Theater & Universität im Gespräch

Theater und Universität im Gespräch
Symposium XVIII: Nibelungen! Der ganze Ring
nach Richard Wagner, Friedrich Hebbel und Altvätern


Antú Romero Nunes, seit dieser Spielzeit Hausregisseur am Thalia Theater Hamburg, erzählt in seinem vierteiligen Zyklus „NIBELUNGEN!“ in szenischen Bildern vom Beginn der Welt als Entwicklung zur Sprache. Doch haust im sprachlichen Kosmos die Kunst der Verstellung. Durch List und Trug setzt sich der Wille zur Macht durch und werden zugleich Verträge, Liebe und Treueschwüre unterminiert. Die Inszenierung dieser Menschheitsgeschichte von ihren mythischen Anfängen bis hin zur politisch-strategischen Sphäre basiert auf einem reichen Schatz literarischer Vorlagen. Sagen über das in den Tiefen des Rheins liegende Gold der Nibelungen, den Drachentöter Siegfried und die Zerstörung der Burgunden durch die Hunnen gehen bis auf das 5. Jahrhundert zurück und erleben im Mittelalter eine erste Blütezeit. Sie entwickeln Vorstellungen von Unsterblichkeit, die Gewähr der Liebe durch Versprechen sowie Machterhalt durch Verträge, um diese auf hochdramatische Weise zu kippen.
Die Wiederentdeckung und Neuausdeutung des Nibelungenliedes als nationalen Mythos führte im 19. Jahrhundert zu wirkmächtigen Bühnenadaptionen. Friedrich Hebbel bringt 1861 sein dreiteiliges Charakter-Drama „Die Nibelungen“ auf die Bühne, fünfzehn Jahre später Richard Wagner ein umfänglicheres „Bühnenfestspiel für drei Tage und einen Vorabend“. Der Musikdramatiker entwirft mit seinem „Der Ring des Nibelungen“ einen ganz eigenen (Bühnen-)Mythos über den Anfang des Kosmos, die kulturelle Entwicklung des Menschen und die Erlösung der Welt durch ein Stellvertreteropfer. Als Auseinandersetzung mit diesen Bearbeitungen und zugleich konsequente Neuinterpretation ist Antú Romero Nunes’ aufsehenerregende Theaterproduktion „NIBELUNGEN!“ angelegt. Das Symposium hebt den Bedeutungsreichtum des Nibelungen-Stoffes in den Blick und fragt nach den medialen Adaptionen und kulturellen Prozessen, die in der Inszenierung Verhandlung finden.

Mit Joachim Lux (Intendant Thalia Theater), Sandra Küpper (Dramaturgin Thalia Theater) Prof. Dr. Ortrud Gutjahr (Universität Hamburg), Dr. Martin Schneider (Universität Hamburg), Prof. em. Dr. Dr. h.c. Udo Bermbach (Universität Hamburg), PD Dr. Michael Jaeger (Freie Universität Berlin), Prof. Dr. Susanne Vill (Universität Wien), Prof. Dr. Martin Schäfer (Universität Hamburg) und dem Ensemble der Inszenierung „Nibelungen! Der ganze Ring“
Koordination Prof. Dr. Ortrud Gutjahr (Universität Hamburg) in Verbindung mit dem Thalia Theater Hamburg



 

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