Herzzentrum IX

Herzzentrum IX
Ungläubiges Staunen. Ein Herzzentrum über das Christentum
von und mit Navid Kermani



Navid Kermanis neuestes und aufsehenerregendes Buch „Ungläubiges Staunen. Über das Christentum“ wurde beim siebten Abend der Reihe „Herzzentrum“ im September 2015 in der Centrumsmoschee in St. Georg vorgestellt. Es war ein in vieler Hinsicht bedeutendes Ereignis, für das Theater genauso wie für die Moschee, für das Publikum und auch für das Ensemble selbst. Für die Fortsetzung, die bereits während des Abends vielfach gewünscht und noch in der Nacht beschlossen  wurde, hatte der aktuelle Friedenspreisträger des Deutschen Buchhandels einen überraschenden Wunsch: „Ideal fände ich für ein neues Herzzentrum  zum ‚Ungläubigen Staunen‘ so etwas wie ein Eroscenter, also den weltlichsten Ort überhaupt. Jesus ging zu der Sünderin und ließ sich von ihr salben, die Heilsarmee tut es ihm bis heute nach, und im Übrigen wird in dem Buch sehr oft von Sex, Körper und Schönheit gesprochen.Ist das realisierbar?“

Es war realisierbar und das nächste Herzzentrum findet in einem der größten „Freudenhäuser“ Hamburgs statt, dem „Pink Palace“ auf der Reeperbahn. Seit Michel Foucault wissen wir, dass Bordelle genauso wie Theater, Museen und Bibliotheken Heterotopien sind, nämlich Orte an denen etwas, das sonst nicht möglich wäre, weil es die Ordnung stören würde oder Tabus verletzt, stattfinden kann. Orte an denen, zeitlich und räumlich genau abgegrenzt, geltende Konventionen außer Kraft gesetzt werden dürfen.
Wenn man nun bedenkt, dass Kunst unter anderem dadurch entsteht, dass Dinge von einem Ort an einen anderen gebracht werden, an dem man sie vorher nicht vermutet hätte (z. B. Duchamps Urinoir), ist der Transfer des Herzzentrums aus der Heterotopie Theater erst auf das größte Riesenrad Europas, dann in die Moschee und jetzt in die Heterotopie Bordell die selbstverständlichste Sache der Welt.
Der Ablauf des Herzzentrums IV wird aufgrund der besonderen räumlichen Bedingungen von den bisherigen Abenden abweichen: Er findet nämlich an dreizehn Abenden in zwei der Bordellzimmer statt – mit zwei Vorstellungen pro Abend, auf kleinstem Raum und wieder „bei laufendem Betrieb“. Jeweils vier Mitglieder der Ensembles vom Thalia Theater und Schauspielhaus sowie einige Gäste werden Fragmente von Kermanis Buch vortragen, variieren, weiterspinnen, spielen, sich auf denkbar persönliche Weise aneignen und so mit ihrem eigenen Glauben oder Unglauben ins Gespräch bringen. Wer von ihnen an welchem Tag auftritt, bleibt aber bis zum Beginn jeder einzelnen Aufführung ein Geheimnis. Karten nur im Vorverkauf im Thalia Theater.

In Kooperation mit
 


und dem Pink Palace Hamburg

Gefördert von


Mit freundlicher Unterstützung von www.coolkaftans.com


Besetzung

Szenische Einrichtung
Christina Bellingen
Carl Hegemann
Navid Kermani

Darsteller
Maria Auer
Alicia Aumüller
Karoline Bär
Patrick Bartsch
Stephan Bissmeier
Theresita Colloredo
Yorck Dippe
Sandra Flubacher
Marina Galic
Matthias Günther
Ute Hannig
Rosemary Hardy
Franziska Hartmann
Carl Hegemann
Hannes Hellmann
Markus John
Miriam Joya
Jan-Peter Kampwirth
Navid Kermani
Benjamin-Lew Klon
Ruth Marie Kröger
Irene Kugler
Anja Laïs
Matthias Leja
Marie Löcker
Karin Neuhäuser
Barbara Nüsse
Stefan Otteni
Sasha Rau
Sebastian Rudolph
Sarah Sandeh
Günter Schaupp
Cornelia Schirmer
Steffen Siegmund
Oana Solomon
Wolf-Dietrich Sprenger
Oda Thormeyer
Victoria Trauttmansdorff
Ludwig von Otting
Maria Magdalena Wardzinska
Michael Weber
Tilo Werner


Pressestimmen zu Herzzentrum
Lesen Sie hier ein Porträt in der ZEIT über Navid Kermani anlässlich der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels im Juni 2015. Ijoma Mangold lobt Kermani dort als einen der wenigen "öffentlichen Intellektuellen". Liane von Billerbeck hat Kermani im Deutschlandradio über "Ungläubiges Staunen" interviewt.

Im SZ-Magazin hat Tobias Haberl den Muslim Navid Kermani und den Katholik Martin Mosebach interviewt. 

Mein Kommentar

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