Im Herzen der Gewalt

Im Herzen der G
ewalt

Im Herzen der Gewalt von Édouard Louis Regie Franziska Autzen
Ausstattung
Sina Brüggemann
Dramaturgie
Matthias Günther
Mit
Sebastian Jakob Doppelbauer
Toini Ruhnke

Auf der Straße begegnet Édouard einem jungen Mann. Er heißt Reda. Ein Flirt beginnt. Er nimmt ihn mit nach Hause. Eine schöne Nacht, doch sie wird Édouards Leben nachhaltig verändern, als Reda ihn mit einer Pistole bedroht, fesselt und vergewaltigt. Édouard flieht aus Paris zu seiner Schwester Clara in die Provinz, aus der er einst verschwand, beschimpft als Schwuchtel und behandelt wie ein Aussätziger. Lauschend hinter einer Tür wird Édouard Zeuge, wie seine Schwester Clara ihrem Mann die Geschichte dieser verhängnisvollen Nacht erzählt und kommentiert.

Ist das noch seine eigene Geschichte?

Alles in Édouards Kopf dreht sich um diese Erfahrung im „Herzen der Gewalt“, um seine Scham, überhaupt darüber zu sprechen, seine verspätete Anzeige bei der Polizei, die Untersuchungen und Befragungen durch Juristen, Ärzte und Polizisten. Er fühlt sich seiner Geschichte beraubt und er wird mit dem Rassismus der Beamten konfrontiert, die im Polizeijargon von dem Täter bloß als „maghrebinischem Typus“ sprechen. „Für sie“, so Édouard, „implizierte maghrebinischer Typus keine geographische Information, sondern bedeutete schlicht Schurke, Übeltäter, Krimineller.“

Édouard Louis, der mit seinem autobiografschen Roman „Das Ende von Eddy“ zum Shootingstar der französischen Literatur avancierte, thematisiert auch in seinem zweiten Roman die strukturelle und physische Gewalt, die Sprache und Politik ausüben. „Unsere Welt ist tief von Gewalt geprägt“, sagt Édouard Louis, „Die einzige Möglichkeit, die Gewalt zu bekämpfen, ist, darüber zu sprechen."


Premiere 9. September 2018, Thalia Gauss (Garage)

PRESSESTIMMEN

"Ein eindringliches Kammerspiel" - Katrin Ullmann, taz nord, 18.9.2018

"Dank einer Regie, die sich auf das Wesentliche beschränkt, und dem Spiel zweier Darsteller, die keine Scheu zeigen, bis an ihre Grenzen zu gehen, ist dieser kurzweilige Abend politisches Statement, Seelenschau und nicht zuletzt Theater, über das nachzudenken sich lohnt." - Sören Ingwersen, Szene Hamburg, Oktober 2018


"Die Besetzung ist ein großes Glück: Sebastian Jakob Doppelbauer ist Gast am Haus und spielt Édouard, Toini Ruhnke - seit dieser Spielzeit festes Ensemblemitglied am Thalia Theater - dessen Schwester Clara" - Katrin Ullmann, taz nord, 18.9.2018

"Sebastian Jakob Doppelbauer und Toini Ruhnke werfen aus fanz unterschiedlichen Richtungen Schlaglichter auf Èdouards Geschichte, lassen kurze Szenen aufblitzen und versprühen in scharfkantigen Dialogen reichlich Geschwistergift." - Sören Ingwersen, Szene Hamburg, Oktober 2018

"Ein intensiver Abend" - Katrin Ullmann, taz nord, 18.9.2018

"Mit nur wenigen Mitteln und vielen Zwischentönen baut Autzen fast spielerische Szenen, leicht und in ihrer Leichtigkeit so trügerisch" - Katrin Ullmann, taz nord, 18.9.2018

"Hochenergetisch" - Katrin Ullmann, taz nord, 18.9.2018

"Durch das ergreifend verbindliche Spiel von Sebastian Jakob Doppelbauer, durch seine unausweichliche, faszinierende sympathisierende Direktheit ist dieser Édouard einem ganz nah, bis unter die Haut nah." - Katrin Ullmann, taz nord, 18.9.2018

Foto: Krafft Angerer
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