Der Fremde

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von Albert Camus / in einer Fassung von Jette Steckel und Katrin Sadlowski / Regie Jette Steckel
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„Ein Zeichen sind wir, deutungslos, schmerzlos sind wir und haben fast die Sprache in der Fremde verloren.“ (Friedrich Hölderlin) 

Der deutlich autobiografische Held der Erzählung ist ein Antiheld – passiv und indifferent. Ein Ja-Sager, der der Welt gleichgültig gegenüber steht, weil in ihr alles gleich zu gelten scheint. Den Tod der Mutter im Altersheim, die Affäre mit einer Kollegin – alles kann man ertragen, sogar schön finden – auch absichtslos (?) einen Mord zu begehen, bringt einen nicht unbedingt aus der Fassung, schafft allerdings Unruhe und Unannehmlichkeiten, die den Zeitfluss durcheinander bringen. Aber was wäre der Mensch, wenn er sich nicht auch mit seinen Verbrechen arrangieren könnte und sogar mit der zu erwartenden Todesstrafe, die am Ende doch jeden erwartet, sei er nun schuldig oder unschuldig? 

 

Jette Steckel bringt Albert Camus’ „Der Fremde“ auf die Bühne, das Schlüsselwerk der Philosophie des Absurden. Auch 70 Jahre nach seiner Entstehung hat dieses Werk nichts von seiner beunruhigenden Kraft verloren.

 

Dauer 1:35h, keine Pause

Premiere 28. Oktober 2011, Thalia Gauß
PRESSESTIMMEN

„Ein Schuss peitscht durch die Stille. Noch hat er sein Ziel verfehlt. Diese Szene hätte jeden James-Bond-Streifen veredelt: Sie ist lautstarker Auftakt eines minimalistischen, philosophischen Spiels, das Regisseurin Jette Steckel mit der Bühnenfassung von Albert Camus' Roman "Der Fremde" im Thalia in der Gaußstraße am Freitagabend zur Premiere brachte.“ - Hamburger Abendblatt

Das ist eben die große Kunst der Jette Steckel: Ihre Inszenierungen einerseits mit einer Grundform wie mit einem Paukenschlag zu erden und nebenher mit immer wieder mit kleinen, überraschenden und zugleich ganz logischen Regieeinfällen aufzufrischen, die ihre vier Schauspieler grandios umzusetzen und auszufüllen verstehen.“ - Die Welt

 

„Hier wechseln die vier Schauspieler im einheitlichen Schwarzweiß der Pariser Intellektuellen-Mode im Minutentakt die Rollen. Mirco Kreibich, Daniel Lommatzsch, Julian Greis und Franziska Hartmann sind einer und alle gleichzeitig. Fremdheit, so versteht man schnell, ist nur eine Frage der Perspektive, ein dauerndes Rollenspiel mit ständig wechselnder Gewinn- und Verlustrechnung.“ - Süddeutsche Zeitung

 

„Steckel interessiert dann auch vor allem die Bedeutung des Absurden für die Lebenden. Der Zuschauer durchleidet eine Art existenzieller Nahtod-Erfahrung im Rücklauf. Das ist schlüssig, aber konfrontiert auch aufrichtig. Und hebt das Geschehen über den reinen Diskurs hinaus. [...] "Nichts ist von Bedeutung", lässt sie den erhitzten Daniel Lommatzsch als Meursault sagen, als er schließlich zum Tode verurteilt wird. Da hat sich der Zwiespalt längst durch das intensive Spiel vermittelt.“ - Hamburger Abendblatt

 

„Wenn das Licht ausgeht, ernten alle Beteiligten begeisterten Jubel.“ - Süddeutsche Zeitung

 

„Der Applaus steigert sich und wächst an, nachdem die Zuschauer langsam wieder aufgetaucht sind, die Welt der Jette Steckel wieder nach und nach verlassen, lange noch benommen wie die Schauspieler auch.“ - Die Welt

Ausgewählte Kommentare
Schade, dass sie Filterzigaretten geraucht haben. Das hätte Camus niemals geduldet. Ansonsten sehr konzentrierte Leistung.
Aus dem Gästebuch, 31.10.12
Großartig , die Aufführung gestern! Sehr dicht und durchweg mitreißend und berührend, wir haben etwas Besonderes erleben dürfen, dafür herzlichen Dank von langjährigen treuen Thaliafans. Alles stimmte : die Bühne, die tollen Schauspieler, die Musik und auch der beklemmende Flyer. Herzliche Grüsse!
Aus dem Gästebuch, 18.09.12
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