Zünzle
Kurz gefasst
Die Spitzengardinen sind beiseitegezogen, das gute Geschirr im Karton verstaut. Eine junge Frau und ihre Groẞmutter sitzen zwischen den Dingen, die von einem Leben übrig geblieben sind. Gemeinsam versuchen sie, das Unbegreifliche zu fassen und sich noch einmal zu erinnern: an den Wald vor der Tür, an gemeinsame Besuche im Solebad, an Gute-Nacht-Geschichten und Entstehungsmythen. Sie geben sich ihren Fantasien hin, spielen mit Erinnerungen und deren Erzählsträngen und nehmen einander an die Hand, um alte wie neue Brandherde zu entfachen. Lebenslustig stellen sie sich dem Schmerz und der Trauer - und der Frage, was angesichts einer Zeit ökologischer Verluste von einem selbst noch bleibt.
Wie kann man sich an den Körper eines Menschen erinnern? Wie an eine Stimme? Wie an einst lebendige Wälder und Moore, wenn durch Hitze und Dürren ganze Landschaften trist und leblos werden?
An alle Trauernden und Traurigen.