Pygmalion

Pygma
lion

Pygmalion nach George Bernard Shaw Regie Ene-Liis Semper & Tiit Ojasoo
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"Der belgische Schauspieler Kristof Van Boven sorgt für Lacher und schöne Momente" Hamburger Abendblatt

"Der Text ist nur Inspirationsquelle für rasant choreographierte, tänzerisch animierte Körperkunst.“  Lübecker Nachrichten

Shaw nannte sein schwarzhumoriges Stück von 1912 im Untertitel eine „Romanze“, um dadurch die Zuschauererwartungen zu unterlaufen. Denn statt der erwarteten Liebesgeschichte mit Happy End verhandelte er kritisch gesellschaftliche und politische Themen seiner Zeit. Doch trotz seiner provozierenden Bemühungen kam es anders als gedacht.

Shaws Adaption des Ovidschen Mythos „Pygmalion“ wurde vom Broadway und vom Kino aufgegriffen und schließlich unter dem Titel „My Fair Lady“ weltweit als Kassenschlager mit Happy End gespielt. – Mehr als 100 Jahre später greifen die estnischen Regisseure Tiit Ojasoo und Ene-Liis Semper Shaws Vorlage wieder auf, um damit ihre Beobachtungen heutiger Verhältnisse zu erzählen. Im Mittelpunkt steht ein Erziehungsexperiment, initiiert durch eine Wette zwischen Prof. Higgins und Pickering. Beide haben das Bedürfnis, einem anderen Menschen zu einem erfolgreicheren Leben zu verhelfen: Eliza, der eigenen Welt entrissen, soll die Sprache und Verhaltensregeln der fremden Gesellschaft lernen. In nur wenigen Monaten wollen die „humanitären“ Helfer, die kein wirkliches Interesse an der Person, dafür umso mehr Interesse am Experiment als solchem zeigen, Eliza in die Gesellschaft integrieren.

Premiere am 19. März 2016

PRESSESTIMMEN

„Der belgische Schauspieler Kristof Van Boven sorgt für Lacher und schöne Momente“ - Hamburger Abendblatt

„Und der überhebliche Higgins wird von Oda Thormeyer gegeben, ist also eine Frau, ebenso wie Pickering, den Marina Galic anmutig spielt. (…) Vor allem Alexander Simon fällt auf, der im blumigen Zweiteiler Elizas Vater spielt und bisweilen leicht an Johnny Depp erinnert.“ - Hamburger Abendblatt

 

„In der Inszenierung der estnischen Regisseure Ene-Liis Semper und Tiit Ojasoo wird das Dummerchen, Eliza, zum Mann; exzellent und zuweilen rührend tapsig gespielt von dem Belgier Kristof Van Boven im pastellrosafarbenen Kleid.“ - DIE ZEIT

 

Weitere Pressestimmen
Ausgewählte Kommentare
Wir haben im Thalia selten eine Vorstellung gesehen, in der die Bewegungen und die Mimik der Schauspieler die (tragische) Botschaft des Stückes so gekonnt und und so eindringlich zum Zuschauer brachten. Die Bilder, die perfekte Choreographie der tollen Schauspieler und das Bühnenbild wirkten stärker als der gesprochene Text. Wieder ein schöner Abend im Thalia.
Joachim Netzow, 12.04.16
Pygmalion oder the West is the best?
Die estnischen Regisseure Ojasso und Semper zelebrieren einen bilderstarken Shaw. Pygmalion ein sozialkritisches Stück adaptiert an das Europa unserer Tage und den Versuch der Integration von Migranten in ein vermeintliches „Paradies“. Das Stück beginnt leichtfüßig mit perfekt ablaufenden Verhaltenskonventionen, die wie ein Perpetuum mobile über die Bühne schnurren. Doch mit der Dauer des Abends kippt diese Stimmung in böse Erkenntnisse. Eliza, ein junger Mann, will lernen sich in West-Europa zu integrieren. Professorin Higgins sieht in ihm nur ein wissenschaftliches Experiment und nicht den Menschen, wie der Doktor in Büchners Woyzeck den Woyzeck. Ojasso und Semper fassen diese Story in eine starke Bildersprache, die von den Schauspielern/innen perfekt realisiert wird. Eins der beeindruckensten Bilder ist die Szene, wo Eliza Higgins fragt, ob er das Kleid behalten darf. Higgins lässt Eliza ohne Antwort, geht es nicht vielen Migranten bei dem Versuch der Integration ähnlich? Zum Schluss hat Eliza alles gelernt und es stellt sich die Frage was bringt es ihm? Er hat sich angepasst und eigene Wurzeln verloren? Er hat den Westen erreicht und sich vermeintlich integriert aber hat er in einer Welt der Klassenunterschiede etwas gewonnen? Dank für diese bilderstarke Pygmalion Inszenierung, die kritische Fragen an die derzeitige westeuropäische Politik und Gesellschaft stellt.
Ein Theaternarr Reiner Schmedemann
Reiner Schmedemann, 12.04.16
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