Paradies

Pa
radies

fluten / hungern / spielen / von Thomas Köck / Regie Christopher Rüping / Erstaufführung
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Ein ICE rast ungebremst durch Europa. Draußen ziehen Bilder vorbei: Ausbeutung und Selbstausbeutung im Zeitalter des Kapitalismus. Thomas Köck sammelt und collagiert Szenen von Krisen, Fehleinschätzungen, versagenden Routinen und Paranoia, die den Alltag bestimmen. Zwei Kinder stehen vor der verschlossenen Tür des Zimmers ihres Vaters im Krankenhaus. Er hat sich selbst im Keller angezündet. Sie trauen sich nicht hinein. In China machen sich ein Mann und eine Frau auf den Weg, um illegal in Italien einzuwandern, wo sie die gleichen Arbeitsbedingungen vorfinden wie zuhause: "Made in Italy". Eine Kriegsreporterin sitzt in einem Luxushotel in der Wüste fest. Der Kautschukboom im 19. Jahrhundert prallt auf das Schicksal einer Tänzerin im Heute. Sie praktiziert die kapitalistische Logik der Selbstoptimierung auf wahnwitzige Weise. Ein Mann fährt aus der Stadt, raus an den sozialen Rand, wo er aufgewachsen ist. Ein Schaffner sagt: "Wir sind falsch abgebogen, schon vor Jahrzehnten oder vor Jahrhunderten, was weiß denn ich, seit wann wir hier schon im Kreis herum fahren."

Christopher Rüping inszeniert mit "Paradies", eine verdichtete Version von Thomas Köcks kompletter "Klimatrilogie": "Der Text ist durchzogen von Bildern, von historischen und gegenwärtigen Realitäten, von realen Personen und Orten."

 

 Dauer: 2:10h, ohne Pause

Premiere 5. September 2020, Thalia Theater

PRESSESTIMMEN

„Regie führte Christopher Rüping, einer der spannendsten Jungregisseure Deutschlands mit einem Händchen für hochenergetische Produktionen, in denen sich kluges Bühnenhandwerk, antreibende Livemusik und angstfreies Spiel kraftvoll verbinden. In „Paradies“ kombiniert Rüping diese Elemente zu einem fesselnden Theaterabend, der vor Energie und Sinnhaftigkeit strotzt. Fotografien und projizierte Textpassagen geben der Inszenierung eine Idee von Dokumentartheater, während Peter Baurs Bühnenbild für fließende Übergänge zwischen den Episoden sorgt.“ - A.J. Goldmann, New York Times, 01.10.2020

 

„Furchtlose Regie, beachtliches Spiel und fast schon zu schöne Musik.“ - Annette Stiekele, Hamburger Abendblatt, 07.09.2020

 

„Ein großartiger Abend, ein Abend darüber, dass wir endlich unsere Bilder über Bord werfen müssen, um neu zu sehen.“ - Peter Helling, NDR 90,3, 7.09.2020

 

Weitere Pressestimmen
Foto: Krafft AngererFoto: Krafft AngererFoto: Krafft AngererFoto: Krafft AngererFoto: Krafft AngererFoto: Krafft AngererFoto: Krafft AngererFoto: Krafft AngererFoto: Krafft Angerer
Ausgewählte Kommentare
Unbedingt sehens- und hörenswert! Jung, frisch, neu, traurig. Danke für diese Inszenierung!
Dagmar Brehmer-Neumann, 28.09.20
Ich habe lange überlegt, ob diese Inszenierung bei mir funktioniert und mich in ihrem Bann gezogen hat.
Sie fängt sehr spröde an, es wird nur über die Protagonisten gesprochen, diese werden nicht selber gespielt.
Erst in der Mitte kamen für mich die ersten wirklich berührenden Momente bei der Reportage über die Kautschukgewinnung. Ein einziges Bild genügte...
Zum Ende hin spielten die Schauspieler wirklich, Sie waren betroffen und ich war es auch.
So hätte ich mir berührendes Theater zur Globalisierung gewünscht.
Hier gab es zwar super tolle Musik, ein sehr aufwändiges und technisches Bühnenbild, aber für mich zu wenig Gefühl ...
Dirk Schneefuss, 12.10.20
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