Ein Dichter im Abgrund. Ein phänomenales Solo von Jens Harzer.
Er war eine Lichtgestalt der viktorianischen feinen englischen Gesellschaft, seine Stücke erfolgreich, seine Prosa packend, seine Märchen kunstvoll, seine Bonmots bis heute legendär. Und dann kam sein tiefer Fall: Der irische Schriftsteller Oscar Wilde wurde 1895 zu zwei Jahren Haft verurteilt – weil er provozierte; weil er sich über Konventionen hinwegsetzte, weil er Männer liebte und sich nicht versteckte. Sein Strafprozess war ein Exempel – weniger gegen eine Tat als gegen eine Haltung, gegen seinen unbändigen Drang nach Freiheit und Anerkennung.
Sein langer Brief an Alfred »Bosie« Douglas aus dem Gefängnis, der unter dem Titel »De Profundis« bekannt wurde, ist der letzte Aufschrei eines gebrochenen, aber nicht gebändigten Geistes; das Protokoll eines Menschen, der stets nach den Grenzen seines bürgerlichen Lebens gesucht und der am Ende alles verloren hat. Wilde schreibt mit größter literarischer Meisterschaft von Verachtung und Einsamkeit, von Stolz und Schmerz. Und über eine Gesellschaft, die nicht duldet, was sie nicht versteht. Was bleibt, wenn einem alles genommen wird, was man je war? Was lässt sich noch hoffen, wenn man nichts mehr hat außer sich selbst?
Eine Produktion des Berliner Ensembles
Mit Jens Harzer
Regie und Bearbeitung Oliver Reese Bühne Hansjörg Hartung Kostüme Elina Schnitzler Musik Jörg Gollasch Licht Steffen Heinke Dramaturgie Johannes Nölting
Dates
- 19.00-20.50, Thalia Theater18.00 Einführung mit dem Intendanten des Berliner Ensembles und Regisseur Oliver Reese
De Profundis
Hamburger Theater Festival von Oscar Wilde, in einer Bearbeitung von Oliver Reese, aus dem Englischen von Mirko BonnéSold out
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