Srebrenica

Srebrenica – „I
counted my rema
ining life in seconds…“

Ein Projekt von Branko Šimić und Armin Smailovic
Ausstattung
Ute Radler
Dramaturgie
Susanne Meister
Bilddokumentation
Armin Smailovic

Bosnien und Herzegowina 1995: Innerhalb von 5 Tagen werden in Srebrenica 8000 Männer ermordet, obwohl die Stadt zu dieser Zeit UN-Schutzzone ist. Genau 20 Jahre später begeben sich Fotograf Armin Smailovic und Regisseur Branko Šimi´c auf Spurensuche und entwerfen eine minimalistische, dokumentarische Theaterkomposition im Spannungsfeld dreier Biografien.

Bosnien und Herzegowina 1995: Innerhalb von 5 Tagen werden in Srebrenica 8000 bosnisch-muslimische Jungen und Männer ermordet, obwohl die Stadt zu dieser Zeit UN-­Schutzzone ist. Genau 20 Jahre später begeben sich Fotograf Armin Smailovic und Regisseur Branko Šimić, beide aus Bosnien und Herzegowina, mit ihrem dokumentarischen Theaterprojekt auf Spurensuche und entwerfen eine minimalistische Theaterkompo­sition im Spannungsfeld Opfer – Täter – Zuschauer. 


„Srebrenica – ‚I counted my remaining life in seconds…‘“ basiert auf den Biografien von drei Männern: Ein Überlebender des Völkermords, heute einer der Hauptzeugen vor dem Den Haager Tribunal, ein holländischer UN-­Soldat, der 1995 in der Stadt stationiert war, und ein Soldat der bosnisch­-serbischen Kommandoeinheit, der heute mit komplett neuer Identität lebt. Der Fotograf Armin Smailovic hat die Biografien der Zeugen in tau­senden von Fotografien nacherzählt, die die ästhetische Basis des Projekts bilden. Smailovic führte persönliche Interviews; Protokolle der Aussagen in Den Haag komplettieren die Materialsammlung. Gemein­sam mit Regisseur Branko Šimić entsteht ein Projekt zwischen Be­richterstattung, persönlichem Schicksal und politischer Metaebene, das die Dimension des größten Kriegsverbrechens in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg auf die Bühne bringt und seine fatalen Folgen für die politische Welt(un)ordnung der letzten 20 Jahre beleuchtet.

Mit Musik von Damir Avdić und Vernesa Berbo

 

Dauer 1:30h, keine Pause
Uraufführung 3. Dezember 2015, Thalia Gauß (Garage)

Gefördert von:

 

        

PRESSESTIMMEN

„So emotional wie es eine TV-Dokumentation niemals leisten könnte… ein bedrückendes Geschichtspanorama, dessen Aktualität heute niemand lange suchen muss.“ - Deutschlandradio Kultur

Der Kunstgriff, den das Regieteam um Branko Šimić gefunden hat, ist ebenso einfach wie überzeugend. Jens Harzer schlüpft nicht in die Rolle Ahmos, sondern leiht ihm nur seine Stimme. (...) Jens Harzer zitiert ihn und hört ihm zugleich dabei zu: verwundert, berührt und mitfühlend. Und wie er das transportiert, ist meisterhaft.“ - NDR

„Jens Harzer und Vernesa Berbo leihen ihnen ihre Stimmen und erzählen die Geschichten in beunruhigender Unbeständigkeit. Mal verschmelzen sie mit der Rolle, mal wird die Distanz zwischen Erzähler und erzählter Figur sehr klar. (...) So gelingt es, das Unbegreifliche des Massakers greifbarer zu machen.“ - Die WELT

90 aufwühlende Minuten“ - Hamburger Morgenpost

Foto: Armin SmailovicFoto: Armin SmailovicFoto: Armin Smailovic
Ausgewählte Kommentare
Was im Kommentar oben beschrieben wurde, habe ich genauso empfunden. Tief beeindruckt hat mich die schauspielerische Leistung von Jens Harzer.
Ursula Schmitt, 15.07.16
Vor 2 Wochen sah ich das Stück "Srebrenica" und ich bin immer noch tief bewegt. Niemand wollte mit mir in dieses schwere Stück gehen und sich diesem Schrecken, welcher mitten in Europa möglich war, aussetzen. Ich ging allein, weil mich die Frage nach dem "Warum?" seit dem Krieg in Bosnien-Herzegowina nicht los gelassen hat. Im Stück kommen ein Überlebender, ein niederländischer UN-Soldat und ein Soldat der bosnisch / serbischen Armee durch Ton- und Bilddokumente sowie durch gesprochene biografische Texte zu Wort. Als Zuschauer erfährt man, wie alle drei Menschen in eine extreme Tunnelsituation geraten, in der sie nur mehr reagieren und nicht selbstbestimmt entscheiden können. Vielen Dank an Branko Simic, Armin Smailovic, Vernesa Berbo und Jens Harzer, dass sie diesen drei Menschen mit ihrem Stück - stellvertretend für die vielen anderen - eine Stimme verliehen haben. Vielen Dank an Euch, dass Ihr für die Betroffenen und für uns Zuschauer, das Grauen so nah an euch gelassen habt, um diesem eine Stimme zu geben. Die bildhaften, biografischen Texte von Vernesa Berbo und Jens Harzer werden so gesprochen, dass es mir als Zuschauerin möglich war, den schrecklichen Schilderungen zu hören zu können. Jens Harzer sprach die biografischen Texte eines Überlebenden ohne je ins Publikum zu schauen. Auch wenn die Frage "Warum?" nicht im Zentrum des Stückes stand, habe ich für mich durch das Publikumsgespräch im Anschluss an das Stück tiefere Antworten gefunden. Vielen Dank dafür.
Grit, 29.02.16
BEITRÄGE