Theaterfestival

25. Januar-12. Februar 2023

 

 

„Um alles in der Welt“ – so lautet seit 2009 das Motto der Lessingtage in einer Welt, die tatsächlich selten so dissoziiert und disruptiv war wie derzeit. Es gibt keine Haupt- und Nebenthemen, sondern nur die Vielfalt einer zersplitterten Welt, in der geliebt und gehasst wird, in der das Schöne und das Hässliche, Krieg und Frieden auf nahezu unerträgliche Weise parallel existieren müssen – ja, eine Welt im Ausnahmezustand. Eine Welt, die wir uns noch vor wenigen Jahren so niemals hätten vorstellen können. Und trotzdem gilt der schöne Wittgenstein-Satz „Die Welt ist alles, was der Fall ist“.

Lessingtage 2023, das bedeutet – Vielfalt der künstlerischen Positionen: Erstmals bei den Lessingtagen zeigen wir den europäischen Regiesuperstar Romeo Castellucci! Wir freuen uns auf Yael Ronen, Hamburger Publikumsliebling seit „(R)Evolution“! Der New Yorker Taylor Mac (nominiert für den Pulitzerpreis, Preisträger des International Ibsen Award, dem „Oscar“ des europäischen Theaters) hat extra für Hamburg eine Spezialedition seines Welterfolges erarbeitet. Das estnische Künstlerduo Ene-Liis Semper und Tiit Ojasoo, die vor einigen Jahren Handkes „Die Stunde da wir nichts voneinander wußten“ und „Hänsel & Gretel“ mit Till Lindemann am Thalia Theater inszeniert haben, kommen wieder! Genauso wie Nicolas Stemann, den das Thalia Publikum vermisst. Die Dakh Daughters aus Kiew – zuletzt im April beim umjubelten Konzert „Ukraine Fire“ im Thalia zu sehen, präsentieren die Deutschlandpremiere ihrer neuen Produktion! Und, und, und…

Lessingtage 2023, das bedeutet – Vielfalt der Kunstformen: Intelligente Unterhaltung mit hohem ShowFaktor, Musiktheater, Installation, klassisches Sprechtheater, Performance, diskursives Dokumentartheater, immersives Theater, Lecture Performance – selten war die Stilvielfalt so groß!


Lessingtage 2023, das bedeutet – Vielfalt der Themen: In der Gaußstraße gibt es einen Schwerpunkt mit vier Positionen, die sich mit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine und seinen globalen Folgen beschäftigen. Semper/Ojasoo zeigen aus weiblicher Perspektive und mit einem fesselnden Soundtrack weibliche Erfahrungswelten, in denen vom hedonistisch-urbanen Leben ebenso erzählt wird wie von Flucht und Vertreibung und anderen schwer miteinander zu vereinbarenden Parallelwelten der Moderne. In scharfem Kontrast dazu zeigt der rebellische ungarische Regisseur Jakab Tarnóczi Bilder der Vereinzelung, die einsame Nachtseite einer beschleunigten Welt.

Im Großen Haus vollbringt Yael Ronen das Kunststück, in der Form eines „Beinahe-Musicals“ von #Metoo-Debatten und dem „glitschigen Hang der Identitätspolitik“ (SZ) zu erzählen. Castellucci konfrontiert uns auf verstörende Weise mit dem berühmten Milgram-Experiment: Wieviel bzw. wie wenig braucht es, unsere humanen Ansprüche aufzugeben und sie in Richtung Gewaltbereitschaft zu verschieben? Die queere Show von Taylor Mac ist eine alternative, kaum je da gewesene Gegenerzählung zur Geschichte der USA aus der Perspektive marginalisierter Gruppen. Und schließlich Nicolas Stemanns Antikenbearbeitung: eine paradigmatische Geschichte darüber, dass wir bei krassem gesellschaftlichem Versagen gern zwar nach Schuldigen suchen können, in aller Regel aber in den eigenen Spiegel schauen sollten…

Lessingtage 2023 – Premieren des Thalia:
„Die Besessenen“ von Albert Camus (Regie: Jette Steckel) fragt: Unter welchen Bedingungen ist Freiheit eigentlich möglich? Und Huxleys „Schöne neue Welt“ in der Regie von Amir Reza Koohestani? Sie ist natürlich nicht schön. Gegen Avatare, geklonte genmanipuliert optimierte Menschen, denen das Menschliche ausgetrieben wurde, gibt es eine Rebellion, die das Menschliche – in seiner ganzen Ambivalenz – zurückersehnt…

Das Festival bildet die Welt ab, und diese ist derzeit ein Wimmelbild – schwer lesbar. Ihre Verständlichkeit hat abgenommen. Vielleicht wird sie mit Hilfe der Künste lesbarer.

Joachim Lux

Lessingtage 2023

Bomb S
helter Art Resista
nce Night

Gastspiel Center of Contemporary Art DAKH/Gogolfest, Kiew, Ukraine
28. Januar, Thalia Gauß

Danse M
acabre

Gastspiel Center of Contemporary Art DAKH/Gogolfest, Kiew, Ukraine / von den Dakh Daughters und Vlad Troitskyi
27. & 29. Januar 2023, Thalia Gauß

Taylor Mac’s A 24-Decade Hi
story of Popular Music

Gastspiel Pomegranate Arts, Nature’s Darlings, USA / von und mit Taylor Mac
10. & 11. Februar, Thalia Theater

Programm

Festival-Pass

30% sparen. Schon nach 4 Vorstellungen Ihrer Wahl.

Der Festival-Pass lohnt sich: Sie suchen sich 4 oder mehr Vorstellungen aus und erhalten  30% Rabatt. Und gratis dazu eine Stofftasche, gestaltet von Stefan Marx!

 

Erhältlich an der Tageskasse

Telefon +49 40. 32 81 44 44
theaterkasse@thalia-theater.de 

Stefa
n Marx

Auch in diesem Jahr haben wir den Künstler Stefan Marx gebeten, sich mit Überzeichnungen zu Themen des Festivals einzumischen.
Hier geht es zu seiner Website.

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