Hotel Savoy

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otel Savoy

von Joseph Roth / Regie Charlotte Sprenger

Der Krieg ist vorbei. Der Heimkehrer Gabriel Dan macht Station in einer kleinen östlichen Provinzstadt, „einer Stadt des Regens und der Trostlosigkeit“. Er checkt im Hotel Savoy ein, um sich nach einer langen Wanderung für ein paar Tage auszuruhen. Er hofft, von einem wohlhabenden Verwandten, der in der Stadt lebt, Geld für die Weiterreise zu erhalten. Nachdem sich der Plan nicht erfüllt, bleibt Gabriel Dan für mehrere Wochen im Hotel Savoy und trifft bei seinen Streifzügen durch die verschiedenen Stockwerke und Zimmer dessen seltsame Gäste: einen geheimnisvollen Liftboy, einen Lotterieträumer, eine schöne Varietétänzerin, einen Souffleur, der eigentlich Regie führen wollte und einen sterbenden Clown, der seinem traurigen Esel Kunststücke beibringt. Die Welt ist aus den Fugen, und die Hotelgäste warten auf eine große Veränderung oder die Ankunft eines Milliardärs aus Amerika. „Die großen Ereignisse pflegen überraschend zu kommen, und jede Erwartung bewirkt nur, dass sie zögern.“ Zufällig begegnet Gabriel Dan seinem alten Kameraden Zwonimir Pansin, der dem Hotel Savoy verfällt und sich mit seiner Liebe zu Aufregung und Unruhe als Agitator aufschwingt: „Die Revolution ist da.“

 

In einem Brief an seinen Verleger schreibt Joseph Roth: „Ich habe keine Heimat, wenn ich von der Tatsache absehe, dass ich in mir selbst zu Hause bin und mich bei mir heimisch fühle. Wenn ich mich nur einmal verlasse, verliere ich mich auch. Deshalb achte ich peinlich darauf, immer bei mir zu bleiben.“

 

Charlotte Sprenger adaptiert „Hotel Savoy“ (1924) von Joseph Roth für die Bühne. Der Roman spielt zwischen den Kriegen und porträtiert eine Generation, die ihre Heimat verloren hat und in eine ungewisse Zukunft geht.

 

 

Premiere am 11. September 2022, Thalia Gauß