12 Angry Lebanese

Dokumentarfilm von Zeina Daccache
In arabischer Sprache mit englischen Untertiteln. Libanon 2009, 78 Minuten
Im Anschluss Diskussion und Lesung mit Abbas Khider

Im Rahmen des Projekts „Künstler für Menschenrechte“ wird die Theaterbar Zentrale zum Filmzentrum für Human Rights Watch umfunktioniert, eine der führenden Nichtregierungsorganisationen (NGOs) weltweit. Die ca. 400 Mitarbeiter der Organisation sind in über 80 Ländern der Welt präsent und dokumentieren in öffentlichen Debatten Menschenrechtsverletzungen. Die ausgewählten Filme über Missstände und Unrecht rund um den Globus ergänzen die thematischen Felder des Festivalprogramms. 

Abbas Khider, 1973 in Bagdad geboren, wurde als 19-Jähriger wegen politischer Aktivitäten gegen das Regime von Saddam Hussein verhaftet. Zwei Jahre verbrachte er im Gefängnis, eine Zeit voller Folter, Dreck und Einsamkeit. Nur die Erinnerung und die Macht der Fantasie halfen ihm zu überleben. Diese Erfahrungen prägen sein Werk, seine frühe Lyrik ebenso wie seine Prosa. Mit dem spektakulären Roman-debüt „Der falsche Inder“ wurde er im Jahre 2008 bekannt. Darin erzählt er von der Flucht eines jungen Irakers, der unter Saddam Hussein im Gefängnis saß, und sich auf die Suche macht nach einem Leben ohne Hunger, Krieg und Folter. Das neue Buch „Die Orangen des Präsidenten“ liefert die Vorgeschichte dazu. Es geht um eine irakische Jugend, die im Gefängnis endet. Mit viel Liebe und Humor behandelt er darin ein ernstes Thema: Menschsein und Menschbleiben in Zeiten der Diktatur. Kritiker loben die schlichte Kunstfertigkeit seiner Sprache und den „einmaligen Sound“ seines Stils, der poetisch ist ohne kitschig zu sein, präzise und gleichzeitig musikalisch. Khider schreibt in deutscher Sprache, mit der er sich, wie er sagt, eine neue Heimat erfunden hat.
Der Autor lebt seit 12 Jahren in Deutschland, inzwischen in Berlin. Im Jahr 2010 wurde er mit dem Adelbert-von-Chamisso-Förderpreis geehrt, 2011 erhielt er ein sechs-monatiges Arbeitsstipendium der Robert-Bosch-Stiftung sowie ein dreimonatiges Arbeitsstipendium der Villa Aurora in Los Angeles, USA, um die Arbeit an seinem dritten Roman fortzusetzen.
Abbas Khider liest aus seinen Romanen „Der falsche Inder“ (Edition Nautilus, 2008) und „Die Orangen des Präsidenten“ (Edition Nautilus, 2011).


Filmreihe in Kooperation mit Human Rights Watch



Vor den Filmen findet jeweils eine Einführung statt, im Anschluss gibt es ein Publikumsgespräch.

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