Leben und Schicksal

Gastspiel Maly Drama Theatre – THEATRE DE L’EUROPE, St. Petersburg, Russland
Für die Bühne eingerichtet von Lev Dodin

Moskau 1943. Die deutsche Wehrmacht und die Sowjetunion schlagen vor Stalingrad die entscheidende Schlacht. Der russisch-jüdische Atomphysiker Victor Strum ist mit seiner Familie aus der Evakuierung nach Moskau zurückgekehrt. „Ich wünsche Ihnen den größten Erfolg bei Ihren Forschungen.“ Ein Anruf, mit dem Strum nie gerechnet hätte: am Apparat ist Stalin. Dies bedeutet Strums Rehabilitierung als Forscher, kurz nachdem er im Zuge antisemitischer Machenschaften als Staatsfeind diffamiert und aus dem Moskauer Institut für Nuklear-Physik gewiesen werden sollte.
Der Wind hat sich gedreht. Amerika kämpft um das Atom-Monopol und Russland muss im Wettbewerb bleiben. Für Victor Strum eine schwierige Gewissensfrage: Freie Bahn zu haben für seine Forschung und gleichzeitig mit ansehen zu müssen, wie in Stalins Gulags Familienangehörige und Freunde als Volksfeinde terrorisiert und vernichtet werden. Die Verwandtschaft von Nationalsozialismus und Sowjetunion, ihrer Totalitarität und ihres Terrors, liegt offen zutage.
In den Wirren dieser Zeit treffen Menschen aufeinander, die sich sonst nie begegnet wären, und es gibt so etwas wie die „menschliche Güte“, unabhängig von religiösen und ideologischen Zielen.

„Ich liebe die Menschen. Mich interessiert ihr Leben“, notierte der russische Autor und Kriegsbericht- erstatter Wassili Grossman in seinem Kriegstagebuch. Zehn Jahre lang schrieb er an seinem weit verzweigten Schlüsselroman „Leben und Schicksal“, dem persönliche Erlebnisse und Erfahrungen zugrunde liegen. 1960 bot Grossman den Text einer Zeitung zur Veröffentlichung an. Das Buch wurde sofort verboten, der Geheimdienst fahndete fieberhaft nach Kopien des Manuskripts um seine Verbreitung zu verhindern.

Der russische Regisseur Lev Dodin, Leiter des Maly Theaters in St. Petersburg, hat diesen monumentalen Erzählkosmos gemeinsam mit seinem Ensemble und Schauspielstudenten auf die Bühne gebracht. Die Inszenierung wurde bereits auf Gastspielen in Australien, Israel, Frankreich und den USA gefeiert.

Sponsoren: Mikhail Prokhorov Foundation, KINEF Mit Unterstützung der Federal Russian Agency for Culture and Cinematography an RAO UES of Russia

Regie Lev Dodin Bühne Alexey Poray-Koshits Kostüme Irina Zvetkova
Ensemble Elizaveta Boyarskaya, Igor Chernevich, Oleg Dimitriev, Oleg Gaianov, Pavel Gryaznov, Igor Ivanov, Anatoly Kolibianov, Alexander Koshkarev, Danila Kozlovskiy, Sergey Kuryshev, Alexey Morozov, Stanislav Nikolskiy, Maxim Pavlenko, Daria Rumyantseva, Oleg Ryazantsev, Vladimir Seleznev, Tatiana Shestakova, Elena Solomonova, Stanislav Tkachenko, Vladimir Zakharyev, Alexey Zubarev

Aufführung in russischer Sprache und mit deutschen Übertiteln.

Übersetzung aus dem Russischen und Übertitelung: Brigitte van Kann.


Dieses Gastspiel wird unterstützt von Ernst & Young, Implico GmbH und der Hans-Kauffmann-Stiftung.

     

Vor beiden Vorstellungen finden jeweils Einfüh-rungen mit der Dramaturgin Beate Heine statt. Am 31.1. um 19.10 Uhr in der Theaterbar Zentrale und am 1.2. um 19 Uhr im Mittelrangfoyer.

Im Anschluss an die Vorstellung am 1. Februar findet ein Publikumsgespräch mit Lev Dodin und dem Ensemble statt. Moderation: Brigitte van Kann (Übersetzerin und Rundfunkjournalistin).

Fotos
Beiträge
Kommentare

Leben und Schicksal - Das beste Stück, das ich je sah.
aus dem Gästebuch, 07.02.11