Wenn die Rolle singt oder

Wenn die Ro
lle singt
oder der vollkom
mene Angler

Regie Johanna Witt
Foto: Johanna Witt

von und mit Thomas Niehaus und Paul Schröder

Angeln ist praktische Philosophie. Angeln ist Kontemplation und Stress, Entschleunigung und Adrenalin, Erfolg und Misserfolg. Angeln ist Auf und Ab. Angeln ist mit einem Wort: Das Leben. Der Angler ist der Prophet des Glaubens. Er sucht in jedem noch so dunklen Gewässer einen Schimmer der Hoffnung. Aber meistens scheitern seine Versuche. Aber er scheitert gern. Im Angeln findet das Scheitern seinen höchsten Ausdruck. Denn: Nur wer neunmal gescheitert ist, kann einmal auch ein überglücklicher Mensch sein.

Paul Schröder und Thomas Niehaus begeben sich auf einen abendlichen Ansitz an ihr Vereinsgewässer und werfen ihre Schnüre aus in der Hoffnung auf den großen Fang. Kein Wasser ist ihnen zu trübe, als dass sie nicht darin zu fischen versuchten. Kein Thema ist ihnen zu heikel, um es nicht ausführlich zu erörtern. Und neben Angler-Latein und eiskalten Fakten, neben Izaak Walton und Petrus bleibt die ewige Frage: Was tun wir hier? Sitzen wir nicht alle am fließenden Wasser des Lebens und werfen die Schnur aus im Gedanken an unser Glück? Und während sie so dasitzen, zwei Denkmäler der Geduld und der Hoffnung, und schließlich der lockende „Komm-mit“-Ruf des Waldkauzes die Verheißung der Nacht ankündigt und arme Seelen in die Finsternis des Waldes zu rufen trachtet, holen die beiden ihre Stirnlampen raus und bereiten sachlich und konzentriert die Aal-Montage vor. Dann stimmen sie ein Lied an. Oder auch nicht. Je nach Wetterlage.


Dauer 2:30h, inklusive Pause
Premiere 5. Juli 2016, Nachtasyl

PRESSESTIMMEN

„Zauberhaft, anrührend, bewegend, skurril und unglaublich witzig ist dieser ganz besondere Abend“ – Lena Kettner, Kulturflüsterin, 07.05.2017

„Ein einzigartiger Abend mit zwei fantastischen Schauspielern – und der Beweis dafür, dass auch an einem großen Haus wie dem Thalia Theater Raum für besondere Projekte geschaffen werden kann.“ – Lena Kettner, Kulturflüsterin, 07.05.2017

„Während meiner Ausbildung zur Theater-, Film- und Fernsehkritikerin habe ich gelernt, mit dem Wörtchen „genial“ sparsam umzugehen – aber die Inszenierung vom Thalia Theater Hamburg ist es definitiv!“ – Lena Kettner, Kulturflüsterin, 07.05.2017

„Zurecht gab es diese Produktion am vergangenen Sonntag den mit 2.500 Euro dotierten Publikumspreis des Festivals radikal jung.“ – Lena Kettner, Kulturflüsterin, 07.05.2017

„Selten habe ich so viel gelacht in einem Theaterraum“ – Lena Kettner, Kulturflüsterin, 07.05.2017

Ausgewählte Kommentare
Ein unvermutet komischer Abend. Komisch, im besten Sinne. Eine Mischung aus slapstick, ein wenig Klamauk und gekonnt dargebotener Alltagsbeobachtungen. Ich hab mich kaputt gelacht, wie es im Theater viel zu selten passieren darf. Die Zwei haben grandios aufgespielt.Ich interessiere mich ab sofort für`s Angeln.
Bravo!!!
scholten-breiing marianne, 11.11.18
BEITRÄGE