Die Vegetarierin
Es ist mein Herz, das schmerzt.
Kurz gefasst
Alles beginnt mit einem scheinbar unspektakulären Entschluss: Yeong-Hye, von ihrem Mann als die durchschnittlichste und damit beste Frau beschrieben, entscheidet sich, kein Fleisch mehr zu essen. Morgens erwacht, erkennt sie ihre Verstrickung in die menschliche Bereitschaft zur Ausübung von Gewalt und ändert daraufhin ihr Leben radikal. Sogar das
Menschsein selbst stellt sie in Frage. Sie begreift sich als Pflanze, deren Hände das Wurzelwerk bilden und deren Leben durch Wasser und Sonne gesichert wird. Die Geschichte einer Verwandlung beginnt.
Der Theaterabend nähert sich dieser rätselhaften Figur aus drei Perspektiven: Ihr Ehemann, ihr Schwager und ihre Schwester versuchen, sie zu ergründen, und erzählen ihre Varianten der Geschichte. Yeong-Hye erscheint in deren Erzählung entschlossen und selbstbewusst, gleichzeitig zart und leise. Sie stößt eine Tür auf, raus aus der Welt, die für uns Normalität bedeutet. Ihre Wirklichkeit ist unsicher, aber frei vom Zwang des ewigen Funktionierens und Unterordnens. Dort könnte eine Welt sein, in der Gewalt nicht existiert, die Grenzen der Gattungen fließend sind und Hierarchien hinfällig.
Der 2007 im Koreanischen erschienene Roman der Nobelpreisträgerin Han Kang ist eine Liebeserklärung an die Selbstbestimmung und eine Erforschung der Zerbrechlichkeit menschlicher Identität. Regisseurin Lilja Rupprecht widmet sich dieser poetisch verstörenden Studie über leisen Widerstand, gesellschaftliche Grenzen und die überraschende Weite des Ichs zart und bildmächtig zugleich.
Aus dem Koreansichen von Ki-Hyang Lee
Aufführungsrechte Copyright © Han Kang, 2007
Übersetzungsrechte Felix Bloch Erben GmbH & Co. KG, Berlin
● Premiere 12.9.2026, Thalia Gaußstraße
ca. 1 Stunde 50 Minuten, keine Pause
Impressum
Herausgeberin: Thalia Theater GmbH
Intendantin: Sonja Anders
Kaufmännischer Geschäftsführer: Tom Till
Redaktion: Nora Khuon, Darius Hartwig, Ida Fischer-Benson
