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Johan Simons
Johan Simons

Johan Simons, 1946 geboren und aufgewachsen im niederländischen Heerjansdam, absolvierte zunächst eine Tänzerausbildung an der Rotterdamer Akademie und ein Schauspielstudium an der Theaterakademie in Maastricht, bevor er 1976 Direktor und Schauspieler der „Haagsche Comedie“ wurde.

1985 gründete Johan Simons zusammen mit Paul Koek die „Theatergroep Hollandia“, ihr Repertoire fokussierte sich auf die Themen Überlebenstrieb und intensive Lebenserfahrungen. In 1953 überlebte Simons als Kind eine Überschwemmungskatastrophe, ein Erlebnis, welches immer wieder auch sein künstlerisches Schaffen prägt.

„Theatergroep Hollandia“ gewann vielfach Preise, die Produktionen „Zwei Stimmen“ und „Der Fall der Götter“ wurden zu internationalen Festivals eingeladen. Im Jahr 2001 erhielten Simons und Koek den „Europäischen Theaterpreis für Innovation“. 2005 löste sich die „Theatergroep Hollandia“ auf.  Simons wurde künstlerischer Direktor des belgischen Publiekstheater Gent, das er in NTGent zurückbenennt und an dem er neue künstlerische Impulse setzt. 2009 verleiht ihm die Universität Gent den Ehrendoktortitel.
Seit 2000 arbeitet Simons als Gastregisseur an deutschsprachigen Theatern, u.a. am Schauspielhaus Zürich, an den Münchner Kammerspielen und bei den Wiener Festwochen. Von 2010-2015 leitete er als Intendant die Münchner Kammerspiele, die 2013 von „theater heute“ zum „Theater des Jahres“ gekürt werden. 2014 erhielt Simons den „Berliner Theaterpreis“ und den Theaterpreis „Der Faust“  in der Kategorie Regie Schauspiel. Für seine bedeutsamen Verdienste im Bereich Theater im In- und Ausland verleiht ihm Königin Máxima 2014 die wichtigste künstlerische Auszeichnung der Niederlande, den „Prinz Bernhard Kulturfonds Preis“.

In der Spielzeit 2013&2014 inszenierte Simons mit „Deutschstunde“ von Siegfried Lenz, erstmals Thalia Theater, es folgte im Herbst 2016 mit „Der Schimmelreiter“ von Theodor Storm zum zweiten Mal die Bearbeitung eines norddeutschen Stoffes, die 2017 zum Berliner Theatertreffen eingeladen wurde. 2018 erarbeitete er die Romanadaption von „Fountainhead“ von Ayn Rand für die große Bühne.

Von 2015 bis 2017 war Johan Simons Intendant der Ruhrtriennale und kehrte zeitgleich als künstlerischer Berater an das NTGent zurück.

Seit der Spielzeit 2018&2019 ist Johan Simons Intendant des Schauspielhauses Bochum.

Die Inszenierung „Penthesilia“ von Heinrich von Kleist, die als Koproduktion der Salzburger Festspiele 2018 mit dem Schauspielhaus Bochum entstand, feierte im Februar 2019 am Thalia Theater ihre Hamburger Premiere.