Digital booklet

Die Vegetarierin

nach dem Roman von Han Kang directed by Lilja Rupprecht
Duration 1 Hours 40 min., no interval
Premiere 12.9.26, Thalia Gaußstraße
Content Notes
Addresses sexism, patriarchal violence, fetishization, sexual violence (detailed description of a rape), domestic violence, anorexic behavior, bulimic behavior, force-feeding (detailed description of the violent insertion of a feeding tube), body shaming, self-harm (abstract depiction of cutting one’s wrists), suicidal tendencies (description of various methods of suicide), animal cruelty (detailed description of eating an animal); depictions of nudity
Es ist mein Herz, das schmerzt.
(Han Kang, Die Vegetarierin)

Kurz gefasst

Alles beginnt mit einem scheinbar unspektakulären Entschluss: Yeong-Hye, von ihrem Mann als die durchschnittlichste und damit beste Frau beschrieben, entscheidet sich, kein Fleisch mehr zu essen. Morgens erwacht, erkennt sie ihre Verstrickung in die  menschliche Bereitschaft zur Ausübung von Gewalt und ändert daraufhin ihr Leben radikal. Sogar das 
Menschsein selbst stellt sie in Frage. Sie begreift sich als Pflanze, deren Hände das Wurzelwerk bilden und deren Leben durch Wasser und Sonne gesichert wird. Die Geschichte einer Verwandlung beginnt. 

 

Der Theaterabend nähert sich dieser rätselhaften Figur aus drei Perspektiven: Ihr Ehemann, ihr Schwager und ihre Schwester versuchen, sie zu ergründen, und erzählen ihre Varianten der Geschichte. Yeong-Hye erscheint in deren Erzählung entschlossen und selbstbewusst, gleichzeitig zart und leise. Sie stößt eine Tür auf, raus aus der Welt, die für uns Normalität bedeutet. Ihre Wirklichkeit ist unsicher, aber frei vom Zwang des ewigen Funktionierens und Unterordnens. Dort könnte eine Welt sein, in der Gewalt nicht existiert, die Grenzen der Gattungen fließend sind und Hierarchien hinfällig. 

 

Der 2007 im Koreanischen erschienene Roman der Nobelpreisträgerin Han Kang ist eine Liebeserklärung an die Selbstbestimmung und eine Erforschung der Zerbrechlichkeit menschlicher Identität. Regisseurin Lilja Rupprecht widmet sich dieser poetisch verstörenden Studie über leisen Widerstand, gesellschaftliche Grenzen und die überraschende Weite des Ichs zart und bildmächtig zugleich.

Aus dem Koreansichen von Ki-Hyang Lee

 

Aufführungsrechte Copyright © Han Kang, 2007

Übersetzungsrechte Felix Bloch Erben GmbH & Co. KG, Berlin

 

Premiere 12.9.2026, Thalia Gaußstraße
ca. 1 Stunde 50 Minuten, keine Pause

 

 

Impressum
Herausgeberin: Thalia Theater GmbH
Intendantin: Sonja Anders
Kaufmännischer Geschäftsführer: Tom Till
Redaktion: Nora Khuon, Darius Hartwig, Ida Fischer-Benson