Imperium

Imper
ium

Imperium nach dem Roman von Christian Kracht in einer Fassung von Jan Bosse, Gabriella Bußacker und dem Ensemble Regie Jan Bosse
Foto: Armin SmailovicFoto: Armin SmailovicFoto: Armin SmailovicFoto: Armin SmailovicFoto: Armin SmailovicFoto: Armin SmailovicFoto: Armin SmailovicFoto: Armin SmailovicFoto: Armin Smailovic

„Der Kolonialismus ist hier eine bizarre Farce, eine ethische, moralische und menschliche Sackgasse. Lustige Dialoge, viel Klamauk und tolle Schauspieler sorgen zwei Stunden für beste Unterhaltung!“ Mopo

Nudist, Vegetarier und Frühhippie: 1902 macht sich August Engelhardt auf nach Deutsch-Neuguinea und kauft eine Kokosplantage. Abseits der westlichen Zivilisation will er ein naturverbundenes Leben führen. Er entwickelt seine Philosophie des Kokovorismus, ernährt sich von Kokosnüssen und versteigt sich in die These, diese vollkommene Frucht führe den Menschen in einen gottähnlichen Zustand – mit der Gründung seines eigenen Reichs will er seine Anhänger und die Menschheit erlösen. Christian Kracht hat sich mit seinem vierten Roman des Lebens des Aussteigers und Religionsstifters angenommen. „Imperium“ erzählt von Einsamkeit und Fanatismus eines barfüßigen Utopisten und lässt die Abgründe Europas im bevorstehenden 20. Jahrhunderts erahnen. Regisseur Jan Bosse adaptiert den modernen wie grotesken Abenteuerroman für das Thalia Theater, das utopische Moment und das Imperium Engelhardts entstehen auf der Bühne als eine eigene Welt.

„Wachet auf aus eurer Lethargie, ihr Vegetarier, und setzt an Stelle eurer Sehnsucht, die das Paradies in weiter, weiter Ferne sieht, die mutige Tat: Schnürt euer Ränzel, packt die Koffer, steigt aufs Schiff und ziehet ein ins Reich der Kokospalme, in den Palmentempel des Fruktivorismus! Ziehet ein ins Sonnenland, um Sonnenkinder zu werden.“ August Engelhardt

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts verlässt August Engelhardt die mit Macht in die Moderne aufbrechende westliche Zivilisation, besteigt ein Schiff und macht sich auf in die Südsee nach Deutsch-Neuguinea. Der Frühhippie, überzeugter Nudist und Vegetarier will dort in der deutschen Kolonie sein tropisches Weltreich des Fruktivorismus begründen. Auf Kredit kauft er die Insel Kabakon, mit Kokosplantage und Bewohnern. Seine Heilslehre, der Kokovorimus, beruht auf der Überzeugung, die Kokosnuss sei die vollkommene Frucht, der Sonne am nächsten und biete als ausschließliche Nahrungsquelle dem Menschen die Möglichkeit, einen gottähnlichen Zustand zu erreichen.

Christian Kracht erzählt in seinem Roman „Imperium“ vom Werde- und Niedergang eines bizarren Aussteigers. Mit gleichermaßen nüchternem Erzählton eines Reiseberichts wie praller, barocker Ausschmückung eines anekdotischen Abenteuerromans - sich dabei üppig historischer Ereignisse wie auch Lebensdaten von Personen der Zeitgeschichte bedienend - betreibt Kracht ein elegantes Spiel mit Fiktionalisierung von der Kolportage bis zur Camouflage und ruft auf irritierende Weise brisante Fragen nach Zusammenhängen zwischen Utopie und Fanatismus wach. Denn während sich weit, weit weg ein Weltverbesserer auf seinem Weg zur Erlösung in die Paranoia verirrt, entwickelt sich das übrige Weltgeschehen in dramatischer Weise und bereitet den Boden, für einen anderen Vegetarier, dem Massen in ihren eigenen Untergang folgen werden.

Uraufführung am 26. April 2015 im Thalia in der Gaußstraße

PRESSESTIMMEN

„Als pastellbunte, slapstickartige Aussteiger- und Vegetariergroteske hat Christian Krachts umstrittener Erfolgsroman ‚Imperium‘ […] im Hamburger Thalia in der Gaußstraße Uraufführung gefeiert. Auf die darstellerisch intensive zweistündige Bühnenversion, die Starregisseur Jan Bosse […] geschaffen hat, reagierte das Publikum mit viel Gelächter und Riesenapplaus.“ - Zeit Online

„Je verzweifelter Engelhardts Situation, desto mehr treibt Bosse seine Schauspieler ins wilde, manchmal auch alberne, aber immer kurzweilige Spiel. Das ist ein Vergnügen, dank der famosen Darsteller, die am Ende wie das ganze Team bejubelt werden.“ - Spiegel Online

„Der Kolonialismus ist hier eine bizarre Farce, eine ethische, moralische und menschliche Sackgasse. Lustige Dialoge, viel Klamauk und tolle Schauspieler sorgen zwei Stunden für beste Unterhaltung!“ - Hamburger Morgenpost

Ausgewählte Kommentare
Liebes Imperium-Ensemble, über die Zurückhaltung des Publikums bei der heutigen Vorstellung waren wir so überrascht, dass wir selbst nicht aus uns herausgegangen sind. Ihr hattet tosenderen Applaus verdient! Vielen Dank für den amüsanten Abend.
23.04.16
MEIN KOMMENTAR
KOMMENTAR
ABSCHICKEN

Mit dem Versenden dieses Kommentarformulars erklären Sie sich damit einverstanden, dass die von Ihnen angegebenen Daten elektronisch erfasst, gespeichert und auf unserer Webseite veröffentlicht werden. Wir verwenden Ihre Daten ausschließlich zur Veröffentlichung Ihres Beitrags. Ihre Einwilligung kann jederzeit widerrufen werden, z.B. per E-Mail an widerruf@thalia-theater.de. Ihr Beitrag und Ihre persönlichen Daten werden dann gelöscht. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Bitte verschicken Sie keine Karten- oder sonstige Anfragen über die Kommentarfunktion. Über die Kommentarspalte gestellte Anfragen werden nicht beantwortet. Für Fragen zu Programm etc. steht Ihnen das Kartentelefon unter 040. 32 814 – 444 oder die E-Mail¬Adresse theaterkasse@thalia-theater.de zur Verfügung.