Faust I

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aust I

von Johann Wolfgang von Goethe / Regie Nicolas Stemann

Faust will des Denkens Faden zerreißen. Stets war er Geistesmensch gewesen, er hatte ergründen wollen, was „die Welt im innersten zusammenhält“, er hatte das, was er wusste, mit Schülern, die ihm ergeben waren, geteilt – dies Leben genügt ihm nicht mehr. Er, der begabte, weise, rast- und ruhelose Mann, der potent ist von vornherein will omnipotent sein.


Drastisch und drastischer werden die Bemühungen, sein inneres Gefängnis zu sprengen, nichts lässt er unversucht – schließlich tragen ihn Teufels-schwingen über sich hinaus und in die Welt hinein. Diese „kleine Welt“, in die Mephisto Faust einführt, ist vor allem die Welt Gretchens. Alles drängt Faust zu dem jungen Mädchen hin, kaum, dass er sie erblickt. Berauscht von unbekannten Gefühlen, berauscht von sich selbst, will er es besitzen, koste es, was es wolle. "Löse dich von allen äußeren, das Ich einschnürenden Einflüsterungen", ruft Mephisto diesem Faust zu: den zweifelnden, skrupulösen, gedankenschweren, den Stimmen des Vergangenen und Ideellen. Des Teufels Lied geht so: Sei dein eigener Maßstab! Wie sehr es dem ganz anderen ähnelt, jenem von der Ohnmacht des allein auf sich selbst zurück geworfenen Menschen, seiner Liebesunfähigkeit, Rastlosigkeit gar Depression – das ahnen wir. Von unserer Welt und ihrer Werdung erzählt Goethe: einer durchbefreiten Gesellschaft von Radikalindividualisten unfähig zur Vergemeinschaftung und der Arbeit an kollektivem Sinn. In unserem Stammbuch funkeln seine Gedanken hell.

 

Eine Koproduktion mit den Salzburger Festspielen 


Statisterie Sebastian Brühl, Mark Fröder, Henrik Giese, Kevin Lee, Martin Torke, Dominik Velz

 

Dauer 3:20h, inklusive Pause

Premiere Faust I+II 30. September 2011, Thalia Theater

Faust I+II Inszenierung des Jahres 2012
In der jährlichen Kritikerumfrage der Zeitschrift „Theaterheute“ ist Faust I+II zur Inszenierung des Jahres gewählt worden. Der "Faust"-Dramaturg Benjamin von Blomberg ist als Dramaturg des Jahres ausgezeichnet worden.

Eingeladen zum Berliner Theatertreffen 2012

PRESSESTIMMEN

„So, wie Nicolas Steman den ,Faust I+II\' inszeniert, hat man ihn noch nicht gesehen. Seine Inszenierung ist selbst ein faustisches Ereignis, ein Grübeln und Ergründen, was dieses Drama im Innersten zusammenhält, was es bereithält - für uns heute.“ - Begründung der Jury für die Verleihung des 3sat-Preises des Berliner Theatertreffens 2012

 

„So konzentriert, leidenschaftlich und genau, wie Stemann den Doktor mit den zwei Herzen in seiner Brust auf uns Zuschauer loslässt, wird das Drama zeitlos, aktuell, aufregend. Faust ist Mephisto ist Gretchen, der Text wird zur dreistimmigen Goethe-Fuge. Das Reclam-Heft wird geschlachtet, aus Spaß wird Ernst, sobald der Kern aus dem Pudel raus ist und die junge Schöne (packend bei jedem Auftritt: Patrycia Ziolkowska) die nach ihr benannte Frage mit der Religion stellt. Faust sind wir alle in diesem Moment, und in vielen, die noch folgen.“ - Hamburger Abendblatt

 

„Weltklasse: Acht Stunden Faust-Marathon mit Standing Ovations! (...) Nicolas Stemanns „Faust“ ist das Theaterereignis des Jahres. [...] Konzentriert, intensiv, mit genauso vielen berührenden wie lustigen Momenten. Die Truppe, die hier agiert, hat den „Faust“ komplett im Griff. [...] Und das Urteil steht fest: das war Weltklasse, nicht weniger.“ - Hamburger Morgenpost

 

Weitere Pressestimmen
Gastspiele

10. November 2016 (Faust I)

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25. und 26. Juni 2016 (Faust I+II)

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9. und 10. April 2016 (Faust I)

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12. bis 14. Dezember 2014 (Faust I)

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26. und 27. April 2014 (Faust I)

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1. März 2014 (Faust I+II) und 2. März 2014 (Faust I)

Schauspiel Leipzig

 

11., 13. und 14. Juli 2013 (Faust I+II)

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25. und 26. Mai 2013 (Faust I)

Staatsschauspiel Dresden

 

29. Januar 2013 (Faust I)

Fürstenfeldbruck

 

17. November 2012 (Faust I)

Baden, Schweiz

 

12. und 13. Mai 2012 (Faust I+II)

Berliner Theatertreffen

 

28. Juli bis 21. August 2011 (Faust I+II)

Salzburger Festspiele, Perner-Insel, Hallein

 

Ausgewählte Kommentare
Faust I ist ein bisschen wie Zen. Man sieht die hohe Schauspielkunst, da diese nicht durch Bühnenbild und Kostümen verschleiert wird. Ich bin heute noch, einen Tag nach diesem Erlebnis, wie elektrisiert und absolut fasziniert. Ganz herzlichen Dank für dieses wunderbare Theatererlebnis!
Imme Petersen, 04.10.11
Ein wenig Achtung vor dem Werk von Goethe wäre angebracht.
Die "Aufführung" war eine Zumutung. Lustlos heruntergeleierte Texte, zerstörte Dialoge, keine Welten, die vor dem inneren Auge entstehen.
Maßlose Enttäuschung - nur vom Werk Goethes zusammengahalten. Eine Schande für Thalia. Keine Kunst.
Aus dem Gästebuch, 10.10.11
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