Krum

Krum. Ein Stüc
k mit zwei Hoc
hzeiten und zw
ei Begräbnissen

von Hanoch Levin / aus dem Hebräischen von Leanne Raday und Frank Weigand / Regie Kornél Mundruczó
Trailer | Krum

Scheitern ist ein Lebensmodell! „Ich habe es im Ausland zu nichts gebracht, Mutter! Ich habe kein Geld verdient, habe mich nicht verlobt und niemanden kennengelernt. In meinem Koffer ist nichts als benutzte Unterwäsche.“ Krum, die Kopie jener charmant-glücklosen Verweigerer, kehrt nach Hause zurück. Er ist ein widersprüchlicher Mensch. Er will Erfolg, ist aber radikal selbstgenügsam und ignoriert das moderne Diktum: Nutze deine Zeit! Mach was aus deinem Leben! Wozu auch sich um seine Geliebte Truda bemühen? Sie ist ja schließlich bereit, sich mit dem Kompromiss-Mann Tachtich einzurichten. Und Krums bester Freund Tugati ist Gesundheitsfanatiker und wird von der Koketterie mit der Krankheit eingeholt – auch all seine Bemühungen: sinnlos. Leben wir nicht alle in struktureller Ungewissheit?


Die Situationen, die der israelische Dramatiker Hanoch Levin in „Krum“ erfunden hat, sind so poetisch-skurril, wie pointiert und eröffnen uns eine Welt zwischen Beckett’scher Groteske und jüdischem Humor, in der jede und jeder um sein bisschen Glück ringt. In der eigenen Melancholie und Mittelmäßigkeit kleinbürgerlicher Bedürfnisse gefangen, fragen sich alle: Warum verpassen wir ständig das eigentliche Leben? Warum fühlt sich alles an wie eine lahme Strandparty, die zu früh angefangen hat, auf der man dann aber doch lieber hängen bleibt, als sich dem nächsten Tag zu stellen…

 

Kornél Mundruczó ist einer der wichtigsten ungarischen Theater- und Filmregisseure der Gegenwart. „Pieces of a Woman“, bei den Filmfestspielen in Venedig 2020 u.a. für den Goldenen Löwen nominiert und von Martin Scorsese mitproduziert, gehört auf Netflix zu den erfolgreichsten Filmen des Jahres 2021. Mundruczós jüngster Film „Evolution“ feierte in diesem Sommer bei den Internationalen Filmfestspielen in Cannes Premiere. Dem Thalia Theater seit über 10 Jahren verbunden, inszenierte Kornél Mundruczó hier zuletzt die vielbeachtete Aktualisierung des Molnár-Klassikers „Liliom“ in Koproduktion mit den Salzburger Festspielen. „Krum“ von Hanoch Levin, im europäischen Theater als Star der zeitgenössischer israelischen Dramatik gefeiert, wurde für das Thalia Theater erstmals ins Deutsche übersetzt.

 

Dauer 2:10h, ohne Pause

premiere 2. Oktober 2021, thalia theater

 

Die Arbeit der Übersetzer*innen am vorliegenden Text wurde im Rahmen des Programms „NEUSTART KULTUR“ aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien vom Deutschen Übersetzerfonds gefördert.

 

PRESSESTIMMEN

 

„Sechs Frauen, fünf Männer auf der Suche nach Liebe. Grotesk überzeichnet in ihrer Sehnsucht nach Glück.“ - Katja Weise, NDR Kultur, 03.10.2021

 

„Der Abend mäandert wild durch die Genres, ist tieftraurig und hochkomisch, zart-melancholisch und existenziell finster, mal spülen die Wellen etwas Beckett an den Strand, mal Tschechow, immer begleitet durch die Live-Musik von Daniel Freitag, unermüdlich kontrastiert durch das kitschig-schöne Himmelspanorama auf der bühnenbreiten Videorückwand.“ - Maike Schiller, Hamburger Abendblatt, 04.10.2021

 

„Ein in vielerlei Hinsicht erstaunliches Stück. Stephane Laimés grandioses Bühnenbild, die Kostüme von Sophie Klenk-Wulff und Mundruczós Spiel-Phantasie treiben Levins Stück voran in eine Art Delirium, ein leicht orgiastisches Spektakel aus (sehr oft sehr nackten) Körpern, Träumen und Geist. Und – das Hamburger Ensemble verdient sich diesen Ehrentitel an diesem Abend – extrem kollektiv wird agiert, Haupt- und Nebenrollen gibt's hier nicht." - Michael Laages, nachtkritik.de, 03.10.2021

 

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Foto: Armin SmailovicFoto: Armin SmailovicFoto: Armin SmailovicFoto: Armin SmailovicFoto: Armin SmailovicFoto: Armin Smailovic

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