Wenn ich nicht hier bin -

PRESSESTIMMEN

Es sind Songs mit intelligenten Texten und frischen Beats, bei denen man eigentlich nicht still halten kann. Das Publikum kann es. Nur die Kopfnicker und Zehenwipper bringen ein wenig Bewegung in die Sache. Und La Hengst: die tanzt mit ihrer Gitarre und singt mit ihren Jungs von Freiheit. „Ich riech das Meer, aber seh keinen Strand, denn ich bin auf Hahnöversand“, singen die Gefangenen. Das Publikum lacht, lässt sich sogar am Ende dazu hinreißen, mitzusingen.

In nur vier Wochen hat Bernadette La Hengst mit sieben Jugendlichen der JVA Songs entwickelt, mit Texten, die von der Sehnsucht nach Freiheit, von Reue, von Verbrechen und von Familie erzählen. Keine billigen Sido-Kopien stehen hier auf der Bühne, sondern Jungs die etwas erlebt haben und was zu sagen haben – und das kommt tief aus ihrem Inneren. „Das hat mich wirklich berührt“, sagt eine Besucherin. Mit den Worten „Einschlusszeit. Ich wünsch euch viel Spaß in eurer Zelle!“, verabschiedet Günni das Publikum. Alle lachen, denn für uns ist es nur Spaß, für Günni und Tomek jedoch bitterer Ernst.

der Freitag

Ausgewählte Kommentare
Warum entscheidet man sich ins Theater zu gehen? Warum geht man stattdessen nicht ins Kino oder schaut sich eine Fernseh-Reportage an?

Nun, die Antwort ist recht einfach: im Theater wird einem Authenzität geboten. Man tritt mit den Menschen auf der Bühne, die einem eine Geschichte erzählen, unmittelbar in Kontakt. Weil sie einem so nahe sind, kann man ihre Gefühle spüren, man kann sich mit ihnen - auf eine gewisse Weise - verbinden. Dadurch wird es ein einmaliges und wahrhaftiges Erlebnis, das durch nichts zu ersetzen ist.

Wer mit dieser Einstellung in die Vorstellung "Beats auf Bewährung" gegangen ist, wurde aber maßlos enttäuscht.
Benjamin, Ali, Rachel, Tabea und Henry - die angekündigten JVA-Inasassen - waren nämlich schlicht und ergreifend nicht da! Sie waren lediglich auf einem Video, auf einer Leinwand zu sehen. "Warum bin ich denn dann hier her gekommen?" - mag sich der ein oder andere gefragt haben. Eine durch ein Tonband und über ein Video gefilterte Geschichte kann man sich auch im Kino oder im Fernsehen anschauen.

So wurde der Zuschauer schlicht und ergreifend auf den Arm genommen. Und sollte wahrscheinlich auch noch darüber lächeln.

Aber dieses Lächeln wurde schnell zu einem eingefrorenen Lächeln.

Schade.
Anton von Luckke, 05.02.10
MEIN KOMMENTAR
KOMMENTAR
ABSCHICKEN

Mit dem Versenden dieses Kommentarformulars erklären Sie sich damit einverstanden, dass die von Ihnen angegebenen Daten elektronisch erfasst, gespeichert und auf unserer Webseite veröffentlicht werden. Wir verwenden Ihre Daten ausschließlich zur Veröffentlichung Ihres Beitrags. Ihre Einwilligung kann jederzeit widerrufen werden, z.B. per E-Mail an widerruf@thalia-theater.de. Ihr Beitrag und Ihre persönlichen Daten werden dann gelöscht. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Bitte verschicken Sie keine Karten- oder sonstige Anfragen über die Kommentarfunktion. Über die Kommentarspalte gestellte Anfragen werden nicht beantwortet. Für Fragen zu Programm etc. steht Ihnen das Kartentelefon unter 040. 32 814 – 444 oder die E-Mail¬Adresse theaterkasse@thalia-theater.de zur Verfügung.

BEITRÄGE