Ode an die Freiheit

Ode an d
ie Freiheit

Ein revolutionäres Trauerspiel nach Friedrich Schiller / Regie Antú Romero Nunes

Ein Mann kommt an einem Winterabend in einem verschneiten Dorf an. Unter dem Namen Doktor Ritter quartiert er sich in einem Bauernhaus ein. Die Leute im Dorf merken, dass mit diesem Mann etwas nicht stimmt. Wenn ein Gewitter aufzieht, verlässt er das Haus. Er besteigt einen Hügel und besingt die Freiheit und die Natur. Er fragt die Leute aus, über alte Geschichten und Sagen aus der Gegend. Ihn interessiert der Gutshofbesitzer mit den ungleichen Söhnen, der eine duckmäuserisch, der andere impulsiv. Er lauscht dem strengen Dorflehrer und seiner schönen Tochter beim Klavierspiel. Er beobachtet den Jäger, der seinem eigenen Kind einen Apfel vom Kopf schießt. Beim Gottesdienst hockt er neben der merkwürdigen Alten, von der es heißt, sie halte ihre Schwester im Keller versteckt.

 

Mit einem ältlichen und grämlichen Junggesellen trifft sich Doktor Ritter im Wald und tauscht verbotene Bücher. Bis tief in die Nacht brennt Licht in seinem Haus. Er setzt Jamben. Wenn ihm die Gedanken ausgehen, malt er Pferde in sein Manuskript und rast auf dem Rücken eines Rappens durch Europa. Er ist ein Mensch des Vorgriffs. Er erfindet etwas, das später als Erfahrung gelten kann: „Die Freiheit brütet Kolosse und Extremitäten aus.“
Friedrich Schiller nannte sich Doktor Ritter, als er auf der Flucht – ihm wurde vom württembergischen Herzog die Schriftstellerei verboten – in dem thüringischen Dorf Bauerbach Asyl fand. Hier vollendete er die Arbeit an „Luise Millerin“ und schrieb erste Entwürfe zu „Don Karlos“.

 

Hausregisseur Antú Romero Nunes wird mit dem Ensemble Friedrich Schillers Textlandschaft durchwandern. Auf unwegsamem Gelände, in tiefem Morast gärt allerhand zusammen: „Affekterregungskunst“. Triviales und Erhabenes, Alltägliches und Außergewöhnliches, Privates und Öffentliches wird bei Schiller zum Ereignis.

 

premiere am 28. März 2020, Thalia Theater

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