamburger Abendblatt, 21.11.2017

„(...) eine psychedelische Villa Kunterbunt, ein Überlebensprojekt“ - Peter Helling, NDR 90,3, 20.11.2017

„Das Bühnenbild von Ute Radler ist großartig, weil es als dreifache Metapher funktioniert.“ - Oskar Piegsa, ZEIT Hamburg,  23.11.2017

„(...) spielerisch probieren hier fünf Menschen den Traum vom besseren Leben aus, zwischen Rausch, Liebe, Popmusik.“ - Falk Schreiber, Hamburger Abendblatt, 21.11.2017

„Frieder, der nur in der Musik auftaucht, im meancholischen Britpop, den Frieder Hepting an Piano und Sythesizer über den Text legt.“ - Falk Schreiber, Hamburger Abendblatt, 21.11.2017

Ausgewählte Kommentare
Die Schauspieler haben durch ausdrucksstarkes und von Stimmungswechseln geprägtes Spiel überzeugt. Die besondere und ungewöhnliche Darstellung der Figur des Frieder hat imponiert. Das Bühnenbild in Form eines offenen Gerüstes lässt im Kontext des Stückes eine sehr individuellle Deutung durch den Zuschauer zu und kann als bruchstückartige Erinnerung interpretiert werden. Die Teilung in Gegenwart und Vergangenheit wird durch variables Tempo, sowie musikalisch unterstützt. Sehr extrem sind dabei die abrupten Stimmungsänderungen, welche durch Licht und Musik unterstützt werden. Diese verdeutlichen die Zeitsprünge, wobei die Gegenwart erzählt und die Vergangenheit gespielt wird. Die Kostüme waren zu Beginn unauffällig und wurden mit zunehmender Steigerung des Stückes immer ausgefallener. Eine deutliche Zuordnung der Kostüme zu den Charakteren wurde teilweise durch Schwarzlicht unterstützt. Das Licht fokussiert bestimmte Handlungsorte auf der Bühne. Die Musik wurde hauptsächlich zur Erinnerung an den verstorbenen Frieder benutzt und Erinnerungen wurden dadurch hervorgehoben.
Simon Allekotte, 18.06.18
Moin Moin! Wir waren neulich von der Schule aus in dem besagten Theaterstück Auerhaus. Mittels dieser Kommentarfunktion wollen wir eine kleine Rückmeldung zu dem Theaterstück geben. Positiv aufgefallen ist uns der Einsatz der Musik, der das spielerische treffend untermalt sowie die gespielten Emotionen unterstützt. Auch die gesangliche Leistung der Schauspieler empfanden wir als sehr gelungen. Zudem hat uns der Einsatz des Klaviers als Sarg angesprochen, da man als Zuschauer somit einen Bezugspunkt zu dem verstorbenen Frieder hatte. Der Punkt der Depressionen und des Selbstmordes führte durch das Theaterstück zu kontroversen Diskussionen innerhalb unseres Kurses.
Zusammenfassend haben uns individuelle Leistungen der Schauspieler angesprochen und durch verschiedene Realitätsbezüge ist das Theaterstück Auerhaus auf jeden Fall zu empfehlen sowie lohnenswert anzusehen.
Wir bedanken uns bei den Mitwirkenden für die Unterhaltung und wünschen Ihnen und den zukünftigen Zuschauern noch viel Spaß bei weitern Vorstellungen.
Antoni Schwerdt, 18.06.18
Liebes Thalia Theater,
In der vergangenen Woche haben wir mit unserem Darstellendes Spiel Kurs die Aufführung „Auerhaus“ besucht.
Dazu möchten wir Ihnen nun eine Rückmeldung geben.
Die Handlung wurde durch viele musikalische Darbietungen untermalt. Dabei fanden wir den Einsatz des Klaviers oft passend, wozu jedoch auch die Darstellung des Klaviers als Sarg Frieders in der Gegenwart beitrug. Insgesamt spiegelte die Musik die Gefühle und Emotionen der Charaktere gut dar, zum Beispiel durch die fröhliche Musik in der Vergangenheit und durch traurige Musik in der Gegenwart.
Dieser zeitliche Kontrast wurde durch die Kostüme ebenfalls deutlich, denn die Kleidung in der Gegenwart war schwarz und in der glücklichen Zeit, also der Vergangenheit, eher bunt.
Die rapiden Tempoänderungen haben die Zeitsprünge klar untermalt, was ebenfalls zur Verständlichkeit des Stücks beitrug. Das Bühnenbild spiegelt das alternative Theater wider und ist trotz geringem Aufwand gelungen. Das schlichte Baugerüst regte die Fantasie der Zuschauer an.
Zusätzlich wurden die Zuschauer direkt angesprochen und mit ins Stück einbezogen.
Insgesamt gefiel uns das Stück sehr gut!
Liebe Grüße der Darstellendes Spiel Kurs 11ds23 des St.–Viti–Gymnasiums Zeven
Swantje Burmester, 15.06.18
Das Stück Auerhaus hat bei mir insgesamt einen guten Eindruck hinterlassen.
Das Konzept des Stücks ist ziemlich einzigartig und genießt somit einen hohen Wiedererkennugswert und grenzt sich dadurch gleichtzeitig von vielen anderen Stücken ab. Auch wenn die Handlung durchaus verwirrend und schwer darzustellen scheinen mag, wird die Aufgabe dem Zuschauer diese näherzubringen durch eine sehr gute schauspielerische Leistung und einen sinnvollen Einsatz anderer unterstützender Elemente dennoch nicht verfehlt. Dies führt für den Zuschauer zu einem hochinteressanten Erlebnis.
Eike K, 15.06.18
Das Stück Auerhaus haben wir mit unserem Theaterkurs besucht. Als Gruppe sind wir nicht nur von der Umsetzung, sondern auch von der schauspielerischen Leistung begeistert. Anfängliche Verständnisschwierigkeit und Langatmigkeit ist nach kurzer Zeit verflogen. Durch das einfach gehaltene Bühnenbild wirkten die Handlungen sehr authentisch und ließen Raum zur Eigeninterpretation.
Zusammenfassend ist das Stück eine gelungene Inszenierung.
Lilly Borchers, 15.06.18
Auerhaus oder „Fifty years ago“
Franziska Autzen schafft mit ihrer Inszenierung des Romans „Auerhaus“ das Unglaubliche. Sie schafft einen Traum der Erinnerung aus Musik, Licht und starken Bildern. Das Bühnenbild (Ute Radler) ein einfaches Klettergerüst aus Quadern von Metallstangen das „Auerhaus“, wie man es von zahlreichen Spielplätzen kennt, ist die ideale Spielfläche, da sie Raum für Assoziationen des Zuschauers lässt. Die vier Akteure dieses Abends sind faszinierend in ihrer Vielfalt der Darstellung. Sie hauchen dieser Story Leben ein und schaffen einen unvergesslichen Abend.
Klug geht die Regie mit dieser Story um, da sie ständig den emotionalen Momenten der Geschichte nachgeht und starke gefühlvolle Bilder schafft, die durch die Musik in besonderem Glanz erstrahlen. Franziska Autzen lässt die Geschichte von Frieders bestem Freund Höppner erzählen, was die Möglichkeit schafft jederzeit in das Spiel einzusteigen und den Zuschauer emotional mitzunehmen in das jeweilige Geschehen. Zentrale Story sind die Depression und Selbstmordversuche Frieders, „der sich nicht umbringen wollte, sondern nicht mehr leben“. Das Auerhaus ist die Bereitschaft von Freunden, Frieder beim Überwinden seiner Depressionen zu helfen und weitere Suizidversuche zu verhindern. Das Auerhaus eine dörfliche WG von Gymnasiasten, die versuchen ihre Utopie von Gemeinschaft und Freiheit zu verwirklichen, in einer Zeit des eigenen Lebens, wo man noch alles für möglich hielt. Ihr Lebensmodell ist der Widerstand gegen das Lebenskonzept „Birth – School – Work – Death“. Diese Utopie versuchen sie mit allen Freuden und Risiken (Depression, Suizid) ihres Lebens zu verwirklichen. So oszilliert die Inszenierung zwischen purer Lebensfreude, maßloser Traurigkeit und Verzweiflung über das Leben, aber immer voller Emotion.

Dieser Abend ist Leben pur und wenn man sich diesem Treiben hingibt, kann man eine erstaunliche Reise machen, in eigene Erinnerungen einer vergangenen Zeit. Auerhaus ist letztendlich die Konfrontation mit sich selbst. Getragen wird dieser Abend von der Musik Frieder Hepting/Johannes Hoffmann, die durch ihre Komposition maßgeblich zum Erfolg dieses Abends beitragen. Die Songs von Franziska Hartmann und Marie Jung sind zwei der musikalischen Höhepunkte des Abends. Selten eine so fantasievolle, lebendige Inszenierung gesehen, die einen einfach nur staunen lässt.
Ein Theaternarr.
reiner Schmedemann, 01.04.18
via twitter

"Auerhaus" von Bov Bjerg ist ein ganz wunderbarer Roman. Und die "Auerhaus"-Inszenierung von Franziska Autzen am Thalia Theater ist zurückhaltend, klug, konzentriert.
Gut wäre: anschauen.
Falk Scheiber, 21.11.17
via twitter
Aber was ich eigentlich schon die ganze Zeit sagen wollte: Heute habe ich in Hamburg im ThaliaTheater Gaußstraße eine sehr, sehr tolle Inszenierung von Auerhaus gesehen. Ohne Scheiß: Wer nicht hingeht, verpasst was.
Bov Bjerg, 20.11.17
BEITRÄGE