Pressestimmen zu Herzzentrum

„Kermanis Staunen über das Christentum und seine Faszination für christliche Kunst beträgt sich auf das Publikum, das bei manchen Kunstwerke, Lesungen, Gesängen und Schauspieldarbietungen nicht nur ein bisschen interessiert, sondern auch richtig berührt und bewegt ist. Die Zuschauer verstehen diesen genial und bizarr zwischen Volksbühnen-Chaos und spiritueller Ernsthaftigkeit pendelnden Abend als eine fantasievolle und fröhliche Schule des Sehens und als animierende Anregung zum Nachdenken über Kunst und Religion. Selbst für jemanden (wie mich), der das Buch kennt und gelesen hat, haben sich durch die szenischen Interpretationen noch einmal neue Eindrücke und Erkenntnisse aufgetan, die über das von Kermani Gesagte und Beschriebene hinausgehen. Das schwärmerische Buch und die ziemlich verrückte szenische Einrichtung können einen dazu bringen, sich noch einmal ganz neu und frisch mit den ganz großen Fragen zu beschäftigen: Wer sind wir, was wollen, woher kommen und wohin gehen wir?“ - kulturradio

„Es war ein eindringlicher Auftakt zu den Lessingtagen Anfang des Jahres. […] Da konnte man Lisa Hagmeister zuhören, wie sie von der unfreiwilligen Komik des ersten Begehrens erzählte, oder Felix Knopp, wie er vom schwierigen Vater-Abschied sprach. Die Inszenierung, eingerichtet von Thalia-Oberspielleiter Luk Perceval, war viel zu schade, um nur einmalig der Öffentlichkeit präsentiert zu werden. Deshalb wird sie in einer heutigen Premiere neu aufgelegt und insgesamt viermal in dieser Spielzeit gezeigt.“ - Hamburger Abendblatt

 

„Um dieses Innere geht es also an diesem Abend, der gar nicht als offizielle Eröffnung angekündigt ist, mehr als Grillfest mit 25 Schauspielern […] Aber sich in praxi ständig von der Lesung lösen, wenn auch nicht alle mit der Hegemann’schen Konsequenz. Und doch alle mit dem Wunsch, offen zu legen, was jeden einzelnen aus dem Buch interessiert. Vielleicht, weil es etwas trifft, was einen selber beschäftigt. Und dieses Einhaken und etwas Herauspicken symbolisiert wohl auch die beste Rezeption des Buches, das Leben und Denken parallel zu erzählen versucht. […] In diesem Sammelsurium aus Dingen und Erzählungen, die man zwei Stunden nebeneinander erlebt,  formt sich in kurzer Zeit tatsächlich ein Pendant zu Kermanis Roman. Was der wirklich ist – eine Art „Ulysees“ von heute oder der Versuch, das Ineinander von Leben und Denken, Gegenwart und Vergangenem aufzuschreiben –  das bleibt angenehm offen. Niemand versucht das Buch zu erklären oder den Abend ernsthaft als Dramatisierung zu beschreiben. Und doch hat es hier eigene Kräfte entwickelt und Hilfe geleistet, die Bewusstseinsbildung des Theaters für zwei Stunden nach außen sichtbar zu machen.“ - Nachtkritik 


„Das Wundersame: Aus den leise vorgetragenen, fragmentarischen Grenz- und Alltagserfahrungen erwuchsen stückweise Sinnstränge, die große und kleine Themen des Daseins bewusst machten. Unmittelbar wurde das Publikum vom Ineinanderkippen intimer Innenschau und weitem kulturellem Bogen erfasst und berührt.“ - Die Welt


„Eine wundervoll inszenierte literarische Installation.“ - Hamburger Abendblatt


„Noch nie habe ich einander wildfremde Menschen so intensiv in einem Austausch miteinander gesehen und über Dinge sprechen hören.“ - Zenith


„[...] da hatte Luk Perceval dem anderen Teil des Thalia-Ensembles zuzüglich einiger Gäste vom Schauspielhaus tags zuvor eine mutigeres Abenteuer verordnet: sich aus Navid Kermanis monumentalem Roman "Dein Name" je ein Stück oder eine Assoziation heraus zu picken und einen Ort dafür zu suchen in den technischen Arbeitsbereichen des Theaters. Stuhllager oder Requisite sind da zu Räumen der Fantasie geworden – und ein wenig jener Fantasie, die sich aus dem Nichts erfindet, wäre auch dem Rest der Eröffnung zu wünschen gewesen.“ - Deutschlandfunk