Drei Schwestern

Drei Sch
western

von Anton Tschechow / Regie Mateja Koležnik

Das Leben ist immer anderswo. Im Gestern oder im Morgen, jedenfalls an einem anderen Ort und in einer anderen Zeit als im Hier und Jetzt, in dem man genauso feststeckt wie in der Provinz, in die sich alle zu Unrecht verschlagen fühlen. Und in der sich die drei Schwestern Irina, Mascha und Olga wiederfinden zwischen Heimweh nach der Kindheit und Fernweh „Nach Moskau! Nach Moskau!“. Sie träumen von einer sinnvolleren Arbeit, einer größeren Liebe, einer besseren Gesellschaft. Sie alle sind virtuos im aneinander Vorbeireden und ­lieben. Sie leben ihr jetziges Leben, als wäre es ein Provisorium, eine Skizze in einer Kladde als Vorstudie für das Eigentliche, was noch folgt. Aber es gibt kein zweites Leben, kein alles auf Anfang und noch einmal von vorn. Mit der unerbittlich vergehenden Zeit wächst die Verzweiflung, die Panik.

 

„Sie sagen: das Leben ist schön. Ja, aber wenn es nur so erscheint. Für uns, drei Schwestern, war das Leben noch nicht schön, es hat uns überwuchert wie Unkraut.“ Die Frage, „Wie wollen wir in Zukunft leben?“, die sich alle in Tschechows „Drei Schwestern“ so unablässig wie ergebnisoffen stellen, hat auch mehr als hundert Jahre später nichts an Dringlichkeit verloren. „Wir müssen arbeiten!“ sagt Irina, die Jüngste, immer wieder. „Don’t cry, work!“ sagt Rainald Goetz dazu. Ja, wenn das so einfach wäre.

 

Die vielfach ausgezeichnete slowenische Regisseurin Mateja Koležnik, die u.a. an Theatern in Ljubljana, Maribor, Zagreb, Basel, München und Wien inszeniert hat, führt mit Tschechows „Drei Schwestern“ zum ersten Mal Regie am Thalia Theater.

 

Thalia Theater