Im Gespr
äch mit...

...ist eine feste Rubrik in unserem Thalia jung&mehr E-Mail-Newsletter, in der iwir m direkten Gespräch mit Thalia Treffpunkt-Leiterinnen und -Leitern, Lehrerinnen und Lehrern oder Gruppen über unsere Projekte, Arbeiten und Werke berichten.

Im Gespräch mit…

...Ute Grütter (Leiterin des Jugendmigrationsdienstes des Christlichen Jugenddorfwerks Deutschlands e.V. (CJD)). Das Gespräch führte Neele von Döhren.

 

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Durch Corona hat sich viel verändert. Wie konnten Sie die Veränderungen in ihrer Arbeit wahrnehmen?
Im Januar kamen in unsere offene Sprechstunde 40 bis 50 Ratsuchende mit Fragen zu Aufenthalt, Schule, Ausbildung, Arbeit, Freizeit, usw. Es war voll, laut und lebendig. Ab dem 14. März haben wir dann schnell die Kurse und die offene Sprechstunde geschlossen, damit war es plötzlich sehr ruhig. Die Lebendigkeit der vielen Menschen, die sich einfach begegnen, treffen, austauschen, war weg. Inzwischen vergeben wir stündlich wieder Termine.

 

Also gibt es auch positive Veränderungen?
Ja, auf jeden Fall. Wir arbeiten u.a. zusammen mit den Jobcentern, dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) und der Ausländerbehörde, haben im Jugendmigrationsdienst vor allem mit rechtlichen und sozialen Fragen sowie mit Existenzfragen zu tun. Durch die veränderte Situation erreichen wir die Jobcenter telefonisch besser und selbst die Ausländerbehörde ruft zurück. Es geht entspannter zu. Vorher war man häufig in der Warteschleife, wurde weitergeschickt und vertröstet. Jetzt können wir im Grunde genommen mehr erreichen, durch die Limitierung der Termine allerdings für weniger Personen. Wir nutzten unsere so gewonnene Zeit für Konzeptarbeit und Online-Workshops.

 

Lässt sich der Ausfall der Integrations- und Sprachkurse auffangen?
Bei den Integrationskursen haben wir Online-Kurse angeboten. Seitens des BAMF konnten wir pro Kurs vier bis fünf Teilnehmer*innen aufnehmen. Die zu finden, war allerdings gar nicht so einfach, weil unsere Klient*innen technisch häufig nicht so gut ausgestattet sind. Aber wir haben genug Interessierte gefunden.

 

Und wie ist die Lage an den Schulen? Sind Schüler*innen mit Migrations- oder Fluchthintergrund noch stärker von den Schulschließungen betroffen als die anderen?
Die Jugendlichen, die wir betreuen, besuchen in den meisten Fällen Berufsschulen. Von dort konnten sie so gut wie gar nicht aufgefangen werden. Sie können kein Homeschooling machen, haben keine Eltern oder wenn sie mit ihren Eltern hier sind, können diese sie nicht im Lernen unterstützen. Die Jugendlichen müssen alles selbst regeln und dass häufig ohne technisches Equipment. Viele haben versucht über ihre Smartphones den Unterricht irgendwie zu verfolgen, aber dann aufgegeben. Erstens, weil sie die Aufgaben häufig nicht verstanden hatten, und zweitens, weil häufig Arbeitsblätter, ohne sie auszudrucken, nicht zu bearbeiten waren. Also im Grunde genommen haben die Jugendlichen die letzten drei Monate kaum etwas machen können und vieles zuvor Gelernte wieder vergessen.

 

Die Aktion „Leave No One Behind” macht auf die Situation an Europas Außengrenzen aufmerksam, aber wie ist die Lage innerhalb von Deutschland? Schafft Deutschland es, niemanden zurückzulassen?
Die Lage in den Flüchtlingslagern auf den griechischen Inseln ist dramatisch und kaum zu ertragen. Das kann man sicherlich mit hier nicht vergleichen. Hier sind die Unterkünfte deutlich besser, natürlich auch dadurch, dass weniger Menschen in den Unterkünften wohnen. Die Unterbringungen sind sauber, die Geflüchteten müssen nicht hungern, können sich regelmäßig die Hände waschen. Aber geistige Anregungen gibt es nicht, außer vielleicht über das Smartphone. Und viele sind es nicht gewohnt, selbstständig zu lernen. Es fehlt einfach der Anreiz und die klare Orientierung. Ob Deutschland es schafft, niemanden zurückzulassen, ist tatsächlich die Frage. Diese Frage, entsprechend dem CJD-Motto „Niemand darf verloren gehen“, sollte nach Corona näher erforscht werden. Ich würde sagen, dass ein Großteil unserer Klient*innen finanziell relativ abgesichert ist, da sie von den Jobcentern erfasst sind und in ihrer Arbeitssuche unterstützt werden.

 

Was sollte also getan werden, um wirklich niemanden zurückzulassen?
Wenn wir die Teilnehmer*innen der Kurse fragen, was sie brauchen oder was ihnen fehlt, kommt immer dieselbe Antwort: Kontakte zu Einheimischen. Also das Ankommen im normalen Leben entsprechend der Interessen, beruflichen Ziele und Hobbys. Nicht verloren gehen heißt auch, wie kann jemand Bildung erfahren, der in seiner Heimat Bildung zumindest anders oder gar nicht hatte. Was in dieser Zeit fehlt ist, sich zu berühren, sich zu begegnen und miteinander etwas zu erleben und zu entwickeln. Wir wollen künftig bei Themen wie Umwelt- und Klimaschutz, Massentierhaltung, Gesundheit, Ernährung etc., all die Themen, die gerade diskutiert werden, Fragen und Wünsche nach Veränderungen an unsere Zielgruppe herantragen und ein Bewusstsein dafür schaffen, dass jede*r (s)ein eigenes Interesse finden und sich dafür einsetzen kann. Was ich mir momentan auch wünsche, ist eine neue Anti-Rassismus-Bewegung. Ich wünsche mir, dass vor allem junge Menschen aufstehen und aktiv werden und gegen das protestieren, was gerade weltweit passiert. Das gelingt besser, wenn ich weiß, wer ich bin und was ich will. Wenn Menschen selbstbewusst genug sind, Dinge nicht hinzunehmen, sondern zu hinterfragen, eigene Meinungen zu bilden und sich einzusetzen, ist viel gewonnen.

 

Was sollte erhalten bleiben von dem, was man in den letzten Monaten gezwungenermaßen neu entwickeln musste?
Erhalten und ausgebaut werden sollten die Online-Seminare, gerade die zu interkulturellen Fragen für Institutionen und Behörden, denn hier herrscht noch viel offener, aber auch versteckter Rassismus. Über die Online-Seminare hat man neue Möglichkeiten mehr Menschen zu erreichen, die man sonst nicht erreichen würde. Auch das Zuhören ist etwas, das wir alle wieder mehr lernen sollten sowie die Selbstreflexion. Damit kann gelingen, dass das Motto „Niemand darf verloren gehen“ sich einhalten lässt. Noch leben wir in einer Welt voller Rassismus, Antisemitismus, Populismus, Narzissmus und viel Gewalt an Worten und Taten.

Im Gespräch mit…

 

...dem jungen Eisenhans.

Das sind u.a. der Eisenhans-Schauspieler Milan K. und die Eltern Franziska K., Petra J. und Stefan S.

Das Gespräch führten Neele von Döhren und Lea Wendschuh.

 

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Die Eisenhans-Jugend-Gruppe würde normalerweise jeden Mittwoch zu einer Probe zusammenkommen. Könnt ihr einen kurzen Einblick geben, wie ein typischer Mittwoch im Januar aussah und wie der Mittwoch jetzt aussieht?

FRANZISKA: Der Mittwoch war immer ein anstrengender Tag. Milan hatte schon drei Tage Schule und Judo hintersich, aber die Probe war immer ein Termin, der nie ausfallen durfte, egal, was war, das war oberwichtig.
PETRA: Es war immer ein langer Tag, aber eben auch sehr bereichernd. Ja und jetzt sieht der Mittwoch völlig anders aus. Jetzt sind wir zuhause und warten bis die Projektleiterin Lea Wendschuh uns anruft und uns eine neue Aufgabe gibt. Diese verteilen wir dann aber über die ganze Woche.
FRANZISKA: Mittwoch bleibt die Mitte der Woche, aber man hat nichts mehr zu tun. Wir freuen uns immer, wenn ihr uns Aufträge gebt. Dann ist Milan immer schwer motiviert und wir müssen das immer sofort umsetzen, weil wir endlich was Sinniges zu tun haben.

 

Proben nur via Videokonferenz oder Aufträge per Telefon fordern ein hohes Maß an Selbstinitiative. Viele Theatergruppen stehen diesen neuen Herausforderungen gegenüber und kämpfen sich durch. Wie schätzt ihr das als Eltern ein, ist diese Form der Theaterarbeit mit Kindern/Jugendlichen mit Behinderung möglich?

STEFAN: Lina wohnt in einer Wohngruppe ohne eigenen Zugang zum Internet. Dadurch würde sich diese Online-Möglichkeit tatsächlich nur auf jedes zweite Wochenende beschränken, weil da Besuchswochenende ist. Das schränkt natürlich ein.
FRANZISKA: Also für uns ist es jetzt nicht so schwierig, aber ich glaube nicht, dass ich im Ansatz euch ergänzen kann. Es ist halt ein ganz neues Terrain, ich bin kein Theaterprofi.
PETRA: Also ich denke, dass es definitiv schwieriger ist, mit diesen besonderen Kindern oder Jugendlichen zu arbeiten, weil die Motivation schwierig ist. Es ist etwas anderes, ob ich etwas sage oder Lea. Die Eigeninitiative, die hat Kathi zum Beispiel gar nicht. Es wird ihr jetzt schwer fallen, das so alleine zu machen.

 

Theater ist ja ein Ort der Begegnung. Was bedeutet es euch, dass die Proben nicht mehr stattfinden und die Begegnung damit nicht mehr gegeben ist?

STEFAN: Lina fehlt das ganz extrem. Für sie ist das wirklich, ich will nicht sagen eine Katastrophe, aber wirklich ätzend. Das ist geistiger Input für sie. Sich auf eine Bühne zu stellen und sich zu präsentieren, das ist echt ihre Welt und das fehlt ihr im Moment ganz, ganz extrem.
PETRA: Der Austausch fehlt. Milan schickt Kathi zwar auch, was er so aufgenommen hat und dann hat man schon so ein bisschen Feedback, aber es ist eben doch sehr einsam. Da fehlt schon was, Theater ist dann irgendwie mehr als das man da alleine steht und spielt.
MILAN: Theater ist mir wichtig und jetzt geht auf-der-Bühne-stehen-und-präsentieren nicht mehr. Das fehlt mir richtig und es macht Spaß mit der Gruppe zu proben.
FRANZISKA: Da fehlt dann der Interaktionismus. Man sieht nicht, was dabei rauskommt. Sonst habt ihr einfach einen Verlauf, der für euch alle spürbar und sichtbar ist.

 

Zum Abschluss noch eine Frage: wie findet ihr es, dass wir trotz der schwierigen Umstände weiter Arbeiten und als Ergebnis ein Video beim Grenzgänger Festival präsentieren wollen?

MILAN: Für mich soll Theater immer bleiben. Deswegen finde ich das gut.
FRANZISKA: Wir finden es super, dass ihr uns in dieser Zeit treu bleibt und wir einen Film am Ende haben werden, den man sich immer wieder angucken kann.

PETRA: Wir freuen uns sehr, dass der Bezug zum Theater und euch so bestehen bleibt und wir am Ende sogar noch etwas in der Hand halten. Kathi hält gerade auch beide Daumen hoch

Im Gespräch mit...

...Pascal Houdus und Steffen SiegMund

 

Pascal Houdus und Steffen Siegmund leiten seit November 2019 die Thalia Treffpunkt-Jugendtheatergruppe VOODOOKINDER. Ihr zweites Projekt mit der Gruppe basiert auf Shakespeares Hamlet. Die Proben dazu begannen im Februar und finden nun über Zoom-Videokonferenzen statt. Teil der Gruppe sind neben 13 Jugendlichen auch noch Thalia-Ausstattungsassistentin Nadja Zeller sowie  die Theaterpädagogin Janka Kenk, die das folgende Interview führte.


Was interessiert Euch am Hamlet-Stoff?

Pascal: Was es mit einem Menschen macht und wie man damit umgeht, wenn plötzlich andere Umstände herrschen und andere Gesetze gelten. Das kann man auch auf die aktuelle Situation beziehen.

Steffen: Hamlet ist einer der am häufigsten gespielten Stoffe der Welt, dessen Grundplot aber auch dem vieler Serienformate wie GZSZ ähnelt: Der Onkel bringt den Vater um, die Mutter fängt was mit dem Onkel an und daraufhin dreht der Sohn durch. In Hamlet kommt dazu noch die Ebene des Schauspiels, die Größe der Fragen, die gestellt werden und Sätze, die eine Allgemeingültigkeit haben und auf viele Situationen, auch auf die aktuelle, zutreffen: „Die Welt ist aus den Fugen“ oder „Ist es Wahnsinn, so hat es doch Methode.“

 

Durch die Allgemeingültigkeit der Themen in Hamlet ist also auch eine Verbindung des Stoffes mit Eurer Gruppe möglich?

Steffen: Auch junge Spieler*innen beschäftigen sich mit diesen Themen. Ich finde, dass die Themen keinen 30 – 40-jährigen Hamlet brauchen, sondern dass auch eine 17-jährige Schülerin Hamlet spielen kann, wie es bei uns der Fall ist. Die Fragen, die Hamlet beschäftigen sind für jeden Menschen relevant, der anfängt zu denken.

Pascal: Der Hamlet-Stoff befasst sich mit großen philosophischen, soziologischen Fragen, aber auch mit alltäglichen Dingen wie Liebe, Eifersucht, Freundschaft. Ich finde es spannend, junge Leute mit so einem Text zu konfrontieren und dafür zusätzlich Frank-Patrick Steckels Übersetzung nehmen, die erstmal nicht so leicht zugänglich ist.

 

Wie sieht der weitere Probenverlauf mit den VOODOOKINDERN aus?

Steffen: Wir gehen von einer Premiere im Juni aus. Wir denken sowohl darüber nach, wie wir diese auf einer Bühne zeigen könnten, als auch darüber, wie das bei Zoom aussehen könnte. Wir überlegen, was für neue Kunstformen aus der Situation entstehen können. Wie funktioniert es, wenn Hamlet nie mit jemand anderem in einem Raum ist und das Stück eine permanente Zoom-Konferenz zeigt? Wie kann man, obwohl jede*r Spieler*in in einem anderen Zimmer sitzt, trotzdem erzählen, sie wären gemeinsam in einem Raum? Wie kann man die Geschichte theatral durch ein reines Videoformat erzählen? Wir wollen den Anspruch an ein Theaterstück aber auf keinen Fall aufgeben, für uns soll das Ganze Theater bleiben.

Pascal: Das ist eine totale Herausforderung. Theater lebt davon, dass man sich in einem Raum befindet und Energien vorhanden sind, die ohne Worte entstehen und auch die Körper erzählen. Die Arbeit an der Körperlichkeit fällt ein bisschen weg. Dafür kann man natürlich gucken, was die Kamera für eine Chance sein kann und Nahaufnahmen ausprobieren oder sich mal ein- und ausschalten.

 

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Im Gespräch mit...

 

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...Stephanie Landa. Sie ist die Initiatorin und Projektleiterin von Sisters NetworkStephanie Landa ist eigentlich gelernte Schauspielerin. Inzwischen hat sie sich vor allem auf alles was mit Sounds und Hören zu tun hat spezialisiert. Im November 2006 initiierte sie AUDIYOU, Deutschlands erste kosten- und werbefreie Audiothek. Sie engagiert sich vielfältig in Bildungseinrichtungen, um dort die Möglichkeiten der Audioarbeit und leicht zu integrierende, günstige „Vor-Ort-Tonstudios“ vorzustellen. Deshalb ist es natürlich naheliegend unser Gespräch über die wichtige Arbeit des Sisters Network als Audiodatei anzubieten. Das Gespräch führte Nehle Mallasch und es ist als Audiodatei HIER abrufbar.

 

Im Gespräch mit...

…Catharina Boutari. Im November 2019 startete das Thalia Treffpunkt Stadtteilprojekt "Never Ending Stories". 80 Jugendliche aus Jenfeld und den umliegenden Stadtteilen erarbeiten dort eine große Fantasie-Tanz-Musik-Text-Performance und gründen für ihre Präsentation einen ganz eigenen Ort, an dem sie ihren Träumen Raum geben können. Catharina ist die künstlerische Leiterin des Projektes. Mit ihr sprach Nehle Mallasch.

 

 Catharina Boutari_Portrait_Copyright Annemone Taake.jpg (1.27 MB)(c) Annemone Taake

 

Ursprünglich war der Plan, eine Performance für die Bühne zu entwickeln, inzwischen entwickelt sich das Projekt in eine andere Richtung...

Das stimmt. Kurz vor dem Corona-Lockdown hat die Inszenierung noch einmal eine ganz andere Richtung aufgenommen. Zuerst gab es die Idee, das Stück wie ein Game zu inszenieren, das Spiel des Lebens, in dem sich die Darsteller*innen ihre Levels und ihr Weiterkommen erspielen müssen. Dann erfuhren wir von den Jugendlichen, dass sie keinen wirklichen Ort in Jenfeld haben, wo sie sich treffen können, um einfach mal abschalten zu können. Den Jugendlichen fehlen in Jenfeld auch Geschäfte, die explizit junge Menschen ansprechen. Das brachte mich auf den Gedanken, mit ihnen zusammen einen temporären Shop zu eröffnen. Die Idee fanden alle gut. Und so wird es jetzt einen „Neverending Stories Pop Up Store“ geben. Real in Jenfeld und später auf der Bühne im Thalia  Gaußstraße.



Ihr habt „Die Unendliche Geschichte"  von Michael Ende als Ausgangssituation für euer Projekt genommen. Was war euer Anknüpfungspunkt und wie viel „Unendliche Geschichte“ steckt im Neverending Stories Pop Up Store?

Das Leben ist eine unendliche Geschichte. Besser: Endlos viele unendliche Geschichten. Genau wie die Hauptfigur Bastian aus dem Roman müssen die Jenfelder Jugendlichen Prüfungen bestehen, Herausforderungen annehmen, mutig sein, um (Lebens-) Ziele zu erreichen. Wir erforschen mit den Jugendlichen ihre eigenen Wünsche und Träume und üben mit ihnen, diese zu erproben und Realität werden zu lassen.



Wie alle anderen könnt ihr euch momentan natürlich nicht persönlich treffen. Wie arbeitet ihr weiter?
Wir weichen auf Online-Meetings aus. Es gibt einiges, was wir jetzt schon für unseren Pop-Up Store  vorbereiten können. Ein Glück. Wir haben bei den letzten Proben schon Ideen gesammelt, was dieser Laden „können soll“, wie er aussehen soll und was wir als Programm künstlerisch anbieten. Auf der Basis arbeiten wir jetzt online weiter. Unsere neueste Idee ist, eine Instagram-Seite zu entwickeln, wo wir jetzt schon mal einen virtuellen Shop eröffnen, der Angebote gegen die Langeweile in der Corona-Zeit macht.

 

 

Künstlerische Leitung Catharina Boutari, Dramaturgie Cristiana Garba, Film Marat Burnashev, Ausstattung Gianna-Sophia Weise, Musik Andrew Krell, Breakdance Metin Demirdere & Jenny Schulze, Rap Bülent Celebi & Jan Grevé, Schauspiel Andrea Gritzke & Gundula Runge, Organisation Nadja Rix, Produktionsleitung Nehle Mallasch



Ein Projekt von  ThaliaTheater Logo.jpg (20 KB)  in Kooperation mit DeluxeKids_Logo.jpg (193 KB) und  Jenkitos_final_ohneRahmen.png (226 KB) ein Programm von  BfB_Absendermarke_quer-01 Kopie.png (62 KB) gefördert vom Bundesministerium

Im Gespräch mit…

...Holger Swawola, Lehrer am Gymnasium Altona und Mia Panther, Lehrerin an der Erich Kästner Stadtteilschule berichten über ihre Erfahrungen, Theater im Homeschooling zu unterrichen.

 

 

Was unterrichtest du zur Zeit im Fach Theater?

Holger: Ich habe eine 6. Klasse, mit der wir uns auf die Teilnahme beim Schultheaterfestival 0-6 vorbereitet haben, mit einem Stück zum Thema ‚Hamburg - Mythos Atlantis‘ mit Fragen zum Klimaschutz. Das muss nun aber anders fortgeführt werden, die Kinder erzählen den Schöpfungsmythos von Atlantis aus verschiedenen Perspektiven, z.B. als griechischer Gott  oder als Alien und machen davon Aufnahmen. Gleiches gilt für Klasse 9, da haben wir uns mit den „7 Todsünden von Mahatma Gandhi“ beschäftigt. In Jahrgang 11 habe ich sie beauftragt, einen Tagebucheintrag als Video oder Hörspiel aufzunehmen aus der Perspektive ihrer derzeitigen Situation zu einer Figur aus „Auerhaus“.  In meinem 12-er Kurs konnte die Aufführung wegen Corona nicht stattfinden. Ich stelle also den Schüler*innen konkrete Gestaltungsaufgaben und dann schicken sie mir  ihre Audio- oder Videodateien zurück und ich gebe ihnen individuelles Feedback.

Mia: In diesem Schuljahr unterrichte ich Theater in den Jahrgängen 7, 9, 10, 11, 12 und 13. Die Bandbreite der Themen umfasst - angeregt durch die Thalia-Inszenierungen - Nimmerland/Neverland, Unendliche Geschichte und Räuberhände sowie das selbstgewählte Thema „Flucht und Diskriminierung“ und eine eigene Version von „Emil und die Detektive“. Seit Corona ist Unterricht im klassischen Sinn natürlich nicht mehr möglich. Daher habe ich in einigen Kursen nur Aufgaben zu den jeweiligen Themen des Schuljahres gestellt.

 

Das Fach Theater lebt normalerweise vom gemeinsam Spiel, von körperlicher Aktion und Reaktion… All das fällt nun weg!

Mia: Am einfachsten ist es natürlich, den Schüler*innen schriftliche Aufgaben zu geben, auf die man später zurückgreifen kann: Dialoge schreiben, Figuren über Monologe oder Biografien charakterisieren, Bühnenbilder oder Plakate entwerfen. Ich habe aber auch schon Video und Audio-Aufnahmen machen lassen.

Holger: Das Video/Audio-Format ist recht beschränkt. Ich finde die Ergebnisse oft schön, aber mit fehlt tatsächlich der Livemoment. Das macht  für mich Theater aus, dass ich unmittelbar begeistert bin. Bei allen Sachen, die als Dateien ankommen, freue ich mich zwar, wie die Jugendlichen kreativ arbeiten, aber mir fehlt das Theaterspezifische.

 

Hast du dabei auch Entdeckungen gemacht?

Holger: Ich erlebe Schüler*innen,  von denen ich das nicht erwartet habe,  durchaus als sehr kreativ! Im normalen Unterricht hatten sie vorher vielleicht nicht die Möglichkeit, sich so zu präsentieren, wie sie es jetzt können.

Mia: Jetzt fällt noch mehr das Engagement und die Vorkenntnisse, auch die Fertigkeiten der einzelnen Schüler*in ins Gewicht. Bei einigen war ich über die guten Ergebnisse überrascht.

 

Welche Herangehensweisen haben sich als besonders sinnvoll herausgestellt?

Holger: Ich habe kleine Videoclips und Audiodateien mit dem Handy aufgenommen. Dazu kurze Skripte, in denen sie beschreiben, was sie sich dabei gedacht haben…

Mia: Mit Videokonferenzen über Zoom und Jitsi als „Probenmöglichkeit“ fangen wir jetzt an. Bisher haben die Schüler*innen einzeln Videoclips oder Texte erarbeitet.

 

Warum ist dir die Zusammenarbeit mit der Thalia Theaterpädagogik wichtig?

Holger: Ich finde es einfach spannend mit Leuten zusammenzuarbeiten, die im professionellen Betrieb drinstecken. Schule verkürzt manchmal Prozesse, ihr habt einen anderen Blick, eine andere professionelle Perspektive. Das ist befruchtend, auch in Bezug auf die Kinder und Jugendlichen.  

Mia: Ich freue mich stets über die Möglichkeiten in unserer TheaterundSchule (TuSCH)-Kooperation ins Gespräch zu kommen und davon zu profitieren.

 

Planst du die bisherigen digitalen Ergebnisse in eine spätere Präsentation einzuarbeiten?

Holger: Ich glaube, dass bis zum Sommer keine Veranstaltungen mit mehr als 30 Menschen stattfinden, das heißt, es wird keine öffentlichen Präsentationen geben. In meiner Schule wird angedacht, dass wir Projekte online stellen, aber da müssen erstmal alle rechtlichen Verfahren geklärt werden. Aber ich möchte die Beiträge nicht in der Schublade verschwinden lassen.

Mia: Ich werde auf alle Fälle alles entstandene Material (Audio, Videos, geschriebene Texte, Bilder…) archivieren und dann schauen, was daraus entstehen kann.

 

Glaubst du, dass die neuen Erfahrungen, die du gemacht hast, dich auch in „normalen“ Zeiten begleiten werden?

Holger: Ich will auch weiterhin in diese  Richtung denken und habe jetzt viel gelernt. Ich denke, die Schüler*innen auch. Und ich glaube, dass das Digitale die Schüler*innen stärker mitnimmt!

Mia: Eine Fortbildung zum Thema „Theater und Digitales“ wäre toll, in der ganz einfache Sachen vermittelt werden. Schülergerecht, so dass alle Schüler*innen es selber machen können.

 

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Im Gespräch mit …
 
...Torsten Voller: Impro-Schauspieler, Trainer, Coach, Moderator, Autor, Co-Geschäftsführer Steife Brise.
 
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Das Hamburger Improvisations- und Businesstheater Steife Brise hat schnell reagiert und  neue Möglichkeiten entwickelt, digital mit Methoden des (Improvisations-) Theaters ins Spiel zu kommen, von denen Theaterspielbegeisterte oder Theaterlehrende profitieren können!
 
 
Du trittst in normalen Zeiten als Schauspieler in allen Steife Brise-Theaterformaten in Hamburg, in Deutschland und bei internationalen Festivals auf. Momentan sind alle Theater-Häuser geschlossen, Festivals und die Zusammenarbeit mit Firmen sind abgesagt… Hast du eine bestimmte grundsätzliche Einstellung zur Welt und zum Leben?
Meine Grundregel lautet „Lass den Plan los, aber sei nicht planlos“. Denn wenn ich auf die Bühne gehe, brauche ich einen Plan, was ich spielen will, genau wie meine Mitspieler*innen. Nun geht es darum, den eigenen Plan fallen zu lassen und den gemeinsamen zu finden, um so eine Geschichte entstehen zu lassen. In der Improvisation nutzen wir drei Regeln:
1. Im Moment sein
2. Ja genau, und…  (ich stimme dir zu und ergänze)
3. Mut zum Fehler, Risiko eingehen!
Für die Corona-Zeit bedeutet das: Was ist jetzt? Was habe ich jetzt zur Verfügung? Was kann ich jetzt machen? Es geht also darum, eigene Handlungsspielräume zu entdecken, die eigene Spielfähigkeit lebendig zu halten, und Geschichten zu erzählen, mit dem, was da ist.
 
Wie reagiert ihr auf die auftrittsfreie Zeit?
Wir vermissen die Bühne, Kolleg*innen, Schüler*innen. Das ist unser Leben. Wir haben jetzt die The@terschule Online gegründet. Hier können Einsteiger*innen und Fortgeschrittene in Zeiten von Social Distancing in Online-Kursen mit anderen lachen, Szenen spielen und Geschichten erfinden und die Grundlagen des Improvisationstheaters zu Hause erlernen, vertiefen oder spezielle Techniken verfeinern. In der The@terschule wird man von professionellen Schauspieler*innen (Trainer*innen) begleitet. Jede/r kann gemeinsam mit anderen improvisieren, Geschichten aus dem Stegreif erfinden und spezielle Impro-Techniken festigen und vor allem jede Menge Spaß haben. Das baut Stress ab und übt, gelassener auf unvorhergesehene Situationen einstellen.
Außerdem haben wir mit Freunden aus der Theaterszene das Portal improfestonline.com entwickelt. Hier finden dreimal in der Woche Workshops mit tollen internationalen Impro-Trainer*innen statt. Das hat es noch nie gegeben, jetzt kann man in Hamburg  bei der tollsten Trainerin aus den USA einen Workshop machen! Um den veränderten Lernsituationen gerecht zu werden, sind die meisten Online-Kurse nicht länger als zwei Stunden.
 
Welche Voraussetzungen braucht man fürs Online-Improvisieren?
Neben der eigenen Lust sind es die technischen Rahmenbedingungen: Eine Internet-Verbindung, einen Computer mit Webcam und Mikrofon und idealerweise Kopfhörer oder ein Headset! Toll ist auch, wenn man Platz hat zum Stehen, mit ausgebreiteten Armen. Aber wenn jemand nur im Sitzen dabei sein kann, dann improvisiert er/sie eben im Sitzen, ganz nach der Regel, machen, was im Moment geht!
 
Mit welchen Themen habt ihr bereits online Erfahrungen gemacht?
Es gibt bereits eine große Bandbreite von Workshopangeboten, z. B. „Genre“ (im Stile von Theater- und Filmgenres spielen) „Storytelling“, „Ehrliches Spiel“,  „Poetisches Spiel“ und Anfängerworkshops. Hier werden extra Szenen und Aufgaben für Anfänger*innen entwickelt, die sich gut  für ein Video-Tool eignen.
 
Warum findest du es gerade in Corona Zeiten so wichtig weiter zu spielen, eigene Geschichten zu erzählen und zu improvisieren?
Impro bringt einfach Spaß und  macht den Kopf frei. Laut unserer Rückmeldungen, fühlt es sich an, wie eine Auszeit, ein Ausflug, ein Eintauchen in eine andere Welt. Überrascht hat uns, wie schnell es in Online-Impro-Sitzungen geht, Nähe herzustellen. Die räumliche Distanz des Internets ermöglicht es, in diesem Fall mit Leuten, die ich noch nie gesehen habe, sehr schnell in einen echten Kontakt zu kommen. Was sonst als Nachteil gesehen wird, ist bei diesen Workshops der Vorteil. Im Schutz der eigenen vier Wände trauen sich viele Teilnehmer*innen, sich mehr aufeinander einzulassen. Das hatten wir so nicht erwartet. Was jetzt entsteht, ist eine andere, neue Form von Theater! Es fehlt zwar der direkte körperliche Kontakt – schärft aber die Wahrnehmung für die anderen Sinne, und ich halte ich mich an unsere Regeln, und sage: Da entsteht gerade eine neue Improtheaterkunstform!
 
Ihr habt in der Vergangenheit auch mit Schulen zusammengearbeitet und „Theatersport“ mit Schüler*innen durchgeführt. Könnten Schulen nun auch von euren Online-Angeboten profitieren?
Natürlich könnten mit unseren Methoden auch Lehrer*Innen online Theater unterrichten und Improvisationsübungen kennenlernen, die gut funktionieren. Es geht immer um die Frage, wie komme ich ins Spielerische, um mich zu öffnen, mit Mut etwas auszuprobieren und mich zu zeigen. Wir beginnen jetzt auch mit dem Medium „Video-Konferenz“ zu spielen, welche spielerischen Angebote bietet mir dieser neue Rahmen. z. B. mit Aufgaben wie: „lasst uns mal versuchen nicht im Bild zu sein“, „Hintergründe ändern“, „Bleistifte weiterreichen“, damit lassen sich gut Impro-Basics lernen und unsere Grundhaltung, Regel 3 erproben: Hab' Mut zum Fehlermachen und guck mal, was an Neuem daraus entsteht!
 
Das Gespräch mit Torsten Voller führte Anne Katrin Klinge.

Im Gespräch mit...

 

...Wolfgang Sting. Professor für Theaterpädagogik an der Universität Hamburg, Fakultät für Erziehungswissenschaft, Leiter des Arbeitsbereichs Theaterpädagogik und des Masterstudiengangs Performance Studies. Arbeitsschwerpunkte: Theorie und Praxis der Theaterpädagogik, Theater und Schule, Kinder- und Jugendtheater, Theater und Migration, Kulturelle Bildung. Das Gespräch führte Anne Katrin Klinge.

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Was beschäftigt dich in Bezug auf die Theater im Moment?
Die notgedrungene Distanzierung zwischen den Theaterschaffenden und den Theaterliebhaber*innen, sie können nicht mehr gemeinsam erleben, was Theater ausmacht: das unmittelbare ästhetische Erlebnis der Aufführung als Livekommunikation in einem Raum. Die übergeordnete Frage lautet, ist das Theater ein Medium, das gut mit der Krise umgehen kann? Theater und Krise gehören zusammen, Theater zeigt die Krisen des Menschseins. Theater wächst am Krisenhaften, Herausfordernden, am Fremden und thematisiert, was in der Gesellschaft aktuell Diskurs und politisch wichtig ist. Die Frage ist nun, welche neuen interaktiven und digitalen Spielweisen und Formate Theater erfinden kann, die Theater als Kunstform profilieren und zugleich die neue Digitalität mitdenken.


Du lehrst auch für angehende Lehrerinnen und Lehrer und Theaterpädagog*innen, was empfiehlst du ihnen gerade? Wie geht ihr mit der Situation um?
In Krisenmomenten gilt es kreative Antworten zu finden, das betont z.B. der Philosoph Bernhard Waldenfels, der intensiv das Wesen von Fremdheit beforscht hat. Fremdheit und Krise, die uns wie jetzt herausfordern, kann ich natürlich ablehnen und abwehren, aber er sagt, es gibt die Möglichkeit mit Kreativität zu antworten und das versuche ich den Studierenden und Kolleg*innen zu vermitteln. In der Lehre versuchen wir, mit den Studierenden intensiv in Kontakt zu bleiben und gemeinsam neue soziale und digitale Interaktionsformen zu finden. Das lässt sich auch auf die Schulen übertragen. Generell gibt es synchrone und asynchrone Formate. So machen wir Video-Meetings als Präsentation, Diskussion, Austausch, aber auch als Theaterübung. Meine Mitarbeiterin Alina Gregor macht mit ihrem Seminar vor dem Bildschirm Theaterpräsenzübungen, um Körper und Stimme aufzuwärmen oder kleine szenische Einheiten und die Studierenden machen mit. Auch die konzeptionelle, theoretische und dramaturgische Auseinandersetzung mit Theaterpositionen, Texten, Stücken, oder Inszenierungsideen funktioniert gut, es ist möglich, sich schriftlich dazu zu äußern und Diskussionen im Netz anzustoßen. Aber die größte Herausforderung bleibt, wie man das Herzstück des Theaters, das Erfinden von szenischem Spiel und szenischer Handlung und deren Präsentation, die Aufführung, digital umsetzen kann.


An vielen Schulen fällt der Theaterunterricht gerade aus, was denkst du darüber?
Theater und alle ästhetischen Fächer dürfen in dieser Zeit nicht wegbrechen, denn unsere Lernkultur unser Bildungssystem brauchen die im Ästhetischen mögliche performative und soziale Kommunikation. Man kann trotz Abstandsregeln Theater machen, durchaus Choreografien und Bewegungsformen erfinden, die mit Distanz arbeiten. Wichtig ist, das Lernen mit dem Körper, in der Bewegung, im sozialen Miteinander jetzt nicht zu vernachlässigen.


Du planst einen Studiengang für angehende Theaterlehrer*innen, welche Lehren ziehst du aus dieser Krise in Bezug auf die Ausbildungsinhalte? Braucht es mehr Digitaliät im Theaterunterricht?
Die aktuelle Situation hat deutlich gemacht, dass wir uns der Herausforderung der digitalen Vermittlung stellen müssen. Wie kann eine Kunstform, die von der Unmittelbarkeit des Liveerlebnisses lebt, mit digitalen Inhalten verändert werden? Wie verhält sich Theater als Kunstform und als Interaktionsform zu den sozialen und digitalen Medien? Das Thema stand eigentlich schon länger im Raum und muss nun offensiv und kreativ angegangen werden. Theater und Digitalität lautet auch ein Schwerpunktthema, das wir vom Bundesverband Theater in Schulen e.V. für das nächste Jahr vorbereiten. Wichtig ist mir die gesellschaftspolitische Bedeutung von Theater, dass sich das Theater in aktuelle Diskussionen einbringt. Wie können die darstellenden Künste, Theater und Performance z.B. die Debatte um Freiheitsrechte aufnehmen? Ich finde, das Theater muss sich einmischen und Aussagen treffen, was die Krise für unser menschliches, soziales und politisches Zusammenleben bedeuten kann.


Überträgst du diesen Anspruch auch auf das Fach Theater in der Schule?
Das Fach Theater sollte zum kritischen Denken und Handeln anregen, natürlich auf der Erfahrungsebene der Schüler*innen, die alle ihre unterschiedlichen Seins-Erfahrungen mitbringen. Die Themen können alle aktuellen Fragen unserer sich ständig verändernden globalisierten Welt betreffen. Hier können sie auf einer spiel- und erfahrungsorientierten, performativen Ebene Fragen und Möglichkeiten aufwerfen, sich positionieren und eigene Erfahrungen zu diesen Themen artikulieren.