Reckless

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eckless

Für die Bühne bearbeitet von Robert Koall In einer Fassung für das Thalia Theater von Marco Štorman und Susanne Meister Familienstück ab 10 Jahren

Eine berührende Geschichte über Freund­schaft und Erwachsenwerden: Wie schon in der Tinten-Trilogie verbindet Best­seller­autorin Cornelia Funke starke, heu­tige Fi­gu­­ren mit dem Zauber einer fan­tas­ti­schen Märchen­welt. Seine halbe Jugend lang war Jacob Reck­less – „der Ver­we­gene“ – allein in der dun­k­len Märchenwelt hin­ter dem Spie­gel unter­wegs. Doch nun ist ihm sein Bru­der Will gefolgt – ein fataler Fehler. Denn in der Welt hin­ter dem Spiegel kämp­fen die Goyl, seltsame Stein­we­sen, um die Macht. Will wird von einem die­ser stei­ner­nen Goyl verletzt und droht nun selbst zu ver­stei­nern. Ge­mein­sam mit Wills großer Liebe Clara und Jacobs treuer Ge­fähr­tin Fuchs machen sich die vier auf die Suche nach den Feen, die als einzige die Macht haben, das Steinerne Fleisch aufzuhal­ten. Wird Jacob es schaf­fen, seinen Bru­der zu retten? Eine ge­fähr­liche Reise durch un­heim­liche Wel­ten be­ginnt...

 

Premiere am 3. November 2010 im Thalia Theater

Bei der Kritikerumfrage von Theaterheute zu den Höhepunkten der Saison 2010/2011 wurde Amit Epstein für sein Kostümbild für "Reckless. Steinernes Fleisch" als bester Nachwuchskünstler genannt.

PRESSESTIMMEN

Das Thalia Theater bringt Cornelia Funkes „Reckless“ atemberaubend auf die Bühne

Robert Koall hat den jüngsten Roman von Cornelia Funke für die Bühne umgeschrieben, Regisseur Marco Storman und Susanne Meister haben ihre eigene Fassung daraus gemacht - mit vollem Erfolg. Die komplexe Ausgangslage entfalteten sie mühelos; die Familien-geschichte der Brüder trat deutlich hervor, und Funkes Geschichte gewann auf der Bühne, eingedampft auf die wesentlichen Handlungsstränge, noch mehr Tempo - zumal dank des fulminanten Ensemblespiels. Die Schauspieler wirbelten reichlich von dem Torf auf, der den Boden bedeckte, und sorgten damit gleich im doppelten Wortsinne für einen atemberaubenden Abend. […] Statt Romantik und Waldeinsamkeit herrschten Betonplatten und Hinterhofatmosphäre; da dröhnten psychedelische Beats und schoben die Beteiligten als fast einzige Requisiten Einkaufswagen und Tapeziertische über die Bühne - so rasant, dass man sogar als Zuschauer in Deckung gehen wollte. Dabei verlegte die Inszenierung die dramatischsten, blutigsten Momente in die Köpfe der Zuschauer. Felix Knopp, Darsteller des Jacob, erzählte die Schlacht- und Attentatsszenen so virtuos, dass die Spannung kein Grad abfiel. Umso mehr berührten im Kontrast zu den furiosen Ensemble-szenen, in denen sich niemand um blaue Flecken und Heiserkeit zu kümmern schien, die Zwischentöne. Thomas Niehaus brauchte nur ein halbes "Mama" zu hauchen, um die Verletzlichkeit Wills zu zeichnen. Dass mit seiner wachsenden Versteinerung auch seine Seele verhärtete, spielte er wie beiläufig. Nadja Schönfeldt beglaubigte gerade mit ihrer unaufgeregten Art die Unverbrüchlichkeit von Clara, Wills Freundin, die ihm in die Spiegelwelt gefolgt war. Und Felix Knopp legte in ein Zögern, ein Absenken der Stimme die ganze gut versteckte Traurigkeit Jacobs, der ja genau wie Will und die Mutter vom Vater verlassen worden war. Für hochkomische Erleichterung sorgte immer wieder Christoph Tomanek als Händler Valiant: Im geschmeidigen Ton eines Schnorrers versuchte er noch die dramatischste Situation zu seinen Gunsten umzumünzen, indem er etwa einer Trauernden einen Lamettawuschel aus seinem Bauchladen zum Trost anbot - zum Sonderpreis, versteht sich.

Hamburger Abendblatt

Im Zuschauerraum ist es zwar still, doch lebendig werden die Kinder erst, wenn der komische Händler Valiant (Christoph Tomanek) mit seinem Supermarktein-kaufswagen aufkreuzt und in flapsigem Alltagsidiom spricht. Gespannte Stille herrscht immer dann, wenn Felix Knopp mit guten und mit bösen Geistern kämpft, wenn er vom schrecklichen Geschehen erzählt, das wir nicht sehen. Er ist das pulsierende Herz, auf dessen Töne Sandra Flubacher als dunkle und rote Fee und Thomas Niehaus als Will besonders aufmerksam hören.

WELT

„Reckless“ erzählt die Geschichte der Brüder Jacob und Will. Als Zwölfjähriger steigt Jacob (Felix Knopp) durch einen Spiegel im Zimmer des verstorbenen Vater in eine düstere Märchenwelt mit Grimm-Anklängen. Jahre später folgt Will (Thomas Niehaus) ihm nach. Damit beginnt das Schlamassel, denn Will wird von den skurrilen, kämpferischen „Goyl“ verletzt, seine Haut versteinert – er wird langsam selbst zum Goyl. Jacob hat nicht viel Zeit, ihn zu retten und mit einer kleiner Clique Verbündeter die Goyl und die böse Fee zu besiegen. Mit zusätzlich eingebauter Lovestory ist das ein mustergültiger Fantasygarn.

Mopo

Cornelia Funke hat viel von der Grimmschen Märchenwelt in ihren opulenten Roman gepackt. Zu sehen ist davon in der Inszenierung von Marco Storman im Thalia Theater nichts. Er verzichtet auf Dornröschenschloss, Hexenhaus und Feenteich, die Geschichte spielt sich auf eine mit Erde bedeckten kargen Bühne ab. Einzige Farbtupfer sind die prächtigen Kostüme der beiden Feen. Bildstark ist diese sehr reduzierte Inszenierung nicht, aber sie überzeugt durch die Schauspielkunst ihrer Darsteller. Vor allem Felix Knopp als Jakob und Thomas Niehaus als Will sorgen dafür, dass die Reise in die Märchenwelt zu einem Erlebnis wird.

NDR 90,3

Er [Marco Štorman] verzichtet konsequent auf den märchenhaften Bilderbogen und reduziert die Geschichte auf ihre Kernthemen von Liebe und Freundschaft, Vertrauen und Treue. […] Vieles deutet er in seiner Inszenierung nur an, manche Passagen lässt er gar aus dem Roman zitieren - übers Mikrofon verstärkt wandelt sich Jacob dann zum Erzähler seiner eigenen Geschichte. Optische Effekte werden vor allem durch Videoeinspielungen erzielt - einzige Ausnahme ist eine Regenwand, die plötzlich - wie von Zauberhand - die Bühne teilt. Ein tolles Bild. Glanzpunkte sind auch die großartigen Kostüme von Amit Epstein. Insbesondere die Goyl, diese Steinwesen, hat er schauerlich-prächtig ausstaffiert und die Feen: Herrlich verwegen sind deren Kleider - eine Mischung aus Starwars und Brüder Grimm. Štorman setzt also Tupfer, Farb- und Lichtklekse – ansonsten ist Reckless düster - wie die Vorlage - und - immer wieder sehr laut. […] Allzu großer Düsternis sucht Štorman allerdings zu begegnen, indem er aus dem Zwerg Valiant, der zum Führer der Brüder in der Märchenwelt wird, eine durch und durch komische Figur macht, die redet, wie ihr der Schnabel gewachsen ist: Das macht Spaß – Christoph Tomanek wirkt beinahe wie ein Gast in dieser Märchenwelt, durch die er doch führen soll, aber von diesem Bruch lebt die Komik. Und so sind es die Schauspieler, die „Reckless“ letztlich doch zu einem Bühnenereignis machen. Felix Knopp ist ein ebenso möchte-gern-cooler wie besorgter großer Bruder Jacob – hinreißend in seiner Spielfreude, und Sandra Flurbachers dunkler Fee möchte man im Dunklen, wahrlich nicht begegnen.

NDR Kultur

Die anfangs von Jacob Reckless erzählte Passage bietet, durch die facettenreiche Erzählweise von Felix Knopp, die wichtigsten Informationen um das folgende Abenteuer zu verstehen. Von Anfang an wird ein Spannungsbogen erzeugt, der Zuschauer sitzt gebannt auf seinem Platz. Die Charaktere der einzelnen Figuren werden von den Schauspielern ausgezeichnet umgesetzt. [...] Großer Applaus, vor allem für die Leistungen der Hauptdarsteller, beendeten die insgesamt gelungene Aufführung. Ein ansprechender, unterhaltsamer Theaterbesuch, der - trotz extrem gestauchter und gekürzter Handlung - dem Buch auf seine ganz eigene Weise gerecht wird.

OS Community

Ausgewählte Kommentare
Super gespielt und inszeniert und endlich mal wieder ein "Weihnachts"-Stück, das ganz ohne Musik auskommt und dennoch nichts an Unterhaltung zu wünschen übrig lässt!
Aus dem Gästebuch, 15.12.10
Reckless ist sooo cool!
(Dilara, Klasse 5a)
Aus dem Gästebuch, 15.12.10
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