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Peter Maertens †
Foto: Armin Smailovic
Peter Maertens †

Peter Maertens, 1931 in Hamburg geboren, studierte von 1950 bis 1952 Schauspiel an der Hochschule für Musik und Theater, Hamburg.  Darauf folgten Engagements in Oldenburg, Hannover und Freiburg. 1957 wurde er von Heinz Hilpert an das Deutsche Theater in Göttingen verpflichtet, bis er 1961 schließlich ans Thalia Theater kam, das er 1970 für freie Arbeiten und Gastspiele an verschiedenen Häusern für fünfzehn Jahre verließ. Am Thalia Theater war er in Inszenierungen von Gerd Heinz („Der Hauptmann von Köpenick“) oder Helmut Baumann („Drei Musketiere“) zu sehen. Während der Intendanz von Jürgen Flimm (1985 – 2000) arbeitete er u.a. mit dem Regie führenden Intendanten, mit Jürgen Gosch, Katharina Thalbach und Wolf-Dietrich Sprenger.  Ab 2000 (Intendanz Ulrich Khuon) stand er u.a. in Inszenierungen der Regisseure Martin Kusej, Stephan Kimmig, Andreas Kriegenburg und Nicolas Stemann auf der Bühne. Zu seinem 50. Bühnenjubiläum 2004 stand er gemeinsam mit seinen Kindern Miriam, Michael und Kai auf der Bühne des Thalia Theater.

2016 hatte Peter Maertens Premiere als Mr. Green in Wolf-Dietrich Sprengers Inszenierung von „Besuch bei Mr. Green“ von Jeff Baron, das nach wie vor mit großem Erfolg in der Garage läuft.

Peter Maertens ist Ehrenmitglied des Thalia Theater.

 

Peter Maertens verstarb am 11. Juli 2020 in Hamburg.

Lieber Peter,

wir alle sind traurig, dass Du gegangen bist – gerade in diesen Zeiten, wo Abschied besonders schwer ist.
Über 60 Jahre warst Du dem Thalia-Theater verbunden, engagiert einst von Deinem Vater Willy, als er hier Intendant war. Aber auch Deine Mutter und Deine drei Kinder Kai, Michi und Miriam haben hier gespielt und Deine Frau hat dies mitgetragen – eine große und bedeutende Theaterfamilie an unserem Thalia!

Unzählige Rollen hast Du hier jahrzehntelang gespielt, auch in den letzten Jahren. Insbesondere mit Luk Perceval hast Du Dich zuletzt in vielen Rollen verbunden, in „Draußen vor der Tür“, „Die Brüder Karamasow“, „Macbeth“ und „Othello“ – besonders unvergesslich aber war Dein Totengräber in „Hamlet“.

Lieber Peter, viele ältere Schauspieler scheuen die Begegnung mit der nachwachsenden Regiegeneration, Du hast sie hingegen gesucht und mit Cowboyhut in Christopher Rüpings „Panikherz“ geglänzt oder in Handkes „Stunde“ gleich ein Dutzend Rollen gespielt...

Zum Schluss hast Du Dir ein Stück, eine Rolle und einen Regisseur gewünscht, nämlich „Besuch bei Mr. Green“, eine Komödie, auch über das Alter. Wolf-Dietrich Sprengers Inszenierung mit Dir in der Titelrolle lief über 60 Mal vor ausverkauftem Haus. Darauf warst du stolz. Das Theater und sein Publikum – du hast beides stets zusammengedacht. Im Herbst wolltest Du diesen Abend coronabedingt weiterspielen, und weiter leben. Deine letzte Premiere war „Die Iran-Konferenz“ in der Regie von Matthias Günther.
Einst warst Du der Prinzessin Hildegard Schmahl ein blutjunger Prinz, vor einigen Jahren hast Du auf der Bühne tatsächlich Engelsflügel getragen– ach und soviel mehr. Jetzt bist Du tatsächlich davon geflogen.

 

Lieber Peter, Du bist ein Schauspieler, der immer spielen, spielen, spielen wollte, die Bühne war Dein Ein und Alles, bis zuletzt. Jetzt musstest Du, unser Ehrenmitglied, im Alter von 88 Jahren die Bühne des Lebens verlassen, und die des Theaters auch.

 

Wir werden Dich als Kollege, Mensch und Spieler ehrend im Gedächtnis behalten!

 

Joachim Lux, das Ensemble des Thalia Theaters und alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter