Michael Kohlhaas

Michael K
ohlhaas

Eine deutsche Erregung nach Heinrich von Kleist / Regie Antú Romero Nunes
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Man kennt die Geschichte: Der Pferdehändler Michael Kohlhaas kommt an eine Grenze und soll einen Passierschein lösen. Man einigt sich darauf, dass er zwei Pferde als Pfand zurücklässt. Als er diese auf der Rückreise abholen will, findet er sie halb verhungert. Damit beginnt eine höchst verwickelte Geschichte, in der aus einem Grenzvorfall ein Rechtsstreit wird, der zu einer unglaublichen Eskalation von Gewalt führt, weil Michael Kohlhaas einen Rachefeldzug beginnt. Ist Kohlhaas ein Rebell? Oder eher ein passionierter Querulant, der ein korruptes System bekämpft, in dem Willkür und Vetternwirtschaft statt Recht und Ordnung das Prinzip sind?  Findet das „Prinzip Kohlhaas“ auch heute noch Nachahmer, die in seiner Tradition stehen? „Vom Kohlhaas“, heißt es in der Chronik von Kleist, „haben noch im vergangenen Jahrhundert einige frohe und rüstige Nachkommen gelebt.“ Was ist eigentlich aus ihnen geworden? 

Antú Romero Nunes zeigt Kleists urdeutsche Rechthaber-Moritat aus Sicht der Nachkommen. Die Gebrüder Kohlhaas führen selbstständig ein Import-Export-Geschäft. Während der Feier des Firmenjubiläums trifft eine Nachricht ein, die alles verändert. Das Gewerbe der Gebrüder Kohlhaas steht auf dem Spiel. Was tun? Sie erinnern sich an die alte Familiengeschichte, an Kohlhaas, den Pferdehändler. Die Geschichte des Kohlhaas liefert ihnen eine Begründung und höhere Legitimation für ihr eigenes Handeln.


Antú Romero Nunes sagt: „Die Welt ist kompliziert und Kohlhaas geht dagegen an. Er wehrt sich und bringt die Ordnung ins Wanken. Um Recht zu bekommen, begeht er Unrecht. Kohlhaas geht seinen Weg, verliert alles und findet sich selbst. Er scheitert und er gewinnt. Beides! Das ist der Witz an der Sache.“

 

Dauer 1:45h, keine Pause
Premiere 21. Januar 2018, Thalia Theater

PRESSESTIMMEN

„Das ist perfektes Handwerk, das ist große Theaterkunst mit grandiosen Schauspielern. Bis zum letzten Taschenspielertrick.“ - Stefan Schmidt, nachtkritik.de, 21.01.2018

„Wie eine gelungene Kreuzung aus dem subtilen Witz Christoph Marthalers und dem hysterischen Quatsch von Herbert-Fritsch-Inszenierungen wirkt diese liebevoll ausgeschlachtete Parodie des Arbeitslebens.“ - Till Briegleb, Süddeutsche Zeitung, 24.01.2018

„Auf die einfachen unter den guten Ideen kommen nur die großen Geister. Antú Romero Nunes ist einer von ihnen.“ - Christian Baron, neues deutschland, 24.01.2018

Nunes hat die fabelhafte Boy-Group zum wiederholten Mal in punktgenauem Witz zusammengeführt.“ - Barbara Burckhardt, Theater heute, März 2018

„Die Inszenierung ist in ihrem überbordenden Ideenreichtum ebenso klug, kenntnisreich und zeitkritisch komponiert wie sie sinnlich brillant, körperlich kraftvoll und ungemein unterhaltsam ausgeführt ist.“ - Stefan Schmidt, nachtkritik.de, 21.01.2018

„Natürlich überfordert die Inszenierung manchmal, weil sie am liebsten alles will, und zwar sofort. Nur: Antú Romero Nunes kann’s halt auch, und genau so kann es sein Team.“ - Stefan Schmidt, nachtkritik.de, 21.01.2018

Manchem Premierenzuschauer war das zu irre, andere waren von dem clever-komischen Wahnsinn begeistert! Ein Muss für Freunde des Absurden.“ - Gernot Gricksch, BILD, 22.01.2018

„Eine scharfe politische Analyse, eine inhaltliche und formale Achterbahnfahrt, die zeigt, mit welcher Sicherheit der gerade mal 34-jährige Nunes sein Handwerk beherrscht.“ - Falk Schreiber, Hamburger Abendblatt, 23.01.2018

„Dramaturgisch äußerst intelligent enggeführt.“ - Stefan Schmidt, nachtkritik.de, 21.01.2018

Das Ergebnis entwickelt einen mitreißenden Flow.“  - Falk Schreiber, Hamburger Abendblatt, 23.01.2018

„Brilliant choreografierte Slapstick-Pantomime über die Kraft der Schadenfreude“ - Till Briegleb, Süddeutsche Zeitung, 24.01.2018

Feuerwerk der Absurditäten“ - Jan-Paul Koopmann, taz, 24.01.2018

„Die fesselnde Behauptungsmaschine Theater funktioniert an diesem Abend perfekt.“ - Thomas Joerdens, Nordseezeitung, 23.01.2018

„Am Schluss steht ein Bild von surrealer Kraft. Ein Meisterwerk – wie die ganze Inszenierung.“ - Stefan Schmidt, nachtkritik.de, 21.01.2018

Am meisten aber überzeugt das schauspielerische Trio Infernale:  Thomas Niehaus, Jörg Pohl und Paul Schröder bieten verdammt gutes Entertainment“ - Heiko Kammerhoff, Hamburger Morgenpost, 23.01.2018

Die geniale Slapsticktruppe, an deren Witz und Präzision man sich nicht sattsehen kann. Sie beherrschen die Choreografie perfekter Bewegungsabläufe, sie sind irrsinnig komisch in ihrem stummen Einvernehmen.“ - Monika Nellissen, Die Welt, 23.01.2018

„Ein Feuerwerk aus Ideen und Anspielungen.“ - Gudrun Pawelke, kulturblogg, 22.01.2018

„Unsinn ist das natürlich. Aber mit einem wahren Kern.“ - Jan-Paul Koopmann, taz, 24.01.2018

„Dass sie die Kunst des artistischen Slapsticks perfekt beherrschen, haben Thalia-Hausregisseur Antú  Romero Nunes und seine Jungs schließlich schon oft genug unter Beweis gestellt. Bis hierhin macht der Abend einfach nur Spaß.“ - Stefan Schmidt, nachtkritik.de, 21.01.2018

Die Bühnensause punktet mit vielen guten Einfällen.“ - Heiko Kammerhoff, Hamburger Morgenpost, 23.01.2018

Foto: Armin SmailovicFoto: Armin SmailovicFoto: Armin SmailovicFoto: Armin SmailovicFoto: Armin SmailovicFoto: Armin SmailovicFoto: Armin SmailovicFoto: Armin SmailovicFoto: Armin SmailovicFoto: Armin SmailovicFoto: Armin SmailovicFoto: Armin SmailovicFoto: Armin SmailovicFoto: Armin SmailovicFoto: Armin SmailovicFoto: Armin Smailovic
Ausgewählte Kommentare
Ich muss schon sagen, das Stück war eine Zumutung. Leider gab es keine Pause, die hätte ich nämlich für den Heimweg genommen, Unhöflich wollte ich auch nicht sein und während der Vorstellung gehen. Allerdings den Schaupielern wurde das Höchstmaß an Schauspielkunst abverlangt und dieser wurden sie in überragender Vollendung gerecht. Dafür alleine hat sich für mich der Vorstellungsbesuch gelohnt.
Vera Hviid, 11.02.18
Wer war Michael Kohlhaas? Einer, der durch unerwartete Ungerechtigkeit zum Rebellen wurde, der jedes Maß verlor und keinen Halt mehr fand in einer Gesellschaft, die ihm Gerechtigkeit versagte. Jedes Maß verloren hat auch diese Inszenierung, leider nicht im positiven Sinn. Ich gehe nicht ins Theater, um Slapstick und Krawall zu sehen, wenn ein Klassiker auf dem Spielplan steht. Die Schauspieler trifft diese Kritik nicht, aber die Inszenierung war gruselig. Selten habe ich gesehen, dass soviele Hände sich beim Schlussapplaus nicht rühren wollten. Keine sehenswerten Charakterzeichnungen, kein Drama menschlicher Gefühle, nur die sinnlose Botschaft des „macht kaputt, was euch kaputt macht“ ? Damit ist nichts erreicht.
Elke Schneefuß, 18.02.18
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