Dantons Tod

Was gilt es heute noch zu stürzen? Die Herrschaft des Geldes und der Märkte? Ist soziale Gerechtigkeit noch ein Ziel der Politik? „Seit etwa drei Jahren habe ich keinen Artikel mehr geschrieben, denn ich weiß nicht mehr, was ich noch schreiben soll“, so der Schriftsteller Ingo Schulze im Januar 2012. „Es ist alles so offensichtlich: die Abschaffung der Demokratie, die zunehmende soziale und ökonomische Polarisation in Arm und Reich, der Ruin des Sozialstaates, die Privatisierung und damit Ökonomisierung aller Lebensbereiche, die Blindheit für den Rechtsextremismus und, und, und…“

Kann der Einzelne den Verlauf der Geschichte beeinflussen? Der 22-jährige Büchner, als Verfasser der politischen Flugschrift „Der Hessische Landbote“ nur knapp einer Verhaftung entgangen, beschäftigt sich 1834/35 im reaktionären Deutschland literarisch mit den Möglichkeiten der Revolution. Sein Stück „Dantons Tod“ lässt Büchner fünf Jahre nach dem Sturm auf die Bastille einsetzen. Der euphorische Beginn der Französischen Revolution ist lange vorbei, eine neue Klasse der Profiteure hat sich etabliert, das Volk hungert weiter. Danton plädiert für ein Ende der Schreckensherrschaft, scheint aber an der Veränderbarkeit der Verhältnisse zu zweifeln und kokettiert mit dem Tod. Robespierre dagegen radikalisiert die Verbindung von Tugend und Terror und so verkehrt sich Brüderlichkeit in Brudermord.

Premiere am 21. April 2012 im Thalia Theater

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Pressestimmen Danton

Rezension der Thalia-Schülerbotschafter



Danton's Death with English surtitles on May 19th


 What is there left to overthrow? The rule of money and the markets? Is social justice still an aspiration in politics? “For the last three years or so I haven’t written a single article, because I don’t know what I should write about any more”, so states writer Ingo Schulze in January of 2012. “It is all so obvious: the abolition of democracy, the increasing social and economic polarization of rich and poor, the ruin of the welfare state, the privatization and thus economization of all areas of life, blindness to right-wing extremism, etc., etc., etc…”

Can a single person influence the course of history? The 22-year-old Büchner, as author of the political broadsheet “The Hessian Country Messenger (“Der Hessische Landbote”), narrowly avoiding arrest, occupies himself literarily in the reactionary Germany of 1834/35 with the possibilities of revolution. Büchner lets his play “Danton’s Death” begin five years after the fall of the Bastille. The euphoric launch of the French Revolution has long been wound down, a new class of profiteer has established itself; the people starve on. Danton pleads for an end to the Reign of Terror, though he seems to doubt the ability of things to change, and flirts with death. Robespierre on the other hand radicalizes the relationship between virtue and violence and thus converts fraternity into fratricide.

Opening night on April 21st 2012 at the Thalia Theater



Kommentare

Packend
Komme wieder einmal völlig begeistert aus dieser packenden Aufführung mit der großartigen Leistung der Schauspielerinnen und Schauspieler und dem Wahnsinnsbühnenbild. Exzellent der Drum-set-Dialog! Danke
Konstanze Krebs, 18.02.13

Aktuell
So aktuell wie die Inszenierung ist das Thema! Danke!
Aus dem Gästebuch, 14.01.13

Geniales Bühnenbild und herausragende Schauspieler t
Geniales Bühnenbild und herausragende Schauspieler transportieren die beklemmende Erkenntnis, dass alles Mühen des Einzelnen um Verbesserung oder zumindest Veränderung einer politischen Grundentwicklung stets völlig umsonst und zwingend zum Scheitern verurteilt ist, solange sich keine "kritische Masse" dagegen bildet...
Dirk Schneefuß, 06.01.13

Eine kraftvolle Inszenierung
Eine kraftvolle Inszenierung
Beeindruckende Inszenierung, gigantische schauspielerische Leistung, großartige musikalische Begleitung!
Wir sind begeistert!
Der Punkt auf dem I wäre noch ein Brückenschlag zu den Revolutionen der heutigen Zeit.
Regina Beiroth, 05.01.13

Zu modern
Ich bin total enttäuscht. Ich finde es furchtbar, dass das Stück, welches zu Zeiten der französischen Revolution spielt, so modern interpretiert wurde, dass die Akteure sogar mit Kettensägen auf die Bühne spazierten. Lächerlich! Zudem viel Wirbel und wenig Inhalt. Texte gingen in der viel zu lauten Musik einfach unter. Der englische Untertitel bot auch keine Hilfe mehr, wenn man die Darsteller unzählige Male nicht verstehen konnte, weil dieser asynchron lief. Nie wieder!
j p, 20.11.12

Es war wieder genial, unterhaltsam, toll.
Zum 3. Mal aus dem tiefsten Bayern angereist. Es war wieder genial, unterhaltsam, toll.
Aus Gästebuch, 19.06.12

Ein Glück!
Ein Glück, dass wir in Herrn Lux einen Intendanten haben, der so tolle Regisseure, vor allem Frau Steckel, und so umwerfende Schauspieler engagiert hat.
Aus Gästebuch, 19.06.12

Von Anfang an : pures Theater!
Was für ein wunderbarer Abend - von Anfang an : pures Theater. Absolut gute Schauspieler, besonders der "Ersatzmann" für Danton....da werden 140 Min zu einem MOMENT (Stark und still genossen wiegt der Moment Äonen auf...)DANKE an alle Mitwirkenden, auch der Frau Steckel sei Dank, dem Bühnenbildner....
Wolfgang Einenkel, 14.06.12

„Dantons Tod“ im Widerspiel von „Historizität“ und „Aktualität“
„Dantons Tod“ von Büchner in der Inszenierung von Jette Steckel ist durchaus beeindruckend, darüber ist schon manches gesagt und geschrieben worden. Ähnlich wie verschiedene Begleittexte im Programmheft – insbesondere Ingo Schulze, Christof Wackernagel und Slavoj Žižek sind hier als Autoren zu nennen – inhaltlich vorwiegend auf Probleme und Konflikte der Gegenwart abzielen, bietet auch der Duktus der vorliegenden Inszenierung verstärkt Möglichkeiten und Anreize, Büchners Drama auf dem Hintergrund derzeitiger politisch-sozialer Verwerfungen mit den entsprechenden Bürgerprotesten, Revolten und Aufständen wahrzunehmen und zu deuten. Gegenwartsbezüge erfordern allerdings Umsicht, wenn es darum geht, sie in ihrer Relevanz und Ergiebigkeit für die Interpretation des literarischen Werkes, das jeweils zur Diskussion steht, auszuloten.

Die Leistung der Hauptdarsteller verdient das Prädikat „ausgezeichnet“. Ein wenig bedauerlich ist, dass das Schlagzeug, das stellenweise zum Einsatz kommt, das gesprochene Wort z.T. akustisch nicht hinreichend verständlich werden lässt! Gleichwohl: Es gab für die Aufführung insgesamt zu Recht viel Beifall. Michael Pleister
Michael Pleister, Dr., 07.06.12

Der absolute Hammer!
Ihr wart der absolute Hammer, alle! Es macht uns stolz das ihr ein Teil Hambugs seid! Jawoll!
Aus Gästebuch, 04.06.12

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