Tod eines Handlungsreisenden

Tod eine
s Handlungsr
eisenden

von Arthur Miller / Regie Sebastian Nübling
Bühne
Evi Bauer
Kostüme
Amit Epstein
Dramaturgie
Julia Lochte

sowie Team Loman (alternierend)
Berkay Bilgin, Ingmar Grapenbrade, Nils Hansen, Jarryd Haynes, Yann Mbiene, Bünyamin Pamukbasanoghi, Luca Pawelka, Lennart Packmor, Otis Packmor, Helge Rabe, Eike Reinke, William Schmidt, Laurence Volquardsen

und Viet Thanh Tran / Mengchi Wang

Der Handlungsreisende Willy Loman kann nicht mehr. Jahrelang hat er gearbeitet und sich von der Illusion tragen lassen, sich und seinem Leben eine Bedeutung geschaffen, seiner Familie, wenngleich auf Raten, ein Haus und seinen Kindern eine Zukunft gebaut zu haben. Eigentlich ein Marathonmann, fällt er plötzlich zurück im Lauf des Lebens. Der Abstand nach vorne wird in dem Maße größer, wie die Panik wächst: nicht mehr mithalten zu können in einer an Effizienzsteigerung und Selbstoptimierung orientierten, durchökonomisierten Gesellschaft. Die Kraft der Illusion – oder auch die der guten alten Lebenslüge – kann lebenserhaltend sein, ihre Zerstörung tödlich. Willy Lomans Söhne sind beide bei Weitem nicht das geworden, was aus ihnen hätte werden können und sollen. Biff revoltiert gegen die Illusionen des Vaters, Happy macht sich nicht einmal die Mühe der Revolte. Lomans Frau Linda versucht beständig alles auszubalancieren, kann aber das allgemeine Straucheln und die wachsende Verzweiflung auch nicht aufhalten. Als Willy Loman endgültig entlassen ist, fällt ihm, dem „wertlos und überflüssig“ gemachten, nichts Besseres ein, als sich in einer kurzschlussartigen Volte der Wertschöpfung seines Wertes zu versichern: indem er sich selbst entsorgt und sein Auto an einen Baum fährt, um mit dem Tod seine Lebensversicherung freizumachen, 20.000 Dollar. An seinem Grab spricht ein Freund das „Requiem“ auf den Handlungsreisenden: „Für einen Handlungsreisenden hat das Leben keinen festen Boden. Er ist ein Mann, der irgendwie in der Luft schwebt, der mit seinem Lächeln reist und mit seiner Bügelfalte. Und wenn sein Lächeln nicht mehr erwidert wird – dann stürzt seine Welt ein… Ein Handlungsreisender muss träumen. Das gehört zu seinem Beruf.“ Der alte (amerikanische) Traum, vom Menschen, der sich selber macht, ist ausgeträumt.

 

Dauer 2:10, keine Pause

Premiere 25. November 2017, Thalia Theater

PRESSESTIMMEN

„Rudolph war stark wie nie, Stachowiak super, Van Boven überragt mühelos, Galic überzeugt restlos, Porath erfreut, Aumüller begeistert“ – Stefan Grund, Die Welt, 27.11.2017

„Das Zentrum des Abends jedoch ist der wunderbar wandelbare Kristof Van Boven als Willy Loman.“ – Jenny Hoch, Die Zeit, 30.11.2017

Das Stück hat nichts an seiner Dringlichkeit verloren“ - Annette Stiekele, Hamburger Abendblatt, 27.11.2017

 

Weitere Pressestimmen
Foto: Armin SmailovicFoto: Armin SmailovicFoto: Armin SmailovicFoto: Armin SmailovicFoto: Armin SmailovicFoto: Armin SmailovicFoto: Armin SmailovicFoto: Armin SmailovicFoto: Armin SmailovicFoto: Armin SmailovicFoto: Armin SmailovicFoto: Armin SmailovicFoto: Armin SmailovicFoto: Armin SmailovicFoto: Armin SmailovicFoto: Armin SmailovicFoto: Armin SmailovicFoto: Armin SmailovicFoto: Armin SmailovicFoto: Armin Smailovic
Ausgewählte Kommentare
Das eigentlich Geniale und Einmalige an diesem Stück ist aus meiner Sicht das Zusammenspiel aus dem tatsächlichen, vordergründigen Schauspiel und den im Kopf entstehenden Bildern.
Wenn Willy Loman von den grossen Footballzeiten seines Sohnes träumt, wird der Loser zum Anführer einer trainierten wilden Truppe.
Biff soll der Star werden, aber der Vater hält nur noch die Footballrüstung in den Händen, weil der Sohn geflohen ist.
Er will mit seinen Jungs feiern gehen, aber es reicht nur zu einem Schmierenabend mit Tanz an der Stange.
Und am Ende, da träumt er von den unbeschwerten Anfängen, von einem Zuhause mit Blick auf die Natur und hält nur eine Zimmerpflanze in den Händen...
Man muss diese Bilder natürlich zulassen, aber sie kommen und wirken und machen das Sück zu einem unvergesslichen Abend.
Dirk Schneefuß, 03.12.17
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