Penthesilea

Penthesil
ea

von Heinrich von Kleist / Regie Johan Simons / Hamburg-Premiere
Bühne
Johannes Schütz
Kostüme
Nina von Mechow
Licht
Bernd Felder
Dramaturgie und Textfassung
Vasco Boenisch
Mit
Jens Harzer
Sandra Hüller

Die Szene ist ein Schlachtfeld. Und die Protagonisten sind Krieger und Liebende zugleich. Vom Schicksal auserkoren, muss Penthesilea sich den Heeresführer Achilles erobern. Nur als Kriegsbeute kann die stolze Amazone ihn auch als Mann gewinnen. Doch der Rausch endet tödlich. Für beide. Eine Tragödie. Ein Trauma. Ein Traum? Als das Drama beginnt, stehen sich vor den Toren Trojas die Heere der Griechen und Trojaner gegenüber. Die Amazonenkönigin Penthesilea greift mit ihrem Heer in die Schlacht ein, und schnell wird klar, dass sich hier aggressive und libidinöse Energien überlagern. Auf dem Schlachtfeld verliebt sich Penthesilea in den Griechen Achilles. Ihre Liebe ist so unbezwingbar wie der Kriegsheld selbst, immer wieder zieht sie gegen ihn zu Felde.

„Küsse, Bisse, Das reimt sich, und wer recht von Herzen liebt, Kann schon das Eine für das Andre greifen“

Die Inszenierung von Johan Simons fokussiert den Kern des Dramas auf nur zwei Akteure: Sandra Hüller und Jens Harzer als Penthesilea und Achilles. Duell und Duett. Zwei Menschen zwischen Trugspiel und Wahn, zwischen Traum und Wahrheit, zwischen Krieg und ewigem Frieden, zwischen Exzess und Erkenntnis. Ein Schlachtfeld der Worte, der Gefühle und des Unsagbaren.

Koproduktion der Salzburger Festspiele 2018 mit dem Schauspielhaus Bochum
Im Rahmen der Kooperation mit dem Schauspielhaus Bochum wird „Penthesilea“ an ausgesuchten Terminen auf dem Spielplan stehen.


Premiere 27. Februar 2019, Thalia Theater

PRESSESTIMMEN

„Erstaunlich, wie gut das Text-Einkochen, die Reduktion auf zwei Personen funktioniert. Erfreulich, wie viel Text (und nur Originaltext) stehen bleibt. Und geradezu verblüffend, wie differenziert und analytisch Kleists Blick auf dieses Paar ausfällt. In dem Stück in Vollform verstellt das viele Schlachtenbrimborium eben diese Lebensnähe.“ - Reinhard Kriechbaum, Nachtkritik.de, 29.07.2018

 

„Das ist eine Erkenntnis dieses Theaterabends, der nicht nur von den beiden Darstellern, sondern auch vom Publikum durchaus einen langen Atem erwartet und Konzentriertheit voraussetzt. Aufmerksamkeit und Aufnahmebereitschaft waren im Salzburger Premierenauditorium spürbar.“ - Reinhard Kriechbaum, Nachtkritik.de, 29.07.2018


„Den Liebeskampf – zerrissen zwischen politischer Raison und individuellem Gefühl – inszeniert Johan Simons bei den Salzburger Festspielen als intensives Körpertheater zweier Starschauspieler: Sandra Hüller und Jens Harzer im Duett. Unter den Blankversen aus Kleists Trauerspiel von 1808 (Fassung: Vasco Boenisch) beginnen deren Körper regelrecht zu beben.“  - Margarethe Affenzeller, Der Standard.at, 30.07.2018

 

„Sandra Hüller und Jens Harzer bewegen sich so seltsam fremd, so unkonnotiert menschlich, dass man tatsächlich an sie als mythologische Figuren glaubt.“ - Margarethe Affenzeller, Der Standard.at, 30.07.2018

 

„Als „Schrei nach Liebe und Schrei gegen den Krieg“ hat Simons vorab Kleists Trauerspiel bezeichnet, und tatsächlich lässt der Regisseur dem Krieg keinen Raum auf der Bühne. Vielmehr verlagert er ihn ganz in den heißen Kern des Geschehens, nämlich den Kampf der Geschlechter, den die Star-Schauspieler Sandra Hüller und Jens Harzer höchst virtuos in den unterschiedlichsten Tonlagen, Befindlichkeiten und (Geschlechter-)Identitäten ausfechten. “ - Regine Müller, taz

„Johan Simons gelingt mit Kleists Penthesilea ein großer Wurf.“ - Simon Strauss, Frankfurter Allgemeine Zeitung

„Das Ungeheuerliche hier wird auf der schwarzen, nackten, nur von einem Neonbalken an der Rampe beleuchteten Bühne wie nebenbei Ereignis, aus der Sprache geboren, aber nicht zelebriert. Ein Duo im gänzlich heutigen Tonfall hört man, mal selbst dialogisierend, mal Handlung referierend, in lockeren Posen dahingegossen, flirtend, sich im Tode umarmend der Kleist‘schen Sprachmelodie nach – ohne sie als Arie zu singen. Um nach dem heillosen Ende einfach auszusteigen. So schlicht wie grandios.“ - Manuel Brug, Die Welt

Foto: Monika RittershausFoto: Monika RittershausFoto: Monika RittershausFoto: Monika Rittershaus