Faust I + II

Faust I+II Inszenierung des Jahres 2012
Eingeladen zum Berliner Theatertreffen 2012

Am Ende wird nichts gewonnen sein. Seinsgewissheit nicht, keine Welt. Auch wenn die sich dienstfertig kolonisieren ließ – eines Tages wird die Natur sich zurückholen, was ihr der teuflische Faust gewaltsam entriss, der Mensch erkennen, dass Zerstörung schuf, was Freiheit verhieß. Das diesseitige Ende des „Faust II“ könnte apokalyptischer nicht sein: nach dem Abgesang auf die Liebe in „Faust I“ nun jener auf die Vision des neu schöpfenden Menschen bzw. auf das emphatische Projekt der (kapitalistischen) Moderne. Und tatsächlich: was sind schon drei Tote und eine verrückt gewordene Geliebte als tragische Bilanz eines an der Unergründlichkeit des Lebens Leidenden, durch einen Teufelspakt aber auf Augenhöhe mit seinen Allmachtsfantasien erhobenen Gelehrten. Was ist schon diese Bilanz von „Faust I“ gegen die große, durchrationalisierte Gewimmel- Welt, die der Prothesengott Faust schließlich im zweiten Teil hinterlässt?

Dass Faust uns heute als unseresgleichen anmutet, ist verstörend. Von unserer Welt und ihrer Entstehung erzählt Goethe: einer durchbefreiten Gesellschaft von Radikalindividualisten, unfähig zu Gemeinschaft und Arbeit an kollektivem Sinn. „Löse dich von allen äußeren, das Ich einschnürenden Einflüsterungen“, ruft Mephisto diesem Faust zu: von den zweifelnden, skrupulösen, gedankenschweren, den Stimmen des Vergangenen und Ideellen. Des Teufels Lied geht so: Sei dein eigener Maßstab! Wie sehr es dem ganz anderen ähnelt, jenem von der Ohnmacht des allein auf sich selbst zurück geworfenen Menschen, seiner Liebesunfähigkeit, Rastlosigkeit, Depression – das ahnen wir. Wir, die unseligerweise vielleicht idealen Leser Goethes. In unserem Stammbuch funkeln seine Gedanken hell.

Das Thalia Theater und Nicolas Stemann haben sich vorgenommen, den gesamten „Faust“ zur Aufführung zu bringen: ein Vorhaben, das die gewöhnlichen Produktionsbedingungen sprengt. Bereits im Juni 2010 hatte Nicolas Stemann die Erarbeitung mit einer ersten achtwöchigen Probenphase begonnen, die er, wie die zweite von Ende April 2011, in exklusive, öffentliche Proben im Thalia Theater überführte. Ende Juli 2011 hatte „Faust I + II“ nach weiteren Proben auf der Perner Insel bei den Salzburger Festspielen Premiere. Von Hamburg aus gesehen ist dies nur eine weitere Etappe für das Team um Stemann, um endlich zu Beginn der Spielzeit 2011/2012 an den Ort der ursprünglichen Entstehung zurückzukehren: als großer Abend mit beiden Teilen und als Einzelaufführungen von „Faust I“ und „Faust II“ am Thalia Theater in Hamburg.

Eine Koproduktion mit den Salzburger Festspielen

Statisterie Sebastian Brühl, Henrik Giese, Mark Fröder, Erik Liedtke, Martin Torke, Dominik Velz

Premiere am 30. September 2011 im Thalia Theater

Faust I+II Inszenierung des Jahres 2012
In der jährlichen Kritikerumfrage der Zeitschrift „Theaterheute“ ist Faust I+II zur Inszenierung des Jahres gewählt worden. Der "Faust"-Dramaturg Benjamin von Blomberg ist als Dramaturg des Jahres ausgezeichnet worden.


Weitere Termine Faust I

Weitere Termine Faust II

Faust I+II dauert ca. 8:15 Stunden inkl. 3 Pausen.
Bei Beginn 15.30 Uhr ist die 1. Pause von 18.30-19.30 Uhr, die 2. Pause von 20.55-21.20 Uhr, die 3. Pause von 22.25-22.45 Uhr. Die Vorstellung endet gegen 23.45 Uhr

Das City-Parkhaus in der Gertrudenstraße 2 hat zur Ausfahrt die ganze Nacht über geöffnet.
Für die ersten 6 Stunden zahlt der Thalia-Besucher die Pauschale von 4 Euro, dann für jede volle Stunde 3 Euro. Bei dem 9-stündigen Marathon zahlen Sie also gesamt 13 Euro. Nach Rabattierung ihres Parktickets im Thalia-Foyer (unter Vorlage Ihrer Eintrittskarte) wird am Kassenautomat des Parkhauses der vergünstigte Tarif berechnet.

Die U- und S-Bahnen fahren in der Nacht von Freitag auf Samstag und Samstag auf Sonntag generell durch. Nachtbusse fahren vom Rathausmarkt ab. Weitere Infos unter www.hvv.de

Mit freundlicher Unterstützung der Berenberg Bank und der Hamburgischen Kulturstiftung.

Vorstellungen
Zurzeit sind keine Vorstellungen im Verkauf
Besetzung
Videos


Fotos
Pressestimmen zu Faust I+II, Premiere Salzburger Festspiele
Pressestimmen zu Faust I+II, Premiere Thalia Theater

Hamburg ist eine Reise wert - jetzt noch mehr als je zuvor!
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FAUST I with English surtitles on October 11th 2012

Faust I+II Production of the Year 2012
Invited to the Berliner Theatertreffen 2012

With the purchase of a ticket for “Faust I”, you will receive 20% off the price of a ticket for “Faust II” (This discount does not apply to concession tickets and is not bookable online.)

Faust wants to tear the thread of thought. Always the intellectual, he had wanted to get to the bottom of that “which binds the world, and guides its course”, he has shared his knowledge with his devoted students – this life is no longer enough for him. He, the talented, wise, restless and unresting man, already potent, yearns for omnipotence. More and more drastic become his efforts to break the bonds of his inner prison, he leaves no stone unturned – in the end it is demonic wings which carry him into the outside world beyond. This “little world”, into which Mephisto introduces Faust, is primarily the world of Gretchen. Everything seems to inexorably compel Faust towards this young girl from the moment he sets eyes upon her. Intoxicated by unfamiliar emotions, intoxicated by himself, he must possess her, whatever the cost.
A co-production with the Salzburg Festival

Opening Night Faust I+II on September 30th 2011 at the Thalia Theater
Faust I+II Production of the Year 2012
In the annual critic’s review in the magazine “Theater Heute” Faust I+II has been voted Production of the Year. “Faust”-dramaturg Benjamin von Blomberg was voted Dramaturg of the Year.



Kommentare

Gefesselt
Schon lange hat mich im Theater ein Stück wie dieses nicht gefesselt.
Aus dem Gästebuch, 14.01.13

Unvergesslich
vielen dank für den gestrigen abend, den ich nie, nie, niemals vergessen werde. für mich eine sehr mitreißende und anregende inszenierung. ich muss aber auch meinen unmut formulieren, was mich nun nach drei aufführungen (zuvor macbeth und draußen vor der tür) immer mehr nervt: das nicht zu tolerierende schülerbenehmen. getuschel, gegacker, handygebrumme... usw. außerdem wurden bei der gestrigen aufführung die türen (oberrang) nicht geschlossen; das taten dann hörer, die vom lauten personal zu sehr gestört wurden. kaum waren beide türen geschlossen, gingen sie, selbst nach 20 minuten spielzeit!!, immer wieder auf, um noch leute hereinzulassen. das stört unendlich und auch dann wurden die türen wieder nicht vom personal geschlossen. sprich: die erste halbe stunde von faust I war nur lückenhaft zu empfangen, da man sich alle mühe gab, das publikum zu belästigen. schade.
h sch, 14.01.13

So sollte Theater sein
So sollte Theater sein!
Gestern den Faust-Marathon absolviert, keine Sekunde einen "Hänger" gehabt - genial diese Faust -Interpretation! Als Kammerspiel in Faust I gestartet und als opulente Faust II - Show geendet. Goethen hätte das Ganze vermutlich auch gefallen. Ich denke, diese Inszenierung wird für lange Zeit der "Faustische Maßstab" sein! Velen Dank dem Ensemble für den phantastischen Tag! Und Hochachtung für dir gewaltige Leistung - den Marathon haben die Zuschauer ausgesessen, die Akteure sind wirklich gelaufen!

Hans-Christian Heinicke, 04.11.12

Chapeau zu dieser Leistung!
Chapeau zu dieser Leistung! Ein beeindruckender Theaterabend, der mehr Lust auf Goethe macht. Gratulation an das gesamte Ensemble. Neben den hervoragenden namenhaften Spielern, waren auch die Nachwuchsschauspieler sehr beeindruckend. Vielen Dank für diesen Abend!
16.06.12

Bravissimo!
Einfach großartig und allen ein bravissimo!!!
Aus Gästebuch, 04.06.12

Perfekter Theaterabend!
Vielen Dank für einen unglaublichen Faust I und für einen noch besseren Faust II! Vielen Dank für einen PERFEKTEN Theaterabend!
Aus Gästebuch, 04.06.12

Hat sich gelohnt!
Die Reise von Berlin hat sich gelohnt! Komme jetzt öfter ...
Werner Stickel, 09.04.12

Immer mehr...
Erst vorsichtig mit Faust I begonnen, weil Faust II soll so "schwere Kost" sein. Begeistert gewesen, ein paar Tage überlegt und dann das "Wagnis" eingegangen und einen separaten Faust II-Abend gebucht. Es war 23.15 Uhr an einem Montag Abend, die anrührende Schluss-Szene mit wunderbarer Musik war nach einer Zugabe zu Ende und wir waren erschlagen: Von der Intensität des Abends, den realen Bildern auf der Bühne und den Assoziationen im Kopf, von den verschiedenen Ebenen des Stückes, vordergründig die Verse, aber parallel die Bezüge zu aktuellen Geschehnissen... Ein gewaltiger Abend, wie ich ihn lange nicht erlebt habe.
Dirk Schneefuß, 25.02.12

Ein wunderbar wilder, bunter, wahnsinniger Klassikabend
Goethe hätte diesen Faust II wohl nicht verstanden. Vielen Dank dafür, für einen wunderbar wilden bunten wahnsinnigen Klassikabend. Bin noch immer berauscht. Groß. Und großartig.
andreas henicke, 29.12.11

Großartig
Großartig inszeniert, hervorragend und engagiert gespielt, herrliche Anspielungen, grandiose Masken, Projektionen... Gut, es gesehen zu haben!
Carola Pliska, 28.12.11

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