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No Body

von Mable Preach Regie Mable Preach
Dauer 1 Std. 10 Min., keine Pause
Uraufführung 20.5.26, Thalia Gaußstraße
if they dont hear you make them listen

Dieser Satz zieht sich wie ein Echo durch die gesamte Inszenierung. Er ist Demonstrationsruf, Warnung und Anklage zugleich — und wird schließlich sogar Teil der Anklageschrift gegen Lilian. Doch wann beginnt Protest eigentlich laut werden zu müssen? Und warum werden manche Stimmen erst gehört, wenn sie nicht mehr überhörbar sind?

 

Wer oder was ist eigentlich ein No Body? Und wie gehen wir mit dem Nicht-Dazugehören um? Wo beginnt Freundschaft? Und wann gerät etwas in Schieflage, sodass Solidarität notwendig wird?

 

All diesen Fragen widmet sich die neue Inszenierung von Mable Preach. Im Zentrum stehen Lilian, Jonas, Mia und Hannah. Die vier jungen Menschen erleben wir zwischen Kennenlernen, Freundschaft und dem gemeinsamen Einstehen für etwas, das verbindet. Der rote Faden der Geschichte bleibt dabei klar: Ein Student stellt eine unbequeme politische Frage und soll daraufhin exmatrikuliert werden. Durch TikTok-Videos der Situation entwickelt sich eine Dynamik, in der die vier Figuren auf ganz unterschiedliche Weise Teil der Demonstrationen auf dem Campus werden.

 

Angeklagt wird jedoch nur Lilian. Als Schwarze Frau führt sie durch die Inszenierung und beschreibt anhand ihrer eigenen Rassismuserfahrungen — beginnend mit Kindheitserinnerungen auf dem Schulhof — wie tief und komplex gesellschaftliche Strukturen verankert sind.

 

Besonders für Schüler*innen ist, wie die Inszenierung schwere und komplexe Themen wie Rassismus, Ausgrenzung und politische Verantwortung zugänglich macht, ohne ihnen ihre Ernsthaftigkeit zu nehmen. Elektronische Beats, Gesang, Choreografien und immer wieder humorvolle Dialoge verleihen dem Stück eine überraschende Leichtigkeit. So gelingt es in nur 70 Minuten, eine Geschichte zu erzählen, die gleichermaßen unterhält, bewegt und zum Nachdenken anregt.