Italienische Nacht

Italienis
che Nacht

von Ödön von Horváth / Regie Thomas Ostermeier
Foto: Carno DeclaireFoto: Arno DeclaireFoto: Arno DeclaireFoto: Arno DeclaireFoto: Arno DeclaireFoto: Arno DeclaireFoto: Arno DeclaireFoto: Arno DeclaireFoto: Arno DeclaireFoto: Arno Declaire

In ihrem Stammlokal bereitet sich die sozialdemokratische Ortsgruppe auf ihre „Italienische Nacht“ vor – ein „zwangloses gesellschaftliches Beisammensein“, das die „Genossen menschlich näherbringen“ soll. Dass sich am gleichen Abend rechtsextreme Verbände aus dem ganzen Land im Ort zusammenrotten, um einen „Deutschen Tag“ mit paramilitärischen Aufmärschen zu inszenieren, beunruhigt die Vorstände der Kleinstadt wenig. Auch dass der Aktivist Martin vor einer völkischen Machtübernahme warnt und zum Widerstand aufruft, wird von den Genossen abgewiegelt. Um an die Pläne der Rechten zu kommen, schickt Martin seine Freundin Anna „auf den politischen Strich“ und bald wird klar: die Faschisten machen sich daran, die „Italienische Nacht“ der Sozialdemokraten bewaffnet zu sprengen. Horváth vollendete sein Volksstück 1931. Mit eindrucksvoller Schärfe fragt er, welchen Anteil am Zusammenbruch der Demokratie eine Linke hat, die die Realität der Gesellschaft ignoriert und sich in Parteikämpfen im eigenen Lager zerfleischt. Mit dem Aufkommen „Rechter Bewegungen“ hat sich Thomas Ostermeier auch in seiner Inszenierung von Didier Eribons „Rückkehr nach Reims“ auseinandergesetzt, die 2018 bei den Lessingtagen zu sehen war.

 

Gastspiel Schaubühne Berlin

 

2. und 3. Februar 2019, Thalia TheatER

Am 2. Februar im Anschluss: Michael Laages (Theaterkritiker) im Gespräch mit Thomas Ostermeier und Ensemble.