Kasimir und Karoline -

Kasimir und
Karoline - G
lauben Lieb
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Kasimir und Karoline - Glauben Lieben Hoffen von Ödön von Horváth Regie Jette Steckel
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„Kraftvolles Schauspieltheater mit einem tollen Ensemble“ Mopo
„Brutal gut: Jette Steckel inszeniert am Thalia zwei Horváth-Stücke in einem“ DIE ZEIT

Auf dem Münchner Oktoberfest gibt es das Teufelsrad, ein Fahrgeschäft, auf dem man sich, je schneller es sich dreht, umso schwerer halten kann. Auch in unserer durchökonomisierten Gesellschaft wirken Zentrifugalkräfte: wer sich oben nicht mehr halten kann, rutscht raus. Kasimir hat seine Arbeit verloren. Und weil sich die allgemeine Krise und das Private eben nicht trennen lassen, und „wenn einer arbeitslos wird, die Liebe zu ihm nachlässt, und zwar automatisch“, hält Karoline nach etwas Besserem Ausschau. Sie hängt sich an Schürzinger, der sie, nicht ganz uneigennützig, an seinen Chef Rauch weiterreicht. Derweil zieht Kasimir mit dem Kleinkriminellen Merkl Franz und dessen vom Leben schon einigermaßen zugerichteter Freundin Erna weiter. Was als himmeltrauriger Vergnügungsparcours begann, wird zur bitterbösen Höllenfahrt .“Man hat halt oft so eine Sehnsucht in sich, aber dann kehrt man zurück mit gebrochenen Flügeln und das Leben geht weiter, als wäre man nie dabei gewesen.“ Auch in Horváths lakonischem Totentanz „Glaube Liebe Hoffnung“ ist die Liebe keine Himmelsmacht, sondern eine durchkalkulierte Sache. Erzählt wird die Geschichte von Elisabeth, einer Mittellosen im Märchen, das man Kapitalismus nennt. Aus Not will sie ihren Körper für einhundertfünfzig Mark an ein Anatomisches Institut verkaufen, um mit dem Erlös einen Wandergewerbeschein bezahlen zu können. Ein Oberpräparator klärt sie darüber auf, dass die Anatomie keine "lebendigen Toten“ kauft, ein Präparator leiht ihr die benötigte Summe und bringt sie ins Gefängnis, als er erfährt, dass sie das geliehene Geld für die Zahlung einer Geldstrafe verwendet hat, die ihr für ein illegales Beschäftigungsverhältnis auferlegt worden war.Ein Schupo macht sie zu seiner Braut und lässt sie fallen, als er erfährt, dass sie vorbestraft ist. „Das sind lauter kleine Paragraphen, aber du bleibst hängen – Du weißt eigentlich gar nicht, was los war und schon ist es aus.“

Horváth, der radikale Entkitscher und Desillusionist, schrieb 1932, inmitten von Wirtschaftskrise und dem Aufmarsch der Stammtische, die Stücke der Stunde. Unsere Gegenwart kann seinen schonungslosen Blick gut vertragen. In Horváths frühen Entwürfen als ein einziges Stück konzipiert, führt die Inszenierung von Jette Steckel beide Stücke wieder zusammen, weitet die sozialen Fallstudien kaleidoskopartig und fragt: Was ist der Wert des Menschen, wenn er weder Geld hat, noch Arbeit, noch gültige Papiere?

Premiere am 26. November 2015 im Thalia Theater

PRESSESTIMMEN

„Ödön von Horváth mal zwei: Regisseurin Jette Steckel vermischt "Kasimir und Karoline" und "Glaube Liebe Hoffnung" zu einem gelungenen Kraftakt im Thalia Theater. Auch Dank des genialen Bühnenbildes.“ - Spiegel online

„Steckels Inszenierung dürfte eine der klügsten, in der Lakonie eindringlichsten Horváth-Erkundungen der letzten Jahre sein.“ - Süddeutsche Zeitung

„Brutal gut: Jette Steckel inszeniert am Thalia zwei Horváth-Stücke in einem.“ - DIE ZEIT

 

Weitere Pressestimmen
Ausgewählte Kommentare
Grossen Glückwunsch an Jette Steckel zum Faust Theaterpreis!
Tibi Thomann, 16.11.15
Kasimir und Karoline –Demaskierung der Gesellschaft
Jette Steckels fragmentarische Inszenierung von Kasmimir und Karoline mit Glaube, Liebe, Hoffnung ist ein Abbild des aussichtslosen Kampfes des Einzelnen gegen eine Gesellschaft von Bürokraten und Spießbürgern in Zeiten wirtschaftlicher Krisen. Die Sprache Horváths ist hart und nüchtern und entlarvt die Selbstsucht und Kälte der Gesellschaft. Arbeitslosigkeit ist Ausdruck des drohenden globalen wirtschaftlichen Zusammenbruchs, die für den Einzelnen zum psychischen Debakel wird, da er sich schuldig fühlt. Fragmentarische Schlaglichter auf die Hoffnungen und Verzweifelungen des Einzelnen. Diese Thematik verbindet Jette Steckel geschickt mit Musik, um die Emotionalität der Einzelschicksale auf das Wesentliche zu kondensieren. Sprache und Musik schaffen eine Dichte der fragmentarischen Szenen, die durch gewaltige Bilder beeindruckt. Diese Kombination aus Sprache, Musik und Bilderwelt schafft den emotionalen Zugang zu Horvaths desillusionistischer Weltsicht. Diesen Blick auf die Probleme unserer Zeit sollte man wagen.
Ein Theaternarr
Reiner Schmedemann
Reiner Schmedemann, 13.12.15
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