Platonov

Platon
ov

von Anton Čechov / Stück in vier Akten und fünf Bildern / Aus dem Russischen von Peter Urban
Foto: Clärchen Baus-MattarFoto: Clärchen Baus-Mattar

Regie
Jürgen Flimm


Bühne
Rolf Glittenberg


Kostüme
Marianne Glittenberg


Musik
Tassilo Jelde


Licht
Hans Schirle


Dramaturgie
Wolfgang Wiens

 

Mit

Elisabeth Schwarz (Anna Petrovna Vojniceva, Witwe, Generalin)
Sven-Eric Bechtolf (Sergej Pavlovič Vojnicev, Sohn General Vojnicevs aus erster Ehe)
Anne-Marie Kuster (Sofia Egorovna, seine Frau)
Fritz Lichtenhahn (Porfirij Semënovič Glogoljev 1, Gutsbesitzer)
Klaus Schreiber (Kirill Porfirijič Glagoljev 2, sein Sohn)
Claudia Kaske (Maria Efimovna Grekova, ein junges Mädchen)
Günther Flesch (Ivan Ivanovič Trileckij, Oberst a. D.)
Christian Grashof (Nikolaj Ivanovič, sein Sohn, Arzt)
Stefan Kurt (Isaak Abramovič 2, sein Sohn, Student)
Gerd Kunath (Timofei Gordejevič Bugrov, Kaufmann)
Hans Christian Rudolph (Michail Vasiljevič Platonov, Dorflehrer)
Annette Paulmann (Aleksandra Ivanovna (Saša),seine Frau, Tochter von I. I. Trileckij)
Hans Kremer (Osip, Pferdedieb)
Eric Schildkraut (Marko, Bote des Friedensrichters)
Oscar Ortega Sanchez (Jakov, Dienstbote der Familie Vojnicev)
Katharina Matz (Katja, Dienstbotin der Familie Vojnicev)

 

Musiker
Bernhard Asche
Willi Darm
Herbert Kauschka
Stefan Schäfer

 

 

„Wenn ich viel Geld hätte“, sagte Anton Čechov zu Maxim Gorki, als er ihm das kleine Grundstück zeigte, das er in einem Dorf erworben hatte, „würde ich hier ein Sanatorium für kranke Dorfschullehrer bauen.“ Zeitlebens hat ihn dieses Thema beschäftigt. Sein erstes (von ihm selbst nicht veröffentlichtes) Stück hat einen Dorfschullehrer zur Hauptperson: PLATONOV. Und krank ist dieser Platonov auch. Er krankt vor allem daran, dass aus ihm nichts weiter geworden ist als ein Dorfschullehrer. Großes hatte er vor, als er Student war, seine Freunde nannten ihn den „Philosophen“; nun ist er zum Zyniker geworden. Sein revolutionärer Elan von einst reicht gerade noch, um sich in der ländlichen Gesellschaft, in der er sich bewegt, als Nörgler und Störenfried zu betätigen. Das hat, wenn man nicht das Opfer seiner Provokationen ist, immer noch einen gewissen Charme. Bei den Damen ist er beliebt. Die Gutsbesitzerin, Witwe eines Generals, will ihn zu einer Affäre überreden; unfähig und nicht daran interessiert, das Erbe ihres Mannes zu verwalten, sieht sie ihren einzigen Lebenszweck in der Liebe. Dass Platonov verheiratet ist, kümmert sie nicht. Scheint es ihn doch selbst nicht zu kümmern. Ihr Stiefsohn, ein Freund Platonovs, hat in der Stadt geheiratet und seine Frau mit aufs Gut gebracht. Sie hat auf der Universität für Platonov geschwärmt. Jetzt will sie mit ihm davon, in ein „neues Leben“. Ihn und sich will sie aus der Lethargie der ländlichen Gesellschaft befreien.

 

'Der Lehrer soll ein Meister in seinem Fache sein', sagte Čechov in demselben Gespräch zu Gorki, ,ein seinem Beruf mit Begeisterung ergebener Künstler.‘ Platonov ist alles andere als das. Die Begeisterung hat ihn längst verlassen. Und zwischen Ehe, Liebe und Amouren kann er sich auch nicht mehr entscheiden. Auf die geistige Erschöpfung folgt die von Alkohol beförderte körperliche Zerrüttung und als es nicht mehr weiter abwärts geht, fallen Schüsse.

 

Mit seinen Čechov-Inszenierungen feierte der langjährige Thalia-Intendant (1985 bis 2000) und Regisseur Jürgen Flimm große Erfolge – in dem 2014 verstorbenen Hans Christian Rudolph hatte er für seine Arbeiten einen kongenialen Schauspieler gefunden.

 

 

Premiere  14. Januar 1989, Thalia Theater


Gastspiele:
17., 18. Mai 1989 beim Berliner Theatertreffen in der Freien Volksbühne
1. – 6. Juli 1990  bei den Wiener Festwochen
29., 30. September 1990 Staatsschauspiel Dresden

Aufgezeichnet von ZDF/3sat


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