Der Unterhändler

Gastspiel Lin Zhaohua Theatre Studio, Peking, China

Zwischen experimenteller Avantgarde und Realismus: Der chinesische Theaterregisseur Lin Zhaohua ist einer der bedeutendsten Gestalten des zeitgenössischen Theaters in der Volksrepublik und löst mit seinen Arbeiten immer wieder kontroverse Diskussionen aus. In seiner neuesten Produktion „Der Unterhändler“ beschäftigt sich Zhaohua mit der antiken chinesischen Geschichte, die er aus einer neuen Perspektive beleuchtet und damit einen Verweis auf aktuelle politische Verhältnisse schafft.
Das Chinesische Reich vor über 2000 Jahren: Der Kleinstaat Lu, die Heimat von Konfuzius, wird von den Truppen des mächtigen Nachbarstaates Qi belagert. Um seine Heimat vor der Zerstörung zu bewahren schickt Konfuzius seinen Schüler Zi-Gong als Unterhändler aus, damit er zwischen den einzelnen Fürstenstaaten vermittelt. Zi-Gong beginnt ein gefährliches politisches Intrigenspiel, in dessen Verlauf alle Fürstentümer in den Krieg verwickelt werden – die so genannte „Zeit der Streitenden Reiche“ (403- 221 v.Chr.) ist angebrochen, die jetzt genau die zahllosen Opfer fordert, die Konfuzius verhindern wollte. Doch lassen sich machtpolitische Spiele einfach wieder beenden? Und kann man seine humanistischen Ideale im Krieg noch vertreten?

„Der Unterhändler“ im Rahmen der Lessingtage ist gleichzeitig Teil eines Austausches zwischen Deutschland und China: Anfang Dezember gastierte „Hamlet“ in der Regie von Luk Perceval im Volkskunst-Theater Peking.

Regie Lin Zhaohua, Yi Liming Bühne Yi Liming, Zhang Wei Kostüme Akuan Komposition Hao Weiya, Rong Na Musik Niu Jiandang, Rong Na Übersetzung Dong Fangfang
Ensemble
Pu Cunxin, Gao Yalin, Cai Yingnan, Li Zhonglei, Li Luyao, Wang Dingyi, Zhao Lei, Li Tianya, Wang Feng, Cui Yongping, Zhang Yeizi / Liu Yang / Wanf You, Huang Chengcheng, Li Xin

Aufführung in chinesischer Sprache und mit deutschen Übertiteln.

Vor beiden Vorstellungen finden jeweils Einführungen um 19.30 Uhr im Mittelrangfoyer in Kooperation mit dem Konfuzius-Institut, Universität Hamburg, statt. Moderation: Prof. Hans Stumpfeldt (Universität Hamburg, Asien-Afrika-Institut, Abteilung für Sprache und Kultur Chinas).

Im Anschluss an beide Vorstellungen findet ein Publikumsgespräch mit Lin Zhaohua statt. Moderation: Dr. Carsten Krause (Geschäftsführender Direktor Konfuzius-Institut).

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Wohltat
Endlich mal kein deutsches "Regietheater". Welche Wohltat!
aus dem Gästebuch, 07.02.11

Genial
Geniales Stück!
aus dem Gästebuch, 07.02.11