Orpheus

Orphe
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eine musische Bastardtragödie / frei nach dem Mythos / Regie Antú Romero Nunes / Uraufführung
Komposition
Anna Bauer
Johannes Hofmann
Musikalische Leitung
Johannes Hofmann
Ausstattung
Jennifer Jenkins
Matthias Koch
Choreografie
Eyal Dadon

sowie Tänzerinnen und Tänzer:
João Assmann, Lena Boneß, Nora Elberfeld, Victoria Gonzáles Chávez, Moe Gotoda, Ida Hørlyck, Nana Anine Jørgensen, Kristina Schleicher, Sophia Schönert, Elvan Tekin, Tirza Ben Zvi

 

Live-Musik
Anna Bauer (Klavier, Synthesizer, Orgel, Gesang, Gesang-Einstudierung)
Carolina Bigge (Bandleitung, Drums, Marimbaphon, Toy-Piano, Gesang)
Natascha Protze (Saxophone, Bassklarinette, Gesang)
Kerstin Sund (Gitarren, E-Bass, Synhesiszer-Bass, Gesang)
Anita Wälti (Trompete, Flügelhorn, Basstrompete, Gesang)

Girl meets girl. Zwei junge Frauen verlieben sich ineinander und die Götter sehen zu. Die eine ist eine erfolgreiche Sängerin, die andere von Geburt an gehörlos. Dennoch (oder gerade deswegen) lieben sie sich und sind miteinander glücklich.

Der zerstörerisch-rauschhafte Dionysos glaubt nicht an den Wert des menschlichen Lebens und Liebens. Die Liebe ist für ihn nur eine Lüge, um das leere, sinnlose Dasein dieses Gorillas, dem die Haare ausfielen, kurzzeitig mit scheinbarem Inhalt zu füllen. Liebende sind für ihn wie zwei Spiegel, die ein und dasselbe Bild der Nichtigkeit reflektieren. Was hat schon einen Wert, wenn man sterblich ist und (spätestens nach ein paar Generationen) vergessen sein wird? Lichtgott Apollon beschwört dagegen die Kraft der Schönheit und Poesie, die die Eintagsfliege Mensch zum Gott erheben könne. Und nichts beflügle die Schönheit so wie die Liebe!

Die Götter mischen sich ein, Eurydike muss sterben und Orpheus steht vor dem Nichts. Doch obwohl sie nur ein Mensch ist, ist sie nicht bereit, den Tod zu akzeptieren: Anstatt ihre Geliebte zu Grabe zu tragen, macht sie sich auf, sie aus dem Totenreich zurückzuholen. Und tatsächlich - wie es der Mythos berichtet -  darf Orpheus Eurydike unter der Bedingung zurückbringen, sich auf dem Weg hinaus nicht nach ihr umzublicken.Und Eurydike? Angefüllt mit dem Wissen der Totenwelt muss sie sich entscheiden, ob ein vergängliches Leben, das unausweichlich mit Schmerz und Enttäuschung verbunden sein wird, die Rückkehr überhaupt lohnt. 

Dies ist der Ausgangspunkt einer Reise, für die Anna Bauer und Johannes Hofmann einen Roadtrip in den Hades komponiert haben.

Neben den Konkurrenten Dionysos und Apollon gibt es weitere Götter, die Prinzipien verkörpern und das Leben der Menschen lenken: Der Hedonist Amor erlebt und verbreitet uneingeschränkte Gefühle, Eurydikes Mörder Aristaios predigt die Kraft von Schmerz und Gewalt und Totenführer Hermes versucht, die Verstorbene endlich am Ort ihrer Bestimmung abzuliefern. Nur eines scheint von Beginn an festzustehen: Am Ende wird sich Orpheus umdrehen. Doch warum eigentlich? Wie unausweichlich ist das Schicksal? Wie endgültig die Trennung durch den Tod – und was ist das eigentlich, die Unterwelt? Hausregisseur Antú Romero Nunes erzählt den antiken Mythos neu: mit Musik, existentialistischen Texten und Tanz.    


Dauer 1:35h, keine Pause
Uraufführung 7. September 2018, Thalia Theater

PRESSESTIMMEN

„Ein sinnliches und lange nachwirkendes Theatermärchen, von dem man sich wünscht, es möge ewig so weitergehen.“ - Annette Stiekele, Hamburger Abendblatt, 10.09.2018

„So sieht Theater aus, das die Sinne mit einem Lächeln verzaubert, ohne den Kopf zu lähmen.“ - Peter Helling, NDR 90,3, 10.9.2018

„Ein Roadtrip in den Hades“ - DPA, 11.09.2018

 

Weitere Pressestimmen
Ausgewählte Kommentare
Über diesen Orpheus musste ich lange nachdenken. Eine ganz ungewöhnliche Art und Weise ein Theaterstück zu präsentieren. Ich wurde berührt durch das, was ich gesehen und gehört habe. Und zwar nicht von den Wörtern, (wie im Theater sonst üblich) sondern über die Musik und die Ästhetik. Orpheus Trauer, der Kampf gegen die Vergänglichkeit, Dionysos Ekel vor dem Menschen, Apollons Sinnsuche in Kunst und Schönheit - diese großen Themen waren alle da, aber viel wichtiger, man hat sie gespürt. Und lässt somit den Apollon an dem Abend in einem siegen.
Enra, 27.02.19
Ich bin süchtig nach diesem Orpheus
Dreimal gesehen und immer etwas Neues entdeckt.
Ein einzigartiges Schauspiel, Musikspiel und Gefühlspiel
Einen großen Dank und ein großes Lob an den mutigen Regisseur, die Darsteller und Musiker
Elli Theaterfan, 02.10.18
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