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Kinderkuren in Deutschland / Ein dokumentarischer Theaterabend von Gernot Grünewald
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Regisseur Gernot Grünewald greift nach „Patentöchter“ am Thalia Theater ein weiteres Mal die Aufarbeitung der bundesdeutschen Nachkriegsgeschichte auf und untersucht in seiner besonderen, sinnlichen Art des Dokumentartheaters, wie ihre Prägung bis ins Heute hineinreicht.

 

Geschätzt um die 8 Millionen Kinder, oft noch im Vorschulalter, wurden bis weit in die 1980er Jahre hinein ohne ihre Eltern in wochenlange Kinderkuren geschickt. Diese Zeit war für die Kinder größtenteils keine Erholung, sondern geprägt von Heimweh, Einsamkeit, Zwang und Gewalt. Erfahrungen - oft nicht erinnert oder verdrängt -  die bei den Betroffenen die Haltung zum Leben unerkannt prägten.

 

Die Diskussion um das, was damals geschah, und was den meisten Kindern keiner glaubte, hat gerade erst angefangen und ist doch bereits erstaunlich präsent. Medienberichte über Einzelschicksale und Recherchen engagierter Selbsthilfegruppen der ehemaligen „Verschickungskinder“ haben es geschafft, dass das Thema von den politisch Verantwortlichen nicht mehr ignoriert werden kann.

 

Das ist gut so, denn längst ist es Zeit, diesen Teil der jüngsten deutschen Vergangenheit ans Licht zu holen. Denn was als „Kindererholung“ bezeichnet wurde, war nicht nur ein gutes Geschäft, sondern setzte an Nord- und Ostsee, im Allgäu und im Schwarzwald, das Erziehungsideal und das Menschenbild der Nazi-Zeit fort – oft mit dem gleichen Personal und unerträglichen Folgen für die Opfer. 

 

„Das Schicksal der Verschickungskinder rührt an die Frage, wie sehr oder wie wenig die Nachkriegsgesellschaft tatsächlich mit Haltungen, Ideen und Konzepten gebrochen hat, die zum Fa­schismus geführt und im Dritten Reich ihre grausige Blüte erlebt hatten.“ Hilke Lorenz

 

Uraufführung im Mai 2022, Thalia Gauß