Lessingtage 2018



                                               

Gastspiele aus ganz Europa widmen sich bei den neunten Lessingtagen der Demokratie und ihrer aktuellen Gefährdung. Zu Gast sind in diesem Jahr Aufführungen aus Frankreich, Griechenland, Ungarn, Polen und Österreich. Ergänzt wird das Programm durch zwei Berliner Aufführungen von der Schaubühne und dem Maxim Gorki Theater sowie durch Eigenproduktionen des Thalia Theaters. Auch das Spektrum der auftretenden Darsteller ist denkbar breit: es reicht von Mitgliedern des am Gorki gegründeten Exil Ensembles über in Griechenland lebendes Reinigungspersonal bis zu Schauspielstars wie Nina Hoss und Joachim Meyerhoff.

Über die thematische Ausrichtung der Lessingtage 2018 sagen Thalia-Intendant Joachim Lux und Chefdramaturgin Julia Lochte: „Ganz offenbar ist die hohe Kunst der Demokratie in Gefahr. Künstler in ganz Europa reagieren hierauf und sind, ebenso wie Journalisten, in vielen Ländern bedroht. Wir müssen uns dieser Realität stellen. Wir widmen die Lessingtage 2018 allen verfolgten Künstlerinnen und Künstlern und Intellektuellen und erinnern daran, dass viele von ihnen mit Arbeitsverbot belegt werden, in Haft sind oder im Exil leben müssen und nur noch unter persönlichem Risiko in der Öffentlichkeit auftreten können.“
Das vollständige Vorwort (Joachim Lux / Julia Lochte)

Thalia Lessingtage
Das internationale
Themenfestival
19. Januar bis 4. Februar 2018


„Von Athen lernen“ war das schöne, an die Ursprünge der Demokratie erinnernde Motto der letzten documenta. Für die neunten Lessingtage hat das Thalia Theater ein ambitioniertes internationales Programm zusammengestellt – so politisch wie selten. Vielleicht blicken wir in einigen Jahren ganz entspannt auf die aktuelle Lage, vielleicht ist sie aber auch Vorbote von Veränderungen, die die Mehrheit zwar nicht will, aber dennoch kommen sieht und spürt – wir wissen es nicht. Ganz offenbar ist die hohe Kunst der Demokratie in Gefahr. Künstler in ganz Europa reagieren hierauf und sind, ebenso wie Journalisten, in vielen Ländern bedroht. Wir müssen uns dieser Realität stellen. Wenn in der Gesellschaft etwas schief geht, gibt es selten nur einen Grund – so auch hier.

Die Eröffungsrede hält der türkische, zurzeit im deutschen Exil lebende Journalist und Autor Can Dündar. Das Thalia hat Aufführungen und Künstlerinnen und Künstler aus Griechenland, Ungarn, Polen, Österreich und Frankreich eingeladen. Ergänzt wird das Spektrum um zwei Berliner Aufführungen: eine „Winterreise“ mit dem Exil Ensemble des Gorki-Theater und „Rückkehr nach Reims“ von der Schaubühne Berlin. Didier Eribons gleichnamiges Buch gilt als Schlüsselwerk zur Erklärung der derzeitigen gesellschaftspolitischen Phänomene. Gleichzeitig sind die Lessingtage immer auch eine Gelegenheit, einem internationalen Spektrum von Schauspielerinnen und Schauspielern zu begegnen: in  diesem Jahr Putzfrauen aus der Republik Moldau, Südafrika, Bulgarien, Albanien und den Philippinen, die die Stadt Athen sauber halten, in Deutschland lebenden syrischen, afghanischen und palästinensischen  Exilanten, ferner jungen Franzosen, die, wie selbstverständlich in einem Europa ohne Grenzen aufgewachsen, auf der Suche nach dem Europa sind, dessen Zukunft ihre Zukunft ist, aber auch bekannten Größen der deutschen Theaterlandschaft wie Nina Hoss und Joachim Meyerhoff. Außerdem präsentieren wir Ihnen prägende Regiehandschriften des zeitgenössischen europäischen Theaters:

Thomas Ostermeier, Yael Ronen, Kornél Mundruczó, Anestis Azas und Prodromos Tsinikoris, Jette Steckel, Antú Romero Nunes, Ersan Mondtag, Christiane Jatahy, Marta Górnicka und Julien Gosselin.
Letzteren möchten wir Ihnen ganz besonders empfehlen – denn Sie werden ihn noch nicht kennen. Er ist am Pariser Théâtre de l’Odéon der unbestrittene Star des zeitgenössischen französischen Theaters. Mit ihm betritt eine andere, eine junge Generation kraftvoll und radikal die Bühne Europas.

Schließlich Lessing: die Stadt Hamburg verleiht den Lessing-Preis – bei Drucklegung war der Preisträger noch nicht bekannt. Und Jan Philipp Reemtsma wird Lessings berühmten Streit mit dem Hamburger Pastor Goeze vorstellen – ein früher Streit um fundamentale Werte, der für Lessing mit einem Publikationsverbot und De-facto-Rauswurf aus Hamburg endete. Aus diesem Konflikt entstand sein „Nathan“ – seinerseits Ideengeber unserer „Langen Nacht der Weltreligionen“, die sich dieses Jahr mit dem Verhältnis von Glauben und Demokratie beschäftigt.

Nicht zuletzt stellt Navid Kermani während der Lessingtage gemeinsam u.a. mit Sigmar Gabriel sein neues Buch „Entlang den Gräben. Eine Reise durch das östliche Europa bis nach Isfahan“ vor. Diese Reportagen aus Krisengebieten sind auch Ausgangspunkt für sein zehntes „Herzzentrum“, das während des Festivals uraufgeführt wird.

Joachim Lux & Julia Lochte

Auftakt: Eröffnungsrede Can Dündar

„Kein Mensch muss müssen!“
Die Bedrohung der Demokratie (in Europa)
Eröffnungsrede von Can Dündar
, "Europäischer Journalist des Jahres“


Foto: Ivo Mayr/CORRECTIV


Thalia Theater
So 21. Januar 11 Uhr

Eintritt € 8/5
In türkischer Sprache mit deutscher Simultanübersetzung
In Turkish with simultaneous translation into German
Tickets und weitere Informationen hier.

 
Vorstellungen Thalia Gaußstraße und andere Aufführungsorte

Für mehr Informationen und Tickets bitte die einzelnen Veranstaltungen anklicken. 

Fr 19.01. // 12.00
Gerhart-Hauptmann-Platz

Demokratie ist
Schüler-Kunstaktion

Fr 19.01. // 20.00
Thalia Gaußstraße
Performing Embassy of Hope


Bild: Stefan Marx

Sa 20.01. // 17.00
Thalia Gaußstraße (Garage)
Das Ende von Eddy


Foto: Krafft Angerer

So 21.01. // 17.00 & 20.00
Thalia Gaußstraße
Teatr Polski, Poznan
Hymne an die Liebe

Foto: Magda Hueckel

Mo 22.01. // 18.00
Thalia Gaußstraße (Garage)
Democracy –
Wer wenn nicht WIR


Di 23.01. // 20.00 
Thalia Gaußstraße
Onassis Cultural Centre – Athens
Clean City


Foto: Christina Georgiadou

Mi 24.01. // 20.00
Thalia Gaußstraße
Onassis Cultural Centre – Athens
Clean City


Foto: Christina Georgiadou

Do 25.01. // 18.00
Thalia Gaußstraße (Garage)
OpenUp! Untitled

Do 25.01. // 20.00
Thalia Gaußstraße
Performing Embassy of Hope


Bild: Stefan Marx

Fr 26.01. // 20.00
Thalia Gaußstraße (Garage)
Srebrenica – „I counted my remainig life in seconds"

Foto: Armin Smailovic


Sa 27.01. // 19.00
Erstaufnahme Hellmesbergerweg 23
Herzzentrum X: Ausnahmezustand


Foto: Christina Bellingen


Sa 27.01. // 20.00
Thalia Gaußstraße
Maxim Gorki Theater Berlin
Winterreise  رحلة الشتاء


Foto: Ute Langkafel Maifoto

So 28.01. // 19.00
Thalia Gaußstraße
Maxim Gorki Theater Berlin
Winterreise رحلة الشتاء


Foto: Ute Langkafel Maifoto


Mo 29.01. // 20.00
Thalia Gaußstraße
Wut / Rage


Foto: Armin Smailovic

Di 30.01. // 18.00
Thalia Gaußstraße (Ballsaal)
Orte der Demokratie
Video-Interview Projekt


Mi 31.01. // 20.00
Thalia Gaußstraße
In der Einsamkeit der Baumwollfelder

Foto: Krafft Angerer


Fr 02.02. // 20.00
Thalia Gaußstraße
Podium Artists at Risk

Bild: Stefan Marx

Sa 03.02. // 20.00
Thalia Gaußstraße
Schnee

Foto: Armin Smailovic


Thalia jung & mehr

Inszenierungen, Performances und Präsentationen

Für mehr Informationen und Tickets bitte die einzelnen Veranstaltungen anklicken. 

Extravorstellung wegen großer Nachfrage

Die Rote Zora von Kurt Held
Regie Thomas Birkmeir
Familienstück ab 10 Jahren

Fr 26. Januar 11 Uhr Thalia Theater


Gesprächskreis: Im Dialog – Die Lessingtage 2018

Do 11.1. – Do 18.1.
jeweils 17.30 – 19.30 Uhr sowie an den
Vorstellungstagen der Gastspiele jeweils 1,5 Stunden vor der Vorstellung
Nachgespräch Do 1.2. 17.30 – 19.30 Uhr
Anmeldung: thalia treffpunkt@thalia­theater.de


Demokratie ist – Eine Schüler-Kunstaktion

Fr 19.1. – So 4.2.
Gerhart-Hauptmann- Platz
Eintritt frei
Eröffnung Fr 19.1. 12 Uhr

Democracy! Wer, wenn nicht WIR

Mo 22.1. 18 Uhr
Thalia Gaußstraße (Garage)

OpenUp! Untitled
Do 25.1. 18 Uhr
Thalia Gaußstraße (Garage)

Video-Interview-Projekt – Orte der Demokratie

Präsentation Di 30.1. 18 Uhr
Thalia Gaußstraße (Ballsaal)

Schul-Projekte der Weltreligionen
Video-Installation und Live-Präsentation zur „Langen Nacht der Weltreligionen“
Sa 3.2. 18.30 Uhr
Thalia Theater (Eingangsfoyer)

Ausgewählte Trailer

Rückkehr nach Reims
nach Didier Eribon in einer Fassung der Schaubühne

Regie Thomas Ostermeier

Schaubühne Berlin



Thalia Theater Sa 20. Januar 19.30 Uhr


Winterreise رحلة الشتاء
von Yael Ronen & Exil Ensemble
Regie Yael Ronen


Thalia Gaußstraße Sa 27. Januar 20 Uhr, So 28. Januar 19 Uhr

 

Programmheft Lessingtage


 Das Lessingtage-Programmheft zum Download.
Tickets bekommen Sie über die jeweilige Seite der Stücke, sowie an der Thalia Tageskasse.

Sparen mit dem Festivalpass!


Vier Vorstellungen oder mehr aussuchen, 30% sparen und den exklusiven Lessingtage-Stoffbeutel in der Gestaltung von Stefan Marx gratis erhalten!

Erhältlich an der Tageskasse.
Telefon: +49 40. 32 81 44 44
theaterkasse@thalia-theater.de


Kombinieren Sie!

Zum Beispiel: Alles auf Anfang

Für Festival-Enthusiasten bietet das Eröffnungswochenende an 3 Tagen 6 Vorstellungen, die zeitlich alle miteinander kombinierbar sind:
Performing Embassy of Hope / Das Ende von Eddy / Rückkehr nach Reims / Eröffnungsrede Can Dündar / Hymne an die Liebe / Michael Kohlhaas

Oder: Frankreich
Wenn Sie einen Länder-Schwerpunkt setzen möchten, können Sie dies z.B. mit unseren
französischen Produktionen und Gastspielen tun: Das Ende von Eddy / Rückkehr nach Reims / 1993 / In der Einsamkeit der Baumwollfelder

Oder, oder, oder…

Förderer der Lessingtage 2017







  K.S. Fischer - Stiftung




              


 

Projektförderer











Kooperationspartner

Akademie der Weltreligionen der Universität Hamburg

Behörde für Kultur und Medien der Freien und Hansestadt Hamburg

Bundesamt für Migration und Flüchtlinge

Deutsches Schauspielhaus Hamburg

Erstaufnahme Hellmesbergerweg

Michael Grill, Stadtführer

Hamburger Volgshochschule

Hamburgen Schulen sowie Schulen der Metropolregionen

Jugendmigrationsdienst CJD


Medienpartner






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