Banned Books
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Ein Bücherregal im Foyer des Thalia Theaters versammelt Bücher, die derzeit in Amerika verboten oder geächtet werden. Und erinnert daran, wie essenziell Bücher für eine liberale demokratische Gesellschaft sind. Im Jahr 2026 ist Buchzensur fester Bestandteil der amerikanischen Kulturpolitik. Noch nie wurden im ganzen Land so viele Bücher systematisch aus Schulbibliotheken und öffentlichen Büchereien entfernt. Noch nie haben so viele US-Bundesstaaten Gesetze und Vorschriften verabschiedet, die Buchverbote erleichtern, bis hin zum landesweiten Verbot einzelner Titel. Noch nie wurde so vielen jungen Menschen der Zugang zu so vielen Geschichten genommen. Zur Verteidigung eines konservativen Weltbilds nahmen zunächst besorgte Eltern auf Schulbüchereien Einfluss, mittlerweile sind es konservative Politiker*innen und christliche Interessengruppen, die der republikanischen Partei Donald Trumps nahestehen. Queere Literatur oder politische Graphic Novels sind genauso betroffen wie weit rezipierte Klassiker und Kinderbücher. Ob es Angriffe auf Veranstaltungen mit Dragqueens sind, gezielter Vandalismus oder der Versuch, Einfluss auf das Programm von Bibliotheken zu nehmen. Ob es die Vorgänge rund um den Buchhandlungspreis 2026 oder die bildungspolitischen Vorhaben der AfD sind: Der Zugang zu Wissen und Geschichte ist längst Austragungsort neuer Kulturkämpfe, nicht nur in Amerika. Mit Beginn der Spielzeit 26/27 präsentiert nun das Thalia Theater im Mittelrangfoyer ein Regal mit rund 200 Büchern, die exemplarisch für die »Banned Books« stehen. Sie zeigen, welche Lücken in unseren Bücherregalen entstehen können, wenn autoritäre Willkür und faschistische Ideologie die Oberhand gewinnen. Vor und nach den Vorstellungen ist das Publikum eingeladen, in den Büchern zu stöbern und dazu miteinander ins Gespräch zu kommen. Die Auswahl der Bücher beruht auf Recherchen der American Library Association. Die Aktion wird gefördert durch die ALFRED TOEPFER STIFTUNG. |
