In einem Land vor unserer Zeit

Feiern findet man eigentlich gut. Aber wenn man selbst zu spät geboren ist, um sich an irgendetwas zu erinnern, was eine Feier wert wäre, was macht man dann? Einfach planlos mitfeiern und alles mitnehmen, was zu einer guten Party dazu gehört? Vor 20 Jahren, als die Mauer fiel, waren die Diplomstudenten der Theaterakademie gerade drei oder vier Jahre alt. So what, let’s party – die anderen werden schon wissen warum! Aber das wäre doch irgendwie blöd, oder?

Also was tun? Man setzt sich einfach selbst in Beziehung zu jener Zeit. Macht sich auf die Suche nach dem Unbekannten. Ganz persönlich. Und fragt bei denen nach, die dabei waren. Folgert vom Kleinen ins Große. Sichtet Literatur, Filme, Dokumentationen, YouTube. Konfrontiert sich so mit Geschichten über eine Epoche, die durch ihre Zweistaatlichkeit geprägt war. Und fragt sich dabei, was das mit einem zu tun hat: Was genau ist eigentlich Demokratie? Was Diktatur? Richtet Ost- und Westblicke auf die Zukunft. Auf die Welt heute. Stößt auf andere – für einen persönlich viel wichtigere – Ereignisse. Aus diesem authentischen Blick heraus wird ein projekthafter Theaterabend, der immer auf der Grenze zwischen Spiel und Nicht-Spiel balanciert. Die Grenzen verwischen, öffnen sich: im Spiel, wie auch in der Realität. Erinnerung und vermittelte Erinnerung ist ein Land fern wie Kuba und fremd wie China.

„In einem Land vor unserer Zeit“ ist ein Projekt, entwickelt von Marlon Metzen in Zusammenarbeit mit der Theaterakademie Hamburg. Neben Schauspielern des Thalia Ensembles stehen die folgenden Schauspielstudenten der Theaterakademie Hamburg auf der Bühne: Betty Freudenberg, Isabell Giebeler, Theresa Rose, Jakob Stark, Orlando Klaus, Birger Frehse, Sebastian Moske und Gabriel R. Silvero.

Uraufführung am 10. Oktober 2009 im Thalia Gaußstraße

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