Die SchülerbotschafterInnen zu "Wenn die Rolle singt oder der vollkommene Angler"

Unsere SchülerbotschafterInnen verfassen regelmäßig Rezensionen.

Der Angler-Club ASV Petri Heil-Butt – ein unglaubliches Wortspiel der extremen Sonderklasse – lädt zum unterhaltsamen Kennlern- und Vorstellungsabend. Ganz so, wie sich Menschen mit normalen Hobbys – dazu gehören nicht: Angeln, Merklin- o.ä. Eisenbahnen sammeln, Curling, Darts, Pool-Billard, Briefmarkensammeln, Jagen und Mitfünfziger, die an ihrem Auto „herumschrauben“ - solche Leute vorstellen; sie stottern herum und verlieren sich im kleinsten Teil. Sie sind unglaublich un-witzig und der Zuschauer muss, ähnlich wie bei Stromberg, nicht lachen, weil der Witz lustig war, sondern weil er gegen die Scham steuern muss. Jeder Witz ist ein Rohrkrepierer aber genau deshalb so unglaublich komisch. Das Stück ist wie eine Mischung aus Stromberg und Monty Python.
Der KaWa (Kassenwart) und „il Presidente“, die diesen Abend leiten, verlieren sich in kleinen, noch so unwichtigen Details über Köder, oder singen uns „die Forelle“ in drei Sprachen vor. Dieses Stück hat vielleicht nicht so viel Inhalt, aber umso mehr zu bieten; auch wenn es manchmal ein bisschen zu lang ist. Es ist wie ein Kabarett -Abend an dem alles, was man sich vorstellt und auch alles was man sich nicht vorstellt, passieren wird.

Wer angelt, oder in irgendeinem Verein ist, hat vielleicht noch mehr Spaß; aber auch so, kann ich mir schwer vorstellen, dass irgendwer dieses Stück komplett unlustig findet.
Paulo Sieweck, Corwey Gymnasium, Jg 11

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Was für ein vollkommener Abend!
Es ist herrlich den beiden Anglern zu zusehen und zu zuhören. Das Stück lebt dadurch, dass sich die beiden herrlichen Charaktere immer wieder in ihren Erzählungen verlieren. Damit ihre Improvisationen oder auch Themenvertiefungen nicht ganz mit Ihnen durchgehen und sie auch in der Handlung vorankommen, hängt in dem Vereinshaus eine Uhr um die, leider viel zu schnell voranschreitende, Zeit ein bisschen im Auge zu behalten.Absolut amüsierend ist es, wenn sich die beiden Figuren zanken und diskutieren.  Besonders köstlich waren das Nasenflötenspiel und zwei sich dabei vor Lachen nicht mehr einkriegende Schauspieler, der schwebende Hummer und die Käsewerbung. Ebenfalls hat mir gefallen, dass das Spiel sehr nah am Zuschauer ist und auch auf das Publikum eingegangen wird.
…Und ganz nebenbei lernt man doch Einiges, mehr oder weniger  Nützliches über Fische, Köder und alles was das Anglerherz zusätzlich begehrt, bzw. mitteilt.
Ich ärgere mich ein bisschen, dass ich mir das Stück nicht schon viel früher angeschaut habe, da ich jetzt für ein Jahr nicht in Hamburg bin und mir die Angler in der Zeit nicht erneut angucken kann. Ich möchte mir dieses Stück auf jeden Fall nocheinmal ansehen, denn ich bin mir ziemlich sicher, dass jede Aufführung einmalig ist.
Julia Menk