Lessingpreis

Und ein Vergnügen erwarten, ist auch ein Vergnügen.“ – Gotthold Ephraim Lessing

Der mit 20.000 Euro dotierte Lessing-Preis der Freien und Hansestadt Hamburg gehört zu den traditionsreichsten Kulturpreisen und wurde 1929 vom Senat anlässlich des 200. Geburtstages von Gotthold Ephraim Lessing gestiftet Seither geht er alle vier Jahre an bedeutende publizierende Persönlichkeiten. Zusätzlich wird das mit 10.000 Euro dotierte Stipendium des Lessing-Preises an Autor:innen mit starkem Hamburg-Bezug vergeben. Die Preisträger:innen sollen sich im Sinne Lessings den Maximen der Aufklärung verpflichtet fühlen und sie in ihrer geistigen Arbeit zum Ausdruck bringen. Die Stipendiaten sollen zudem eine besondere Beziehung zu Hamburg haben. Preisträger:innen waren unter anderem Hans Henny Jahnn, Hannah Arendt, Peter Weiss, Walter Jens, Max Horkheimer, Jean Améry, Alexander Kluge, Jan Philipp Reemtsma, Nino Haratischwili, Juliane Rebentisch und Karl Schlögel. 2021 ging der Lessing-Preis an den Schriftsteller Uwe Timm und das Stipendium an die Comic-Zeichnerin Birgit Weyhe.

Der Lessing-Preis der Freien und Hansestadt Hamburg geht 2025 an die Autorin Judith Schalansky. Mit dem Stipendium des Lessing-Preises wird Anja Kampmann ausgezeichnet. Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien, überreicht beide Auszeichnungen am 25. Januar 2026 im Thalia Theater im Rahmen einer festlichen Matinee.

Thalia Ensemblemitglied Caro Junghanns wird beim Lessingpreis Texte der Preisträgerin des Stipendiums Anja Kampmann lesen.

 

Die Jury:

Jan Ehlert (Redakteur beim NDR Kultur und Hosts des NDR-Literaturpodcasts eat.READ.sleep), Esther Kilchmann (Professorin für Neuere deutsche Literatur an der Universität Hamburg), Marianna Lieder (freie Autorin, Journalistin und Literaturkritikerin), Andreas Platthaus (Autor, Redakteur und Chef des Literatur-Ressorts der FAZ) und Juliane Rebentisch (Professorin für Philosophie an der HfbK).

 

Zu den Preisträgerinnen:

Judith Schalansky wurde 1980 in Greifswald geboren. Sie studierte Kunstgeschichte und Kommunikationsdesign in Potsdam und Berlin, wo sie bis heute lebt. Sie ist Mitgründerin des Verbandes PEN Berlin und feierte 2008 ihr Debüt als Schriftstellerin mit dem Roman „Blau steht dir nicht“. Seitdem hat sie für ihre Werke als eigenständige Gestalterin ihrer Bücher sowohl zahlreiche Design- als auch literarische Preise erhalten, darunter den 1. Preis der Stiftung der Buchkunst für den „Atlas der abgelegenen Inseln“ (2009) und „Der Hals der Giraffe“ (2011) und den Wortmeldungen-Literaturpreis für ihren Essay „Schwankende Kanarien“ (2023). 2019 war sie gemeinsam mit Karl Ove Knausgård Poetik-Dozentin an der Universität Tübingen und ist Teil der Akademie der Wissenschaften sowie der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. Ihre Bücher wurden in über 25 Sprachen übersetzt und an diversen Theatern adaptiert. Ihre besondere gestalterische Handschrift prägt ihr gesamtes Werk und trägt wesentlich zu ihrer internationalen Ausstrahlung bei.

Anja Kampmann wurde 1983 in Hamburg geboren und studierte an der Universität Hamburg und dem Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Seit 2006 nimmt sie regelmäßig an internationalen Literaturfestivals teil und erscheint mit Lyrik und Prosa in diversen Zeitschriften und Anthologien. Im Carl Hanser Verlag veröffentlichte sie 2016 ihr Lyrikdebüt „Proben von Stein und Licht“ sowie 2018 den Roman „Wie hoch die Wasser steigen“, wofür sie den Mara-Cassens-Preis, den Lessing-Preis des Freistaates Sachsen sowie eine Einladung als Finalistin des Alfred Döblin Preises erhielt und auf der Leipziger Buchmesse mit dem Preis in der Kategorie Belletristik ausgezeichnet wurde. 2020 stand sie auf der Shortlist der amerikanischen National Book Awards und ist seit 2024 Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste. Ihr neuer Roman „Die Wut ist ein heller Stern“ (2025) setzt sich eindringlich mit Emanzipation und dem Widerstand gegen ein faschistisches Regime auseinander. Ihr Werk zeigt durchgängig eine beeindruckende Verbindung von poetischer Sensibilität und gesellschaftlicher Wachheit.

 

Eine Veranstaltung der Behörde für Kultur und Medien Hamburg in Zusammenarbeit mit dem Thalia Theater

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