Trottel -- Ein programmatischer Abend

Tro
ttel

Ein programmatischer Abend nach Franz Jung
Foto: Armin Smailovic

Filmsequenz
Corinna Harfouch


Einrichtung/Dramaturgie
Hanna Mittelstädt


Text
Franz Jung, Das Trottelbuch (Edition Nautilus)

Als vor mehr als 100 Jahren „Das Trottelbuch“ erschien, war das ein fulminantes Debüt eines Autors, der später zu einer Legende wurde. Der „junge Wilde“ verkehrte in der literarischen Subkultur und provozierte den Kulturbetrieb. „Mehr Idiotie wagen“ ist eine aktuell gebliebene antikapitalistische, anti-bürgerliche Parole, sie zielt auf die poetische Kraft der Inkohärenz, des Außenseitertums. Nach Jarrys König Ubu, aber vor dem 1.Weltkrieg und vor den dadaistischen Eskapaden kann man in Franz Jungs Text von 1912 lesen und hören, wie sich das „Individuum“ zersetzte und der „Idiot“, der „Trottel“ an Bedeutung gewann.

Franz Jung (1888 - 1963). Börsenjournalist, Bohemien, Expressionist, Wirtschaftsanalytiker und revolutionärer Aktivist. Mitinitiator der Dada-Bewegung, Teilnahme an den revolutionären Kämpfen nach 1918. In der frühen Sowjetunion als Organisator der Hungerhilfe sowie im Witschaftssektor tätig. Nach 1933 von den Nazis verhaftet und freigekommen, 1947 Emigration in die USA. 1961 erschien erstmalig seine Autobiographie „Der Weg nach unten“.

 

 

16.4.2020 20 Uhr, Nachtasyl