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أصوات من الشتات

Blogging: Stimmen aus dem Exil

Die Embassy of Hope hat momentan zwar geschlossen, aber das "Stimmen aus dem Exil" - Kollektiv des Thalia Gauß bloggt auf unserer digitalen Bühne wöchentlich Texte, Erinnerungen, Songs, Illustrationen, Videos und vieles mehr aus den letzten zwei Jahren der mehrsprachigen szenischen Lesereihe.

 

Gefangene des Schneckenhauses 5. Oktober 2019

 

أتى ايلول  نص لمحمد غنيم

  

أتى أيلول 

فمن أنا لأقول لكم من انا، معرفٌ مجهول

اكتب اسمي من اليمين الى اليسار، ومن اليسار إلى اليمين

ألفِظه كأوروبيٍّ مستشرقٍ و كعربيٍ صوته مستعصٍ ، من البكاء

مشيمٌ بالصبر مرهقٌ من نحته أسماء أجداده على جداراتٍ ظالمةٍ مظلمة

اجدادي شمسهم غابت، شرقٌ أوسط 

هنا او هناك…. اسماءٌ ذكرى وأحلام

 

ابي ينصت الراديو، عسى احد اولاده يرسل له رسالة صوتية تبث مباشرة عبر أثير اذاعة دمشق

يحتسي قهوته وحيداً مع الهيل

للقهوة طقس الصباح الأزلي

أختُ الوقت، تُحتسى على مهلٍ، لا على أرصفةٍ مجمدة و في محطات القطارات

مرةً قالت لهُ بعد انتقاده كثرة كلامها الصباحي:

(بأن القهوة ان تصنعها بنفسك، لا أن تأتيك على طبق؛  فحـــــامل الطبق هو حامل الكلام)

و قالت لي: القهوة رفيقة السكون

 

اليوم زارني أيلول

صنعت قهوتي وقلت لها ودمعتي:

صباح الخير يا حلوه… صباح الخير يا قديستي الحلوة

مضت أعوام يا أمي على الولد الذي أبحرَ برحلته الخرافيّه

وخبّأ في معاطفه طرابيناً من النعناع والزعتر

 وحيد … دخان سجائري و مقعدي مني يضجر

 عرفت نساء أوروبا.. عرفت عواطف الإسمنت والخشب

 عرفت حضارة التعب

 

أتى أيلول ولأبي حديث لا ينتهي وياسمين دمشق

أتى أيلول .. والراديو - مونتي كارلو والقدس و صوت العرب و القاهرة

أتى أيلول .. وفيروزُ صوتها مازال مبشراً بوطنٍ - لم يعد هنا أو هناك 

أتى ايلول .. وطفل الحرب كبر في ظلالها، شرب من ثديها، لعب وأزقتها، نام على إيقاعات صواريخها - أو في بطنها

 

أتى أيلول .. والزيتون

أتى أيلول .. و قاسيون

أتى أيلول .. فأين دمشق؟

 

مضت أعوامُ يا أمي وليل دمشق - فلّ دمشق - دور دمشق - تفاح دمشق - أحجارها - دكاكين أسواقها - وجبلها - مآذنها - كنائسها خريفها - مقاهيها - وملاهيها - مسارحها و ساحات نجومها 

 ذاك البيت .. أزهاركٍ البيضاء سريري ٬ كتبي ٬ أطفال حارتنا ٬ وجدران ملأناها ٬ بفوضى من كتابتنا

 صورٌ، ذكرىً ٬ ذاك المطار، أو ذاك المعتقل

 

أتى أيلول .. وأبي! 

أين أبي وعيناه وأين طريق الحرير؟

احمل اسمه و يحمل زيتونة عمرها ١٠٠٠ سنة 

وتحمله أمي .. تنظر ابراجي تحاكي نجومي لتسألها عن حال الخبز في مطبخي

تسير شوارع مدينتها وحيدةً، تبحث الغيوم

 

أتى أيلول .. فها أنا - ها أمي و ها أبي 

ها اختي ها اخي

ذاك الصبي الذي كبر بين شوطي الحرب، على هامش الحياة، لا يدري ما الوطن ولا يعشق غيره،

يحبه وهو لم يعرف ماهو الحب

وتلك البيلسانة وحدها باقية باقية باقية

وزهرها حنينٌ لابوابٍ ملأى بالثلج

 

أتى أيلول .. رفاق, القاب٬ اسماء، احلام، أفعال، آلام، احزان، افراح، ذكرى مكتوبة وأخرى منسية، ايام ، ليالي، بكاء، ضحك، وحرب، نسيان، عيد، رحيل ووداع، قبلة، صلاة و صيام ، حب، خداع ، ادعاء، عواء، انتصار، حرب، هجرة، اندماج، اندماج انعصار فاعصار مطر غزير يروي عطشي الأزلي

 

مرحباً انا اسمي زيكو

بمزيج من التفوق المبتذل اعرف بنفسي، اتجاهل محمد

واعرف عن ابو الشعر المجعد

القناع - في وقت الحرب و السلم - درع واقي من الرصاص و الأحكام المسبقة

هو تقمصني جسداً، و عقلاً حاورني

أوقات الحرب دافع عن المبدأ

أما اليوم يدافع عن الهوية

طفل حربٍ - عمره تسع سنين حرٌ مع وصفة (مقاديرها مجتمعية)

القليل من النبيذ مع اسم غير محدد الهوية، شعر مطعج، و قميص سانت باولي، ودراجة هوائية  وحي على النباتية

 

محمد اسم طفولتي حريتي، عبوديتي

هو اليوم محاطٌ بسوار من نظراتٍ وسهامٌ مسبقة الصنع،

 

اسمي ما قرأت و ما أقرأ 

اسمي ما جهلت و لم أجهل

اسمي ما أراه و لا أرى 

اسمي ما بدأت و ما ابدأ

كل ما اتذكر ما اتقصى و ما أقرأ

ما رأيت و ما أرى

اسمي تحت جلدي له طقوسٌ صوفية

من النعناع والزعتر من باستا الاشتراكية

من عرقٍ، من شاي، من قنب و مولوية

فلماذا تقول تعاليمكم اسمي ليس مني

وحدها تسندني الصفية، تلك التي وضعت قلبها دون قصد في حقائب سفري، و بيدها نسجت وجهي الآخر

اما اسمي فوحيداً يرقص حالماً كمن يعوم مطمئناً في بطن أمه

 

رحع أيلول… وأنت بعيد

بغيمة حزينة قمرها وحيد

فيروز تبدأ الحكاية

وحجر الرصيف يروي قصة حنين

قطرات الندى على سفوح قاسيون

تلتقط حروفا من الغيم… تصوّرها

قصيدة عشق... ياااا شاآم

تبحث بين أزقتها الحانية

عن قنديل...

ألمحُ وجوه الذين عَبَروا

أراهم يختبؤن في ظلّي

يستطيل مسافااات حد الحنين

أشتم رائحتهم ...الياسمين

هو عطري
أردد أسماءهم صمتا على ثغري

بجدار السماء يرتد الصدى

حزنا… صورا… ضحكات أطفال

تركوا نكهة ظلّهم على مقعد ودفتر وطبشور

وإلى هنا ...هنا أتوا

نورا وهاجا… قادما من… دمشق

 

Mohammed Ghunaim (Ziko)

 

Foto: Sven Malke

 

September kam

 

Der September ist da…

Wer bin ich, dir zu sagen wer ich bin, bekannt… unbekannt.

Ich schreibe meinen Namen von rechts nach links, und von links nach rechts.

Spreche ihn aus, wie ein europäischer Orientalist, und wie ein Araber dessen Stimme stumpf vom Weinen ist.

Ein Geduldiger ist erschöpft vom Meißeln der Namen seiner Vorfahren in alte, dunkle Wände.

Die Sonne meiner Vorfahren ist verloren gegangen, mein Osten ist nah,

Hier und Dort… Namen von Erinnerungen, Namen von Träumen.

Mein Vater lauscht dem Radio, möge ihm einer seiner Kinder eine Sprachnachricht senden, unser geräumiges Haus durch die Funkübertragung wärmend. 

Alleine nippt er an seinem Kardamom-Kaffee, um seinen Morgen zu eröffnen wie ein Kulturminister, das Museum der Morgenkultur einweihend.

Kaffee verkörpert das ewige Morgenritual, die Schwester der Zeit, sachte nippend, nimmer überladen auf Gehwegen oder U-Bahn-Schachten.

 

Einmal hieß sie ihn, still zu sein, nachdem er sie wegen ihrer vielen Morgenworte kritisierte:  „Kaffee ist selbst zu machen, nicht um auf einem Tablett gebracht zu werden, denn der Kaffeeträger ist der, der die Sprache trägt.“ Und sie sagte zu mir: „Kaffee ist ein stiller Begleiter.“

Heute hat mich der September besucht. Ich machte den Kaffee und meinen Tränen sagten zu ihr: „Guten Morgen, oh du Schöne… Guten Morgen, oh du Engel der Schönheit.”

Jahre sind vergangen Mutter, der Junge der in die Segel stach und auf mysteriöse Reise ging, sich in seinen Klamotten, Minze- und Thymian-Gläsern versteckte.

Ich  bin allein… mein Zigarettenqualm ist stumpf und mein Sitz ist angespannt. Ich traf Frauen in Europa... ich machte Bekanntschaft mit den Emotionen von Zement, Metall und Holz und traf die Kultur der Müdigkeit.

 

September  kam und mein Vater erzählte von dem Jasmin in Damaskus.

September kam… das Radio… Monte Carlo, Jerusalem, die Stimme der Arabischen Welt und Kairo.

September kam… die Stimme von Fairuz führt mich in die Heimat - weder hier noch da.

September kam… das Kind des Krieges wuchs auf in seinem Schatten, trank von seiner Brust, spielte in seinen Gassen, schlief ein mit den Stimmen der Raketen oder schlief für immer.

September kam… und Oliven. September kam… und Qasioun.

September kam… und wo ist Damaskus?

 

Jahre entfernt ist meine Mutter, und die damasquinische Nacht, Damaskus, ihre Blüte, ihre Vögel, und ihre Häuser. Damaskus´ Äpfel, Steine, Supermärkte, Märkte, Minarette, Herbst, Cafés und Freizeitparks, Theater und sternenförmige Plätze.

Jahre sind vergangen, Mutter, deine weißen Blumen… unser Haus… mein Bett… meine Bücher…  die Kinder unseres Viertels, von unserem Graffitichaos gefüllten Wände, Bilder, eine Erinnerung, (Kuss) … dieser Flughafen hier oder das Gefängnis dort.

September kam - wo ist Damaskus, wo ist mein Vater? Seine Augen? Wo die Seidenstraße?

Ich trage seinen Namen und er trägt einen 1000 Jahre alten Olivenbaum – er kommt weder aus West noch Ost.
Meine Mutter trägt ihn. Sie wartet, liest immer noch mein Horoskop, folgt den Sternen, und fragt bei Ihnen nach dem Brot in meiner Küche. Sie schreitet durch die Stadt und sucht nach den Wolken.

September kam und das bin ich. Das ist meine Mutter und das ist mein Vater, dies meine Schwester und mein Bruder:

Er ist der Junge, der zwischen den Etappen des Krieges aufwuchs, am Rand des Lebens, er kennt die Heimat nicht und hat dennoch nie etwas anderes geliebt.

Er liebt sie und er weiß nicht, was die Liebe ist.

 

Nur der Schwarze Holunder ist übrig geblieben, nur das bisschen ist geblieben.

Ihre Blüten sind die Nostalgie vor den zugeschneiten Türen.

September kam…

 

Genossen, Titel, Namen, Träume, Handlungen, Schmerzen, Leid, Freuden, eine geschriebene und eine vergessene Erinnerung, Tage, Nächte, Weinen, Lachen, vergessen, Fäuste, Aufbruch und Auf Wiedersehen, Kuss, Gebet und Fasten, Liebe, Täuschung, Betrug, Heulen, Sieg, Krieg, Migration, Integration, neue Farbe, ein Hurrikane, ein starker Regen löscht meinen Durst für alle Ewigkeiten.

Hallo. Mein Name ist Ziko. Ich erkenne mich im Spiegel der abgedroschenen Erfolge. Ich ignoriere Mohammed und stelle euch den Lockenkopf vor.
Die Maske, eine Schutzweste aus Schusspatronen und Vorurteile.

Der Lockenkopf spielt meine Rolle und ist die Synchronstimme meines Körpers. Er diskutiert in meinem Kopf.

Zur Zeit des Krieges verteidigt er Prinzipien.

Und heute verteidigt er die Identität.

Das Kind des Krieges… sechs Jahre alt und frei mit einem Rezept. Die Zutaten kommen aus der Gesellschaft.

Ein bisschen Wein mit einem neutralen Namen ohne Identität, Lockenkopf, ein St. Pauli Pullover, ein Rennrad und vegan.

Mohammed ist der Name meiner Kindheit, meiner Freiheit und meiner Unfreiheit.

Blicke und Pfeile durch Vorurteile geschaffen umgeben ihn heute.

Mein Name ist die Summe.

Von dem was ich las und nicht las.

Von dem was ich weiß und nicht weiß.

Von dem was ich sah und nicht sah.

Von dem was ich begann und nicht begann.

Die Summe von Allem, woran ich mich erinnere, was ich recherchiere und was ich lese.

Was ich sah und nie wieder sah.

Unter meiner Haut leben Rituale. Rituale des Sufismus.

Von Minze und Za’ter und der Torte des Teilens.

Von Araq, von Tee, von Hanf und Miluyye.

Warum sagen sie, mein Name gehört nicht zu mir…

Allein Svea steht hinter mir. Sie - die, die ihr Herz in meinen Reisekoffer legt ohne Hintergedanken oder Absichten.

Ihr Hände weben mir ein neues Gesicht. 

Mein Name. Alleine tanzt er, verliert sich in Träumen so wie ein Kind sich zurückzieht in die Geborgenheit der Mutter. 

September kehrt zurück und du bist weit weg.

September kehrte zurück mit einem einsamen Mond von Wolken umschlossen.

Fairuz beginnt ihre Erzählung.

Die Kopfsteinpflaster erzählen eine Geschichte von der Sehnsucht.

Züge, die den Qasioun umfahren.

Sie fangen die Sätze in den Wolken auf und erschaffen ein Gemälde.

Ein Liebesgedicht. Oh Damaskus.

Ist auf der Suche zwischen den alten Gassen.

Nach einer Laterne. Ich blicke in Gesichter, die sie kreuzen.

Sie verstecken sich in meinem Schatten.

Mein Schatten wächst und mit ihm die Sehnsucht. 

Ich rieche ihren Duft nach Jasemin. Meinen Duft!

Meine Lippen schweigen und wiederholen ihre Namen.

Von der Grenze des Himmels hallen sie zu mir zurück.

Trauer. Bilder. Das Lachen der Kinder. Ihre Witze.

Sie verlassen ihre Schatten auf ihren Sitzen, in ihren Schreibheften und mit der Kreide.

Bis hierher… Hier seid ihr.

Ihr leuchtet und scheint – und bringt Damaskus.

 

Mohammed Ghunaim (Ziko)

 

Foto: Sven Malke

 

Obrumankoma

Obrumankuma

Odapagya

Obrumankuma, Odapagya

Oson

Oson akyi nye aboa

 

This is a song chanted to honor our warriors who help us to find a new home for our people. A land of excellent minerals, and of pure nature and divine beauty. Our great warriors: Obrumankoma stands for the whale, Odapagya stands for the eagle, and Oson for the elephant.

After Obrumankoma and Odapagya died during this exodus, they were accordingly to our tradition embalmed and were carried to their final destination.

Our fathers named this new home Mankessem – Big City. Families spread themselves all over the land to settle down.

I settled down on top of the mountains where one could see the whole ocean. Where the water, the land, and the sky meet. The second village next to Mankessem, which is Kormantse. So beautiful.

In 1482, the Portuguese, Prince Henry the Navigators’ ships arrived at our coast, including Danish, Dutch, Swedish and English colonialists. In the mid-nineteenth century, the British rose eventually to dominance and gained control over my home. They have turned it to yet another colony of theirs. The Gold Coast colony.

They started focusing on gold, which explorers found to be abundant there. As it was the case in many other African regions. Europeans soon began to demand African captives all along the African coast.

 

I remember when I was captured, beaten and chained up at all time. I remember those days and nights in the slave castle thinking in pain and praying for freedom. I was chained up on a ship and transported across the Atlantic Ocean and found myself in some foreign land.

 

On March 6th of 1957, the Gold Coast became the Republic of Ghana, became the first of Britain’s African colonies to gain independence. It was Osagyifo Dr. Kwame Nkrumah, who made it possible with the Pan African Ideology. Organize and Centralize and come as one. And that the independence of Ghana is meaningless unless it is connected to the whole African continent. Until the color of ones’ skin means nothing to one another. And yet, there unfortunately will always be a war for supremacy, Unless you damn change and stop asking me, who am I! 

 

*Why do you still ask me who am I?

*Who were you before you came to my land?

I am, Queen Nanny, leader of the Jamaican Maroons of the 18th-century. Born into the Ashanti people in what is today Ghana, and escaped from slavery after being transported to Jamaica.

 

I am Tacky the rebel of Jamaica. My Rebellion, the great uprising of Akan slaves in Jamaica.

 

You robed me of my identity, my title, and made me a slave.

You create an identity for me.

Do you remember Belgium? When you put me in cages surrounded by your people looking at me with different eyes and dirty mindsets.

 

*And you ask me who am I?

 

I was you in the war times, when you had to hide your identity to survive. But I, I won’t hide and cannot – I have to survive.

 

 

How did you feel in the time of the terrible wars you launched, when your liberty was taken away from you, and there was no way you could get it back but to live with it. Mine was taken a long time ago and it is still been taken and my history of time is being written the way you want it to be.

 

I am a lion that have never been heard row before?

*But you still ask me who I am?

Why a philosophy that makes one superior over the other?

I am the Legend you have never heard before.

*Your greedy selfish system stops you from calling me your teacher, brother, sister, father, mother.

 

You only smile to me for your benefits but not for our benefit. You have done everything to make me a Hero that nobody celebrates. A Hero nobody is celebrating.  

 

Ekow Quagraine (Trigga)

 

Foto: Sven Malke

 

Obrumankoma

Obrumankuma

Odapagya

Obrumankuma, Odapagya

Oson

Oson akyi nye aboa

 

Dieses Lied wird zu Ehren unserer Krieger gesungen, die uns helfen ein neues Zuhause für unser Volk zu finden. Ein Land von reichhaltigen Bodenschätzen, ursprünglicher Natur und göttlicher Schönheit. Unsere großen Krieger: Obrumankoma steht für den Wal, Odapagya steht für den Adler und Oson steht für den Elefanten.

Nachdem Obrumankoma und Odapagya während des Exodus gestorben sind, wurde sie gemäß unserer Tradition einbalsamiert und zu ihrer letzten Ruhestätte getragen. Unsere Väter nannten dieses neue Zuhause Mankessem – die Große Stadt.

Familien besiedelten das Land. Ich ließ mich auf der Spitze des Berges nieder, von der aus man den ganzen Ozean unter sich sehen konnte. Da, wo sich das Wasser, das Land und der Himmel treffen. So schön.

 

Im Jahr 1482 kamen die Portugiesen. Das Schiff von Heinrich dem Seefahrer landete an unserer Küste an, mit dänischen, holländischen, schwedischen und englischen Kolonisatoren. Mitte des 19.  Jahrhunderts gewannen die Briten schließlich die Oberhand und übernahmen die Kontrolle über mein Zuhause. Sie haben es mal wieder zu einer ihrer Kolonien gemacht. Die Goldküste.

Sie stürzten sich auf den Abbau von Gold, da sie die reichen Vorkommen entdeckten. Genauso erging es auch vielen weiteren Regionen in Afrika. Europäer begannen bald afrikanische „Gefangene“ entlang der afrikanischen Küste zu verlangen.

 

Ich erinnere mich daran, wie ich gefangene genommen, geschlagen und in Fesseln gelegt wurde. Ich erinnere mich an die Tage und Nächte in der Sklavenburg, durch Schmerzen denkend und für Freiheit betend. Ich wurde in einem Schiff angekettet und über den Atlantik gebracht. Ich fand mich in einem fremden Land wieder.

 

Am 6. März 1957 wurde die Goldküste zur Republik Ghana, und wurde so die erste britische Kolonie, die ihre Unabhängigkeit erlangte. Osagyifo Dr. Kwame Nkrumah ermöglichte dies mit seiner panafrikanischen Ideologie: Organisieren und zentralisieren und eins werden. Die Unabhängigkeit Ghanas ist bedeutungslos, bis sie nicht den gesamten afrikanischen Kontinent betrifft. Bis die Farbe der Haut des einen für den anderen nichts mehr bedeutet. Und doch, leider, wird es immer einen Krieg um Vorherrschaft geben. Außer du verlangst Veränderung und hörst auf, mich zu fragen, wer ich bin!

* Warum fragst du mich immer noch, wer ich bin?!

* Wer warst du, bevor du in mein Land gekommen bist?

 

Ich bin Queen Nanny, Anführerin der jamaikanischen Maroon im 18. Jahrhundert, hineingeboren in das Volk der Ashanti, das aus dem heutigen Ghana stammte, und in Jamaika aus der Sklaverei geflohen.

 

Ich bin Tacky, der Rebell von Jamaika. Meine Rebellion war der größte Aufstand von Akan-Sklaven in Jamaika.

 

Du hast mich meiner Identität beraubt, meines Titels und mich zu einem Sklaven gemacht.

Du hast dir eine Identität für mich ausgedacht.

Erinnerst du dich an Belgien, als du mich in einen Käfig stecktest, umringt von Menschen, die mich mit fremden Augen anstarrten und ihre schrecklichen Gedanken dazu?

 

* Und du fragst mich, wer ich bin?

 

Ich war Du in Zeiten des Krieges, wenn du deine eigene Identität verstecken musstest, um zu überleben. Aber ich werde mich nicht verstecken, kann es auch nicht – und muss doch überleben.

Wie hast du dich in den Zeiten des Krieges gefühlt, die du selbst initiiert hast? Als deine Freiheit dir weggenommen wurde und dir nichts anderes übrig blieb, als damit zu leben?  Meine Freiheit wurde mir schon vor langer Zeit genommen und wird mir immer noch genommen. Und meine Geschichte wird so geschrieben, wie du es willst.

 

* Bin ich ein Löwe, der nie zuvor brüllen gehört wurde?

* Doch du fragst mich immer noch, wer ich bin?

 

Warum eine Philosophie, die den einen dem anderen überlegen sieht? Ich bin die Legende, von der du nie zuvor gehört hast. Dein gieriges, egoistisches System hält dich davon ab, mich als deinen Lehrer, Bruder, Schwester, Vater oder Mutter zu sehen.

Du lächelst mich nur für deinen Vorteil an, nicht für unseren. Du hast alles daran gesetzt, mich zu einem Helden zu machen, den niemand feiert. Einen Helden, den niemand feiert.

 

Ekow Quagraine (Trigga)

 

Foto: Sven Malke

 

redet bitte in sprachen, die ich nicht verstehe.

 

Würfelzuckerstücke verschmelzen in meiner Seele.

Wohin`s tropft. Wohin es wohl tropft.

Komm mir nicht mit … komm mir nicht mit.

Schnittstellen fehlen, dafür kreischende

Nähte schön schlampig gestochen.

Komm mir nicht mit Freiheit.

Frei… wie eine Straßenlaterne mit

Taschenlampen bewaffnet zur Sonne fliegt.

Eine Kuh. Wie eine Muschel.

Wenn‘s dich glücklich macht, nenn

mich Susi. Frei am Fließband.

Frei in der Knospe. Frei – a la carte. Frei

Im Namen, in der Person, Linien,

Schichten, Schamhaar, Licht,

Liebe, Zerfall und wovon

eigentlich redest denn du?

Sehr beschäftigt damit Privilegien zu

ficken, wie das Bettlaken aussieht.

Eins neunundachtzig. Ich weiß nicht

welche Melodien eine Kugel

pfeifen kann. Ich weiß nicht, wie kalt ist das Meer

im November. Haltlos. Taktlos. Maßlos.

Hic. Pic. Schlaflos. Schamlos. Gottlos.

Gefühlt – Europäer. Lachen mich Hyänen aus.

An der Oberfläche kratzt es nicht, zerfetzt, zerreißt.

Wovon redest du… aber glauben Sie ihm doch…

Glaub du ihm doch… glaubt ihm doch.

 

Als das Haus gebrannt hat, zum Beispiel, da hab ich mir meine

Haare gekämmt. Oder… oder wo M. gestorben

Ist, musste ich nicht weinen.

Wenn ich Kafka gewesen wäre, wäre ich Franz, ich hätt ihr diese

Briefe nicht geschrieben:

Of, Milena, wie du auf dem Stuhl sitzt oder im Bett

schläfst, warum kann ich da nicht der Schrank in deinem

Zimmer sein, der dich den ganzen Tag in voller Größe genießt,

usw. und sofort bin ich aber nicht Kafka.

Ich hätte geguckt, dass ich ganz schnell nach Wien komme.

Dort hätt ich mit ihr geschlafen,

ihr das Blaue vom Himmel und Baklava mit Pistazien versprochen,

nur um bequem abhauen zu können.

 

Oder ich müsste mal in ein Flugzeug steigen. Dort oben mit

Heineken volllaufen. In Izmir landen. Weiter zum Busbahnhof.

Noch vierzig Kilometer mit dem Bus fahren. Ich würde links sitzen.

Links am Fenster. Links, wo das Meer mitfährt. Aussteigen.

Restlichen Weg gehen. Die Straßen würden anders riechen.

Hunde ohne Besitzer würden an mir schnuppern. Weitergehen.

Bis ich ungefähr ankommen würd, vor der Tür von Vater,

klopfen, ihm, ich glaube, erst die rechte Hand und dann

die Augen küssen … tu‘ ich aber nicht. Ich bin…

Keine Zeit für seelenlose Dinge, keine Zeit

für seelenlose Lebensläufe. Ich… ich…ich…ich…

Schreib dir das mal schön hinter die Ohren.

 

Und weil es hier nichts zu holen gibt,

warum sollte man Angst haben?

Weil es hier nichts zu sehen gibt,

geht bitte weiter.

Wovon redest du …?

 

Erzählt es ruhig jedem. Soll keiner sagen können,

er hätte davon nichts gewusst.

Soll keiner behaupten, er hätte es nicht gehört.

 

Soll die Welt untergehen

mit dem ganzen Panzerzeug. Den Tulpen.

Den Käfern. Dem Oktoberfest. Zyklon B.

Safran. Ihre… ihre Augen.

Ein paar Brustwarzen gelutscht haben,

dann stirbt man und gut ist.

Weil, ich bin ja frei. Weil ist das Blut

Der Anderen.

 

Würde ich jetzt auf mein Rad steigen… würde

Ich jetzt auf mein Rad steigen… würde ich jetzt auf mein

Rad steigen und losfahren, würde ich in einer halben

Stunde bei ihr angekommen sein. Und doch.

Doch, doch.

 

Ich habe die Augenfarbe meiner Mutter vergessen.

 

Tataaaaaa……

 

Murat, hol das Konfetti.

 

Nail.Dogan.

 

Bild: Rabea Alsayed

Von und mit Najd Al Bakr, Shorouk El Hariry, Nail Dogan, Ekow Quagraine (Trigga), Mohammed Ghunaim Ziko Live-Musik Abdullah Ghunaim, Thomas Yang de Pfeiffer Bildende Kunst Remi Al Khiamy, Razan Sabagh, Rabea Alsayed Flyer-Design Yaman Al Bakr Szenische Einrichtung Samieh Jabbarin Künstlerische Mitarbeit Berfin Orman Thalia-Ensemble Toini Ruhnke

القوقعة| في ال ٢ من تشرين الأول ٢٠١٩ |

#LeaveNo
OneBehind

Hier geht es zu der Petition #LeaveNoOneBehind

Bild: Razan Sabagh

Foto: Ahmad Al Refaii

Foto: Ahmad Al Refaii

 

Borderline

 

Who are you, when nobody is looking?

Who are you, when nobody is watching?

 

Let me tell you what I really think of you.

There are artists, and then there’s everybody else. There are those who have lost, and then there’s everybody else. There are fighters, and then there’s everybody else. There are feminists, and then there’s everybody else. There are lovers, and then there’s everybody else.

And there is me. And then there’s everybody else.

One hundred and sixty-four centimeters of wonder.

Bigger. Smarter. Louder. Stronger. More – than you.

The things I never told you can be the only thoughts I have ever known.

 

Who are you, when nobody is looking?

Who are you, when nobody is watching?

 

Woman was never meant to see herself. There is nothing more sinister.

Mother nature gave her the gift of not being able to stare herself in the eye.
To notice that peculiar asymmetry of her lips.

Only in the water of rivers and motherhood and love could she see.

And only through the very posture that she had to assume:

to bend over, to stoop down,

could she commit the very crime of beholding

Oneself.

 

I had always made fun of Narcissus, you see.

But he made sense. The inventor of the mirror –

he corrupted woman’s heart, creating

a delusion of emancipation from the other’s eye.

Then came the pin-hole camera. Lens. Lights. Angles.

Selfies. Selfies. Selfies. More selfies.

Drowning in counts of binary code to get a documentation of love.

 

Who are you, when nobody is looking?

Who are you, when nobody is watching?

 

Let’s play a game, you and I. Pamper Me.

And I will flirt with you; feeding you

my delusion of your greatness. And you:

you pay me back in love. You whore.

 

Like mirror and woman, my infatuation with you

has corrupted me. And you have cleaned up after every time.

The perfect crime scene. Just to make sure, just to be certain

I stay locked up in your love. A trap.

Captivated by your hunger for everyone’s attention.

Attention! Attention! The audience claps and cheers and I see nothing.

I hear nothing, but your reassuring praise. Well done!

Well done. Look at you, shining in the sparkle. The glamour. Glitter.

Loud, loud, so loud, and in this deafening loud you are nothing  but scared.

Terrified to the bone. You boneless, spineless… fantasy.

You might be in god’s image, but you are nothing

but my petty invention, a figment of my imagination

and there cannot be a single greatest invention –

if wine and traffic lights had to compete.

 

Now I get it! I am the inventor! I invented mirrors

of love around you, a protective bubble made of glass,

you poor, poor, sick thing. Cracking once left in the dark.

I gave you the thorns of a throne,

to safeguard you from the dreams you had

of flying down six floors worth of a staircase to avoid

six-hours-worth of a mother’s beating.

I could not look you in the eye.

 

Throb. Throb. Throb. Your anxiety nestles in your temples and

Starts a flame

Nibble. Shake. Shiver. Nibble again. Gnawing at the tips

of a hand that could once hold a wand and take over the world.

Throb. Throb. Throb. The fire in your head shoots

an electric jolt through your scalp and down your neck

finding a s t o p sign and there it rests. Paralyzing you.

Crack.

 

Am I ready?

Ready to bare myself to you. To strip off layers of self?

Self-love, self-importance? To shed layers of self-worth, self-obsession,

self-harm, self-destruction that I crafted to shelter myself from you?

To get naked before your eyes, to be a cripple. To confide in you with my nudity,

to spill my weakness into you, knowing you will dump me at the door of this stage?

If I fall in front of you here and never made a sound,

did I ever happen at all?

 

Who are you, when nobody is looking?

Who are you, when nobody is watching?

 

But who am I to speak of such big words, big words they don’t teach little girls.

Little girl sat in classrooms and tied her shoes and giggled not too loud.

I wonder if little girl accidentally skipped that one class where they should have taught her

How to deal with things like loss. Losing a race. Or losing oneself in someone else.

Or losing oneself in oneself.

Who am I, when nobody is watching?

 

Shorouk El Hariry

 

And who fears to rise on the mountains live forever among the pits

و من يتهيب صعود الجبال يعش أبد الدهر بين الحفر _

© Yaman Albaker

Foto: Sven Malke

 

Die Angst: Kreuzigung von Jesus

 

Wenn alle schlafen, beeile ich mich und gehe zum Berg. Ich nehme „meinen Jesus“ von dem Kreuz herunter. Ich salbe seine Wunden und gebe ihm ein wenig zu essen. Ich ziehe ihn an und lege mich ins Bett. „Du wirst mich nicht jeden Tag ans Kreuz schlagen, das weißt du doch“, sagt er jeden Abend voller Entschlossenheit und Ruhe zu mir. „Du hast Angst davor, mich zu verlassen und zu gehen… Du hast Angst vor meinem Tod… Du hast Angst vor meiner Auferstehung…“

Ich erstarre für einen Moment, als würde man etwas hören, das man nicht hören möchte. Ich lache. Lache schallend und laut. Ich schlage ihn und peitsche ihn, sodass der Schmerz ihn in den Schlaf wiegt. Und so schläft er ein wenig bevor der nächste Tag anbricht.

 

Mit der Morgendämmerung trage ich ihn wieder den Berg hoch zum Kreuz. Ich schlage die Nägel in seine Hände und Füße und lege ihm die Dornenkrone auf. Ich starre ihn für eine Weile an, wende mich ab und gehe. Ich kehre zurück bevor die Stadt aufwacht. Wie ein Dieb, still und heimlich, betrete ich meine Wohnung und ziehe mir den „Gentleman“ über, dann gehe ich zur Arbeit.

Schuhe aus Leder. Gebügeltes Hemd und seidene Krawatte. Blumige Worte. Management und Consulting.

Wir helfen denen mit Besitz ihr Angesammeltes zu vermehren.

Und überzeugen Andere davon, dass sie in den Grenzen ihrer Möglichkeiten das Allerbeste erreicht haben. Nie habe ich gelogen. Es entsprach der Wahrheit. Es ist nun einmal das Beste, was ihnen möglich ist.

Manchmal wünsche ich mir, dass es eine Lüge ist. Aber es ist nicht weiter wichtig.

Ein Büro mit Ausblick mitten in der Stadt, gutes Einkommen und ein glänzendes Bild, das man bietet, wenn man sich gelegentlich vorstellt. Das sind Dinge, die Gedanken und Stimmen verstummen lassen.

 

Ich verlasse das Büro, ziehe den „Gentleman“ aus – und wahlweise den „Ehemann“, den „Vater“ oder die jeweils passende Maske an. Manchmal blickt jemand in das Gesicht und bemerkt, etwas erscheint nicht richtig. „Geht es dir gut heute?“ fragen sie. Und ich denke, täglich diese Masken zu sehen und sie nie zu bemerken – nur weil sie besser getragen wurden, ist das nicht eigenartig?

Nur Götter und ihre Kinder schämen sich vor der Verkleidung. Sie reißen die Hülle herunter vor anderen.

Ich bin weder Gott, noch bin ich ein Kind Gottes.

Ich bin nur das Kind der Furcht. Als eines der Kinder der Furcht beschämen mich die Masken nie.

Mit ihnen wird alles einfacher. So vergehen die Tage in dieser Routine. Jeden Morgen wird er gekreuzigt und am Abend verarztet. Und während so sein Körper immer schwächer wird, wird die Ruhe seiner Entschlossenheit immer stärker.

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Die Stadt schläft…

Ich trete hinaus ohne Maske. Die bloße, nackte Angst – ich.

Angeschlagenen Schrittes und zum Boden blickend, steige ich wieder auf den Berg.

Ich fühle mich nicht besonders gut. Etwas ist nicht richtig und ich kann es nicht begreifen.

Meine Füße tragen mich grade noch.

Ich komme oben an, außer Atem.

Ich hebe den Kopf.

Und erstarre bei dem Anblick eines leeren, blutigen Kreuzes.

 

Flucht vom Kreuz

Ich bin hier, ich bin nackt. Nägel sind in meinen Händen und Füßen.

Ich bin nicht der Einzige und das schmerzt umso mehr. Tausende um mich herum. Alle werden sie gekreuzigt von ihren Ängsten. Jeden Morgen.

 

Ich betrachte den Wahnsinn der Stadt von hier oben. Und höre dabei das Jammern um mich herum.

Ihr Jammern und Stöhnen zerstört sie immer mehr und zerstört mein Inneres mit jedem Mal mehr. Meine Ohren waren dem allem überdrüssig. Ich will mir das nicht mehr anhören.

 Sie klagen. Und ich singe, um sie nicht zu hören. Sie weinen. Und ich lache, weil ich nicht mehr weinen will.

 

Ich will hier nicht mehr sein.

Ich gehöre nicht hier hin.

Das bin nicht ich. Derjenige, der jeden Tag gekreuzigt wird,

Derjenige, der stirbt und auf die Auferstehung wartet.

 

Auferstehung?

Das bin ich. Ich bin die Auferstehung.

 

 „Ich bin die Auferstehung“, schreie ich.

„Ich bin die Auferstehung“, und ziehe mich fort mit dem Kreuz am Rücken.

„Ich bin die Auferstehung“, und die Nägel bohren sich in mein Fleisch.

„Ich bin die Auferstehung.“

Ich bin nicht auf diese Welt gekommen, um am Kreuz zu hängen. Ich bin nicht auf diese Welt gekommen, um mit diesen Fesseln und Zwängen zu leben.

 

Hör auf mit diesem Wahnsinn. „Du wirst an den Schmerzen sterben“, rufen die Gekreuzigten um mich herum. Aber da ist etwas, das sie nie verstehen werden. Ein Tod durch diese Schmerzen ist mir lieber als ein Tod durch jene Fesseln.

 

„Ich bin der Herr meiner Schmerzen… Ich bin die Auferstehung.“

Und ich ziehe weiter bis sich das Kreuz löst.

Ich befreie mich. Ich atme. Ich falle, stürze und pralle auf.

 

Jesus zu Maria

„Jetzt bin nur noch ich da, Mutter Ich bin hungrig und ich friere. Alles tut weh, mein Kopf, meine Hände, mein Rücken und meine Füße. Diesen Sturz kannte ich nicht. Und wie ich da so liege, fällt mein Blick in den Himmel.

Ich denke an die allererste Nacht, in der ich solch einen Himmel gesehen habe. Es war im ersten Dorf, direkt hinter der Grenze. Meine Lungen öffneten sich damals, ich schrie als sei ich neu geboren. Nun bin ich hier, atme und spüre wieder die Luft, die ein und ausströmt.

So plätschert Freiheit überall in unserer Gesellschaft. Aber nur die, denen sie entzogen wird, kennen ihren wahren Klang. Nur sie verstehen, was der Mensch bereit ist zu tun, um diesen Klang zu hören. Nur sie singen mit, wenn der Wahnsinn singt.“

 

Najd Al Bakr

 

Foto: Sven Malke

Foto: Sven Malke

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