Lulu

Lu
lu. Die Büch
se der Pandora

Eine Monstertragödie von Frank Wedekind / Regie Michael Thalheimer

Regie
Michael Thalheimer


Bühne
Olaf Altmann


Kostüme
Barbara Drosihn


Musik
Bert Wrede


Video
Alexander du Prel


Licht
Stefan Bolliger


Dramaturgie
Sonja Anders

 

Mit

Fritzi Haberlandt (Lulu)
Norman Hacker (Dr. Franz Schöning)
Felix Knopp (Alwa Schöning)
Christoph Bantzer (Dr. Goll)
Markus Graf (Schigolch)
Hans Löw (Eduard Schwarz)
Maren Eggert (Gräfin von Geschwitz)
Peter Moltzen (Rodrigo Quast)
Helmut Mooshammer (Casti-Piani)
Axel Olsson (Mr. Hopkins)
Andreas Döhler (Kungu-Poti)
Harald Weiler (Dr. Hilti)
Michael Benthin (Jack)

„Lulu" ist als wilde Groteske zu spielen; als eine übertriebene blutige Farce; als eine aufregend lächerliche Satansmesse; kurz, als eine Höllenbelustigung und nicht als eine Erdentragödie.“ Alfred Polgar (1912)

 

„Lulu“ ist eine der ersten literarischen Frauenfiguren Ende des 19. Jahrhunderts, die von Beginn an dagegen ankämpft, zum Opfer der Gesellschaft, ihrer Normen und Regeln, zu werden. Die Männer scheitern an ihrer Liebe, ihrer Beziehung zu Lulu, an den Wunschbildern, die sie auf sie projizieren. Konventionen und Verträge, das alles bedeutet Lulu nichts. Die Männer fallen ihr zum Opfer. Sie wird weiter getrieben auf der Suche nach etwas „Anderem“ – bis sie auf ihrer Flucht in London bei Jack the Ripper landet.

Michael Thalheimer, der während der Khuon-Zeit am Thalia viele herausragende Inszenierungen auf die Bühne gebracht hat, greift in seiner Arbeit auf Wedekinds zwischen 1892 und 1894 entstandenen Urfassung „Die Büchse der Pandora“ zurück, die erst 1988 am Deutschen Schauspielhaus (Regie Peter Zadek) zum ersten Mal gezeigt wurde. Das Stück hat durch seinen Autor, der 1904 am „Intimen Theater Nürnberg“ unter dem Pseudonym Heinrich Kammerer selbst als Dr. Schönig auf der Bühne stand, im Lauf der Zeit einige Wandlungen erhalten: nicht zuletzt aufgrund einer gerichtlichen Anordnung, die ihm und seinem Verleger Bruno Cassirer1905/06 die Verbreitung des „unzüchtigen“ Textes verbot.

Mit Fritzi Haberlandt, die bereits „Liliom“, Thalheimers erste Regiearbeit am Thalia Theater stark geprägt hat, hat er einen ganz neuen Blick auf die Figur der „Männermordenden“ Lulu geschaffen.

 

„Fritzi Haberlandt ist der Hauch einer Lulu, die Idee der Lust eher als ihre Verkörperung. Ein Puck, keine Medusa. Die Nacktheit der Männer steigert nur ihre Keuschheit. Die Bühne ist leer wie ein Radarschirm, auf dem ein einziges ihre Keuschheit. Die Bühne ist leer wie ein Radarschirm, auf dem ein einziges Objekt schwebt, Lulu.“ -  Peter Kümmel, in DIE ZEIT, 4.3.2004

„Es war der Abend von Fritzi Haberlandt. Sie spielte eine Lulu von grausamer Komik und zerrender Trauer. Ihr gelang der schnelle Wechsel von Freude zu Entsetzen, von Hysterie zu Furcht. Göre, Girlie, Biest und Hure." - Werner Theurich, DER SPIEGEL, 29.2.2004

 

In fünf Akten erzählt Wedekind in seiner Urfassung der ‚Lulu’ die Geschichte einer Frau, die von der Straße kommt und auch dort endet:

I. Lulu ist mit dem viel älteren Dr. Goll verheiratet. Er lässt ein Porträt von ihr malen und als er seine Frau und den Maler Schwarz in flagranti überrascht, erliegt er einem Herzanfall.           

II. Lulu hat Schwarz geheiratet. Sie erhält Besuch von ihrem ,Vater‘ Schigolch, der sie um Geld bittet. Ihr Geliebter Dr. Schöning will die andauernde Beziehung mit ihr beenden, weil er sich bürgerlich binden will. Schwarz erfährt, dass Lulu bei ihrer Hochzeit nicht mehr unberührt war und schneidet sich die Kehle durch.    

III. Lulu hat Schöning geheiratet.  Sie wird von der Gräfin Geschwitz angebetet. Unermüdlich unterhält sie Affären, darunter mit Schönings Sohn Alwa und dem Artisten Rodrigo Quast. Schöning kommt ihr auf die Spur und will sie dazu bringen, sich selbst zu erschießen. Doch Lulu erschießt Schöning.

IV.  Lulu, Alwa, Rodrigo Quast, Schigolch und die Gräfin Geschwitz sind nach Paris geflohen, wo Lulu von Casti Piani, einem Mädchenhändler, erpresst wird. Entweder er zeigt sie bei der Polizei an oder er verkauft sie an ein Bordell.     

V.    Lulus letzte Station ist London, wo sie mit Alwa, Schigolch und der Gräfin Geschwitz in einer Dachkammer haust. Sie soll anschaffen gehen. Vier Freier bringt sie in die Dachkammer mit – der letzte ist Jack the Ripper.

 

Aufführungsdauer ca. 2 Stunden  

Premiere 28. Februar 2004, Thalia Theater

   

Eingeladen zum Berliner Theatertreffen 2004, Théâtre National de Strasbourg, Le Théâtre National de Bretagne Rennes, BAM New York

         

 

 

PRESSESTIMMEN

Hier geht es zu den Pressestimmen

 

Weitere Pressestimmen
MEIN KOMMENTAR
KOMMENTAR
ABSCHICKEN

Mit dem Versenden dieses Kommentarformulars erklären Sie sich damit einverstanden, dass die von Ihnen angegebenen Daten elektronisch erfasst, gespeichert und auf unserer Webseite veröffentlicht werden. Wir verwenden Ihre Daten ausschließlich zur Veröffentlichung Ihres Beitrags. Ihre Einwilligung kann jederzeit widerrufen werden, z.B. per E-Mail an widerruf@thalia-theater.de. Ihr Beitrag und Ihre persönlichen Daten werden dann gelöscht. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Bitte verschicken Sie keine Karten- oder sonstige Anfragen über die Kommentarfunktion. Über die Kommentarspalte gestellte Anfragen werden nicht beantwortet. Für Fragen zu Programm etc. steht Ihnen das Kartentelefon unter 040. 32 814 – 444 oder die E-Mail¬Adresse theaterkasse@thalia-theater.de zur Verfügung.